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Prozess nach Schießerei vor Klinikum Lüneburg
Prozess nach Schießerei vor Klinikum Lüneburg

Optische Abrüstung

ca Lüneburg. Geschäftsleute an der Bardowicker Straße klagen über Umsatzeinbrüche, Kunden reagieren erschreckt auf Auseinandersetzungen zwischen zwei kurdischen Familien und das Polizeiaufgebot an Prozesstagen. Am Mittwoch kamen Vertreter von Justiz, Polizei, Stadt, Geschäftsleuten und Marktbeschickern bei Landgerichtspräsident Ulrich Skwirblies zusammen, um das Thema zu besprechen. Ergebnis: Die Polizei überarbeitet an manchen Punkten ihr Bewachungskonzept, doch an der Kräftezahl der mit Maschinenpistolen bewaffneten Beamten und ihrer Kollegen aus dem Justizvollzugsdienst ändert sich nichts.

Die Handelsorganisation LCM hatte um das Gespräch gebeten, da Ladenbesitzer über eingeschüchterte Kunden, versperrte Zugänge und ausbleibenden Umsatz klagen. LCM-Chef Heiko Meyer und der Vorsitzende der Marktbeschicker, Cord Wöhnecke, schilderten die Lage aus ihrer Sicht.

Laut Polizeisprecherin Antje Freudenberg habe Einsatzleiter Roland Brauer darauf aufmerksam gemacht, dass er und seine Beamten die Lage „sehr ernst nehmen“. Das gelte sowohl für den Prozess um eine Familienfehde als auch um das Verfahren um eine russischstämmige kriminelle Organisation unter dem Schlagwort „Diebe im Gesetz“. Gleichwohl sehe die Polizei die Situation der Anlieger.

So werde man gemeinsam mit der Stadt dem Wunsch von Geschäftsleuten nachkommen, abgebaute Fahrradständer am Landgericht wieder zu montieren. Zudem sollen Fahrzeuge der Schutzleute anders gruppiert und geparkt werden. Es werde „optische Veränderungen“ geben, aber das Grundkonzept der Polizei bleibe bestehen.

Meyer zeigte sich zufrieden: „Ein konstruktives Gespräch.“ Er hätte sich gewünscht, dass Polizei und Justiz früher über Hintergründe informiert hätten. Es sei nicht um Kritik an den Beamten gegangen, die könnten die Lage am besten einschätzen. Generell allerdings gehe es um eine Frage, die nicht nur Lüneburg betreffe, denn auch Gerichte in anderen Städten seien mit aufwändigen Prozessen konfrontiert: „Es ist schwierig, wenn durch solche Verfahren Innenstädte lahmgelegt werden.“ Möglicherweise müsse man sich auf Landesebene einen anderen Weg überlegen, wo und wie solche Verhandlungen geführt werden, eventuell an einem zentralen Ort.

One comment

  1. bitte mitdenken

    Eine gut aufgestellte Polizei verschreckt Bürger? Die Folgeerscheinungen notwendiger Prozesssicherungen werden als störend empfunden, anstatt Verständnis dafür aufzubringen? Lüneburg hat eine wirklich gute Polizei und man sollte ihr für die gewissenhafte Erledigung der oft sehr harten Arbeit mehr Wertschätzung entgegenbringen. Umsatzeinbußen bitte den Angeklagten in Rechnung stellen.