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Heike Pätzold und Albrecht von Bülow sind die Leiter der Ehe- und Lebensberatung. Foto: be
Heike Pätzold und Albrecht von Bülow sind die Leiter der Ehe- und Lebensberatung. Foto: be

Ehe- und Lebensberatung bietet Unterstützung in vielen Situationen an

as Lüneburg. Der Tod seiner Frau belastet den Senior schwer. Er kämpft mit der Trauer, fühlt sich an den Abenden unsäglich einsam und ist dennoch in Zweifel, ob er eine neue Beziehung eingehen darf. Rat und Untersützung bei der Bewältigung dieser Situation erfährt er schließlich bei der „Lebensweltbezogenen Seniorengruppe“, die die ökumenische Ehe- und Lebensberatung im vergangenen Jahr erstmals angeboten hat. Insgesamt 21 Menschen im Alter von 62 bis 84 Jahren nahmen an der Gruppe teil, darunter neun Männer. „Ein erstaunlich hoher Anteil, da Männer dieser Altersgruppe bisher weniger offen für Lebensberatungen waren“, sagt Al­brecht von Bülow. Der evangelische Leiter der ökumenischen Einrichtung, dessen Träger der Diakonieverband Lüneburg und Bleckede sowie das Bistum Hildesheim sind, und die katholische Leiterin Heike ­Pätzold stellten jetzt Eckdaten des Jahresberichtes 2014 vor.

Im vergangenen Jahr nutzten 351 Klienten die Einrichtung zur Beratung, 2013 waren es 314. 190 kamen zu Paargesprächen, 161 zu Einzelgesprächen. Von den Problemen ihrer Eltern mitbetroffen waren 312 minderjährige Kinder. Das ständige Streiten, nicht mehr miteinander reden können, aber den Wunsch zu haben, Konflikte in der Partnerschaft zu lösen, sind Gründe, warum Paare die Ehe- und Lebensberatung aufsuchen. „Hier wird ihnen aufgezeigt, wie man aus alten Mustern aussteigen und neue Wege des Miteinanders ausprobieren kann“, sagt Heike Pätzold. Erstmals fand im vergangenen Jahr auch ein spezieller Kommunikationskurs für Paare statt, der sich über zwei Wochenenden erstreckte. Dabei wurde eingeübt, unter anderem Gefühle wie Freude, Trauer, Wut und Ärger zu äußern, diese aber auch vom Gegenüber annehmen zu können. Erprobt wurde auch die Fähigkeit, gemeinsam Probleme zu lösen und dabei sach­orientiert zu bleiben. Jedes Paar bespricht persönliche Themen im Zweiergespräch, räumlich getrennt von den anderen Paaren, und wird dabei von den Trainern unterstützt. In diesem Jahr findet der Kurs erneut ab Ende Mai statt.

In Kooperation mit der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention (drobs) wurde im vergangenen Jahr erneut ein sechsmonatiges Anti-Gewalt-Training angeboten, das vom niedersächsischen Sozialministerium finanziell gefördert wird. Lüneburg ist einer von elf Standorten im Land, an denen das Training angeboten wird für Männer, die Partnerinnen schlagen oder bedrohen. „An dem Training haben im vergangenen Jahr 15 Männer teilgenommen, einige hatten bereits 2013 begonnen. Neun davon hatten zuvor eine Anzeige wegen häuslicher Gewalt erhalten“, berichtet Albrecht von Bülow. Andere Männer nahmen das Angebot wahr, weil sie sagen, dass es so nicht weitergehen kann. Dem Training sind sogenannte Auswahl- und Motivationsgespräche vorgeschaltet. 42 Gesprächstermine wurden anberaumt, von denen 27 wahrgenommen wurden. Zehn Männer traten jedoch nur das Training an, zwei davon waren nach kurzer Zeit Abbrecher.

Weitere Infos und Anmeldungen bei der Ehe- und Lebensberatung unter Tel.: 48898.