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Das Programm für die nächste Bardowicker Vortragsreihe steht. Auf viele interessierte Zuhörer freuen sich Bernd Wald und Anke Warnecke. Foto: dth
Das Programm für die nächste Bardowicker Vortragsreihe steht. Auf viele interessierte Zuhörer freuen sich Bernd Wald und Anke Warnecke. Foto: dth

Vom Götzen bis zum Zippelhaus

dth Bardowick. Nach dem Erfolg im vergangengen Jahr wird jetzt die spannende Reise durch Bardowicks Historie fortgesetzt. Zuletzt widmete sich die vierteilige Vortragsreihe im Gildehaus etwa den mittelalterlichen Spuren im Erdreich, der Backsteingotik im norddeutschen Raum am Beispiel des Bardowicker Doms und der Künstlerkolonie. Veranstaltet wird die Vortragsreihe vom „Kulturraum Bardowick“ sowie vom „Windmühlenverein Bardowick Verein für Heimatkunde“. Den Auftakt zur zweiten Runde macht am Donnerstag, 16. April, Bardowicks Samtgemeinde-Archivarin Ursula Schwanitz-Roth. Sie berichtet über das Bardowicker „Zippelhaus“ in Hamburg, das die Bardowicker Gemüsebauern im Hafen seit dem 16. Jahrhundert als Lager und Wohnstätte nutzten. Die Reihe schlägt zudem den Bogen über die Geschichte der Windmühle bis zum Götzen von Bardowick.

Der Erfolg des vergangenen Jahres macht Anke Warnecke, Vorsitzende des Kulturraums Bardowick, Mut für die nächste Runde: „Wir waren von der enormen Resonanz wirklich überwältigt. Die Sitzplätze im Gildehaus waren voll, bis zu den Fensterbänken.“ Bernd Wald, Vorsitzender des Windmühlenvereins, sagt: „Und wir haben wieder eine gute Mischung zusammenbekommen.“ Die Vorträge sollen, wie bisher, wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, gleichzeitig aber allgemeinverständlich vermittelt werden. Im Anschluss wird es wieder Gelegenheit geben, im lockeren Rahmen bei einem Getränk verschiedene Fragen in Einzelgesprächen zu vertiefen. Dass das in gemütlicher Amosphäre geschieht, war und ist den ehrenamtlichen Helfern beider Vereine zu verdanken, die das Gildehaus für die Vortragsabende vorbereiten und schließlich die Gäste bewirten, betont Warnecke.

„Das Bardowicker Zippelhaus“ markiert einen besonderen Teil der Geschichte der Beziehungen zwischen Bardowick und der Stadt Hamburg. Der Vor-Vorläufer des heutigen Kontorhauses in der Straße Zippelhaus 3 in Hamburg wurde 1535 als einstöckiger Fachwerkbau errichtet. 1604 wurde es „auf ewige Zeiten“ an Bardowicker Gemüsehändlerinnen vermietet bis 1888. Der Name „Zippelhaus“ oder „Zwiebelhaus“ leitet sich von den begehrten Bardowicker Zipollen ab. Über die Entwicklung des Bardowicker Gemüsehandels in Hamburg von damals bis heute berichtet Ursula Schwanitz-Roth in ihrem Vortrag.

Geplant sind in gebührendem Abstand zu einander bis November insgesamt wieder vier Vortragsabende im Gildehaus. So schlüpft auch Bardowicks Müllermeister Eckhard Meyer in eine neue Rolle, wenn er am Freitag, 5. Juni, als Referent über „Die Bardowicker Windmühle“ spricht, die er wie seine Westentasche kennt. Dabei zeichnet er den Lebensweg der Bardowicker Windmühle nach und gibt zugleich einen Einblick in die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung der vergangenen 400 Jahre.

Einem besonderen Thema widmet sich Dr. Ulfert Tschirner, Kurator im Museum Lüneburg, am Donnerstag, 17. September, unter dem etwas kryptischen Titel „Etwas aus Bardowick im Lüneburger Museum“. In dem Vortrag zeichnet er die vielfältigen Beziehungen zwischen Lüneburger Sammlungen und Objekten aus Bardowick nach: Und zwar am Beispiel des sogenannten „Götzen von Bardowick“, der sich zunächst im Raritätenkabinett des Ludwig Albrecht Gebhardi befand und über mehrere Stationen heute ein Teil der neuen Präsentation des Museums Lüneburg wurde.

Den Bardowicker Vortragsreigen komplettiert der Historiker Uwe Meyer dann am Freitag, 6. November. Der Vortragstitel „Bardowick statt Stadt“ spielt dabei mit dem aktuellen Samtgemeinde-Slogan „SamBa Statt Stadt“. Bewirbt sich Bardowick heute als ländliche Alternative zum Stadtleben, beleuchtet Meyer in seinem Vortrag die historische Rückentwicklung Bardowicks nach der Zerstörung 1189 von der Stadt zum Flecken.

Die Vorträge beginnen jeweils um 19 Uhr und finden im Heimatmuseum Gildehaus in Bardowick (St. Johannisstraße3) statt. Der Eintritt ist frei. Die ausrichtenden Vereine freuen sich aber über Spenden.