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Per Kran wurden die beiden Teile der Übergangskonstruktion in die entsprechende Position auf der Brücke gehievt. Für das passgenaue Einsetzen sorgten Nikayi Gebes (links) und Jürgen Gaudig. Foto: be
Per Kran wurden die beiden Teile der Übergangskonstruktion in die entsprechende Position auf der Brücke gehievt. Für das passgenaue Einsetzen sorgten Nikayi Gebes (links) und Jürgen Gaudig. Foto: be

Die Wetter-Versicherung

as Lüneburg. Der letzte große Akt der Sanierung der Friedrich-Ebert-Brücke lief gestern Mittag an. Jeweils zirka fünf Tonnen schwer sind die beiden Teile der neuen Übergangskons­truktion, die eingebaut werden mussten. Gerald Kuhn, Kranführer bei der Lüneburger Firma Anker, hatte dazu seinen 40-Tonner mit einem 35-Meter-Mast auf der westlichen Widerlagerseite der Brücke platziert. An zwei Ketten des Mastes hängend hob dann das erste Teil der Übergangskons­truktion ab. Langsam setzte sie dann auf die Brücke auf. Mit einem Kettenzug brachten Jürgen Gaudig und Nikayi Gebes, Mitarbeiter einer Spezialfirma für Brückenbau, die Steuerungskästen der Übergangskonstruktion passgenau in Position. Millimeterarbeit. Nach gut einer Stunde war auch das zweite Teil des Stahlkolosses eingebaut.

Die 470 Meter lange Ebert-Brücke wurde seit 2004 in mehreren Bauabschnitten saniert. Zu guter Letzt musste nun die alte Übergangskonstruktion stadteinwärts ausgebaut werden, „da sie starke Korrosionsschäden aufwies“, erläutert Jörg-Dieter Silex, Brückenbauingenieur bei der Stadt. Die Konstruktion ist ein flexibles Element, an beiden Seiten der Brücke, das die Längsdehnung infolge von Temperaturunterschieden ausgleicht. Denn infolge von „Witterungsunterschieden kann sich das Bauwerk bis zu elf Zentimeter ausdehnen“, sagt Silex. Funktioniert der Ausgleich nicht, kann es passieren, dass der Brückenkörper aufplatzt.

Nach dem Einsetzen der neuen Übergangskonstruktion muss nun zwischen den einzelnen Stahllamellen Gummi eingezogen werden. „Damit wird verhindert, dass Salzwassergemisch, das im Winter auf die Brücke gestreut wird, in den Brückenkörper eindringen und Korrosionsschäden verursachen kann.“ Anschließend wird wieder Asphalt aufgebracht.

Pünktlich zum Ende der Osterferien am kommenden Montag ist die Brücke wieder frei für Fußgänger und Radfahrer. Autofahrer müssen sich noch etwas gedulden, für sie heißt es voraussichtlich ab dem 25. April freie Fahrt.

Die Friedrich-Ebert-Brücke ist laut Silex eine von 45 Brücken und Bauwerken in der Stadt, die fortwährend geprüft und unterhalten werden müssen. Bereits im kommenden Jahr steht die nächste Hauptbrückenprüfung für Lüneburgs längste Querung an. Geplant ist für 2016 auch die Erneuerung der Wandrahmbrücke an der Willy-Brandt-Straße. Die Stadt geht davon aus, dass für die Arbeiten die Straße in diesem Bereich für mehrere Monate komplett gesperrt werden muss.