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Wildbienen nisten derzeit auf dem Spielplatz an der Nelly-Sachs-Straße. Die Insekten sind jedoch harmlos und stechen nicht. Foto: be
Wildbienen nisten derzeit auf dem Spielplatz an der Nelly-Sachs-Straße. Die Insekten sind jedoch harmlos und stechen nicht. Foto: be

Wildbienen siedeln auf Spielplatz

mm Lüneburg. Den Spielplatz an der Nelly-Sachs-Straße im Stadtteil Bockelsberg besiedeln derzeit nicht nur Kinder, sondern auch quirlige kleine Arbeiter in der Luft die Eltern Sorge bereiten. Wegen eines Wespenalarms ist deshalb jetzt Thomas Mitschke, ehrenamtlicher Hummel-, Hornissen- und Wespenbeauftragter des Landkreises Lüneburg angerückt. Doch der Experte gibt Entwarnung: Wespen hat er nicht gesichtet, nur zahme Wildbienen.

„Als Notlösung nisten Wildbienen auch auf Spielplätzen“, sagt Mitschke. Ihr natürlicher Lebensraum sei beengt, „durch Versiegelung und Bebauung“. Auf dem hügeligen Spielplatzgelände fühlen sich die Wildbienen noch wohl. Den Winter über haben sie im Boden genistet. Steigen die Temperaturen kommen sie aus ihren Löchern. Draußen fristen sie allerdings ein kurzes Dasein, vier bis sechs Wochen schwirrt eine Wildbiene durch die Lüfte. Ihr Lebenszyklus: Schlüpfen, Stärkung, Paarung, Nistplatzsuche, Eier ablegen, Sterben.

Noch bis in den Sommer hinein könnten die Wildbienen auf dem Spielplatz verkehren. Sie sollten nicht gestört werden, denn auch sie schadeten niemandem: „Wildbienen sind nicht gefährlich, sie stechen nicht“, erklärt Mitschke. Und appelliert: „Eltern sollten mit ihren Kindern sprechen und sie aufklären, über die Ungefährlichkeit und dass auch die Bienen Respekt verdienen.“ Sie und ihre Löcher sollten nicht als Spielobjekte beäugt werden. Denn die Wildbienen erfüllen eine wichtige Aufgabe: „Sie bestäuben nicht nur Obstbäume, sondern auch wilde Pflanzen und schließen Lücken, die Honigbienen hinterlassen“, sagt Mitschke.

Manche nun auf dem Spielplatz beheimatete Bienenart, insgesamt gäbe es über 500 verschiedene, stünde schon auf der roten Liste. Manche seien auch so klein, dass sie nur unter dem Mikroskop zu erkennen sind. Wer aber genau hinschaut, kann Bienenmännchen- und weibchen bei der Paarung beobachten.