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Rettungswagen von ASB und DRK vor dem Städtischen Klinikum. Die beiden Verbände sind vom Landkreis Lüneburg mit dem Rettungsdienst in der Region beauftragt worden. Foto: A./be
Rettungswagen von ASB und DRK vor dem Städtischen Klinikum. Die beiden Verbände sind vom Landkreis Lüneburg mit dem Rettungsdienst in der Region beauftragt worden. Foto: A./be

Neuer Rettungsdienstbedarfsplan soll für schnellere Hilfe am Unfallort sorgen

pet Lüneburg. Wer nach einem Unfall oder aus anderen Gründen dringend ärztliche Hilfe benötigt, bekommt diese in Stadt und Landkreis Lüneburg in aller Regel zügig. Und seit Anfang dieses Jahres noch zuverlässiger als im vergangenen. Darüber berichtete Mirko Dannenfeld, Fachdienstleiter Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis Lüneburg, in der jüngsten Sitzung des Kreistagsausschusses für Feuer-, Katastrophenschutz und Ordnungsangelegenheiten in den Räumen der Polizeidirektion Lüneburg.

Laut Gesetz müssen in 95 Prozent aller medizinischen Notfälle innerhalb von 15 Minuten nach dem Notruf Rettungswagen oder Notarzt vor Ort sein. Diese Frist hatte der Landkreis im vergangenen Jahr zwar fast, aber eben nicht ganz, erreicht. „Die sogenannte Hilfsfristquote betrug 91,9 Prozent“, trug Dannenfeld vor.

Die Landkreise, so auch der Landkreis Lüneburg, sind nach Paragraf 3 des Niedersächsischen Rettungsdienstgesetzes Träger des Rettungsdienstes. Mit der Durchführung sind in und um Lüneburg die Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) beauftragt. Die Kosten des Rettungsdienstes, des Notarztdienstes sowie für die Rettungsleitstelle tragen die gesetzlichen Krankenkassen, sie beliefen sich zuletzt auf 7,37 Millionen Euro im Jahr.

Der Landkreis wiederum ist verantwortlich für die regelmäßige Aufstellung eines Rettungsdienstbedarfsplans. Das war zuletzt 2008 geschehen. Weil die Unfall- und Notfallzahlen seitdem rasant angestiegen sind, wurde im vergangenen Jahr ein neuer Plan aufgestellt, der im Oktober 2014 vom Kreistag einstimmig verabschiedet wurde.

Kernpunkte des neuen Rettungsdienstbedarfsplans: Die „Notfallvorhaltung,“ also die Bereitschaftszeit der Rettungswagen, wurde für den Landkreis Lüneburg von 1128 auf 1375 Stunden pro Woche aufgestockt. In Lüneburg wurde zudem ein vierter Rettungswagen stationiert, die Bereitschaftszeit eines weiteren Rettungswagens wurde ausgeweitet. An den Rettungswachen Bockelkathen und Ellringen ist zu bestimmten Tageszeiten je ein zusätzliches Fahrzeug stationiert.

Die Maßnahmen erweisen sich als richtig, war ein Fazit von Dannenfeld. Die Einsatzzahlen des ersten Quartals zugrunde gelegt, habe man die Zahlen für das laufende Jahr 2015 hochgerechnet. Ergebnis: „Die Hilfsfristquote von 95 Prozent wird eingehalten“, so Dannenfeld.

Im vergangenen Jahr seien 30512 Einsätze des Rettungsdienstes zu verzeichnen gewesen, berichtete der Fachdienstleiter im Ausschuss. Zum Vergleich: 1993 waren es erst 15098 gewesen. 2007 waren es 25660. Von den Einsätzen im vergangenen Jahr waren 4591 Notarzteinsätze, 16582 Notfalltransporte und 3339 Krankentransporte. Gegenüber dem Jahr 2013 war das insgesamt eine Steigerung um 1,2 Prozent.

Für 2015 rechneten die Experten eine nochmalige Steigerung um 4,5 Prozent auf ingesamt 31880 Einsätze hoch. Wichtig sei aber vor allem, dass die vorgeschriebene Hilfsfristquote dank der jüngsten Fortschreibung des Rettungsdienstbedarfsplans eingehalten werde, sagte Mirko Dannenfeld, der noch eine gute Nachricht hatte, nämlich, dass die jüngsten Verhandlungen mit den gesetzlichen Krankenkassen über die Sicherstellung des künftigen Budgets für den Rettungsdienst positiv verlaufen seien.

Hochwasser und Leitstelle
Fast zwei Jahre ist es her, das verheerende Elbehochwasser im Juni 2013, jetzt weiß der Landkreis Lüneburg ganz genau, was ihn die Bewältigung der Flut gekostet hat: genau 5,157193 Millionen Euro und 24 Cent. Die Ausgaben für Material, Gerät und Dienstleistungen verschlangen mit 68 Prozent den Löwenanteil davon. Weitere 18 Prozent entfielen auf die Erstattung von Arbeitsentgelten für Helfer. 3,916 Millionen Euro der Gesamtkosten übernahmen der Bund und das Land Niedersachsen, berichteten Sonja Sachse und Wolfram Kallweit vom Landkreis Lüneburg in der jüngsten Sitzung des Kreistagsausschusses für Feuer-, Katastrophenschutz und Ordnungsangelegenheiten.

Auch die Prüfung der Abrechnung sei bereits abgeschlossen. Die künftige Kooperative Leitstelle für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste im Gebäude der Polizeidirektion Lüneburg stellte Mirko Dannenfeld, Fachdienstleiter Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz, beim Landkreis Lüneburg, den Ausschussmitgliedern vor. Die baulichen Maßnahmen sind fast beendet, Rechner und Bildschirme sind installiert. An der mit 5,9 Millionen Euro veranschlagten Maßnahme beteiligt sich der Kreis mit 900 000 Euro. Insgesamt werden in der künftigen Leitstelle 17 Einsatzplätze zur Verfügung stehen. Geplanter Termin für die Indienststellung ist der 24. August.↔pet