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Landkreis ermittelt gegen Tierhalter: Kadaver in der Tonne

kre Breetze/Lüneburg. Es war ein Anblick, der Tierschützer wütend machte: Die Heidschnucken auf der Weide bei Breetze waren falsch angebunden. Mit jeder Bewegung verhedderten sie sich mehr im Seil, schränkte sich die Bewegungsfreiheit der Tiere zusehends ein. Auch Wasser zum Saufen gab es für die Vierbeiner wohl zu wenig. Und in zwei großen Plastiktonnen gammelten Kadaver von toten Tieren.

Zeugen hatten Polizei und Veterinäramt am vergangenen Sonnabend auf die Missstände aufmerksam gemacht und die Behörden reagierten schnell: Drei Heidschnucken wurden sofort in die Obhut eines Tierarztes übergeben, ,,außerdem ermitteln wir wegen Verstoßes gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen“, sagt Kreissprecherin Katrin Holzmann.

Untersucht werden auch die Kadaver in den sichergestellten Plastiktonnen. ,,Wir wollen wissen, woran sie verendet sind, ob sie möglicherweise krank waren oder verhungert sind“, sagt die Kreissprecherin. Weitere Tiere unter anderem einige Rinder und Ponys, Kaninchen, Hühner und Gänse darf der Besitzer vorerst behalten. Da bestehe kein akuter Handlungsbedarf. ,,Die Tiere sind versorgt, deshalb steht dem aus Tierschutzsicht zuerst einmal nichts entgegen“, sagt Holzmann. Ob in naher Zukunft aber ein generelles Tierhaltungsverbot gegen den Mann verhängt werden wird, müssten die weiteren Ermittlungen ergeben.

Der Besitzer der Tiere dagegen fühlt sich zu Unrecht als Tierquäler an den Pranger gestellt, zeigt für die Maßnahmen der Behörden wenig Verständnis: ,,Die Tiere waren gut versorgt und auch nicht abgemagert“, verteidigt er sich auf LZ-Anfrage: Seinerseits will er nun gegen die Behörden vorgehen: ,,Die haben mich auf dem Kieker aber das lasse ich mir nicht gefallen. Ich werde Beschwerde einlegen.“

Dass die Heidschnucken angebunden waren, gibt er zu, „damit sie nicht über den Zaun springen“. Und auch für die toten Tiere in den sichergestellten Plastiktonnen hat er eine Erklärung parat: „Das waren nicht meine, das waren die Tiere von jemand anderem. Die waren bei mir nur untergestellt.“ Im Übrigen hätten die Behörden bei ihm schon öfter kontrolliert aber nie sei es zu Beanstandungen gekommen.“

Andere Tierhalter sehen das wohl anders: In einem Brief fordert Stefi Brockmann-Wittich den Mann aufgrund der Vorkommnisse auf, die Tierhaltung freiwillig aufzugeben. ,,Ich mache mir Vorwürfe, dass ich nicht schon früher reagiert habe“, sagt die Grünen-Politikerin und stellvertretende Landrätin.