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Martin Zackariat steht am Wehr, das den Wasserzufluss des Teiches regelt. Der Wirt der Wassermühle sieht sich nicht als Verursacher der Verschlammung des Hasenburger Mühlenbachs. Bei mir kam das Wasser schon schwarz an, sagt er. Foto: t&w
Martin Zackariat steht am Wehr, das den Wasserzufluss des Teiches regelt. Der Wirt der Wassermühle sieht sich nicht als Verursacher der Verschlammung des Hasenburger Mühlenbachs. Bei mir kam das Wasser schon schwarz an, sagt er. Foto: t&w

Gewässerverunreinigung: Die Spur führt bachaufwärts

us Lüneburg. Die Schlammeinleitungen in den Hasenburger Mühlenbach geben weiter Rätsel auf. Während der Fachdienst Umwelt des Landkreises Lüneburg prüft, ob die Biogasanlage in Südergellersen als Verursacher für die Verschmutzung in Frage kommt, gibt es inzwischen auch Hinweise auf andere mögliche Quellen. Danach könnte der Mühlenteich in Heiligenthal die Schlammquelle sein, kürzlich wurde dort das Wasser abgelassen. Zwar räumt der Besitzer das Öffnen des Teich-Wehres ein, für die Verschlammung aber will er nicht verantwortlich sein.

Der Heiligenthaler Mühlenteich war am 26. März nahezu wasserfrei. Stammt der Schlamm von ihm? Foto: nh
Der Heiligenthaler Mühlenteich war am 26. März nahezu wasserfrei. Stammt der Schlamm von ihm? Foto: nh

„Wir mussten das Wehr öffnen, weil es an dem Tag sehr stark geregnet hat“, berichtet Martin Zackariat, Miteigentümer der Wassermühle Heiligenthal. Da ihm auch der Teich gehört, ist er für die Einhaltung des Wasserpegels zuständig, der mittels Wehr reguliert wird. Offenbar aber wurde dabei die Regenmenge überschätzt, denn am nächsten Morgen war der Teich nahezu leergelaufen. Dass dabei auch Schlamm aus dem Teich mitgeflossen ist, bestreitet Zackariat nicht: „Das ist normal, aber das sind nur geringe Mengen, die der Bach mitzieht, wenn der Teich leer ist. Eine Verschlammung des Baches wäre so sicher nicht möglich.“

Wie berichtet, war der Hasenburger Mühlenbach Mitte März durch Schlammeinleitungen so stark verunreinigt und schwarz gefärbt, dass die Sicht zeitweise gegen Null ging, wie der Lüneburger Karl-Wilhelm Kirsch festgestellt hatte. Weder Stadt noch Kreis konnten zunächst Handlungsbedarf erkennen, erst nach einer weiteren Einleitung vor gut einer Woche wurde der Kreis umgehend aktiv, nahm Wasserproben und die Biogasanlage in Südergellersen ins Visier. Der Fachdienst Umwelt vermutet, dass verunreinigtes Oberflächenwasser aus der Anlage in das Gewässer geflossen sein könnte. Bei einem Ortstermin hatte auch das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt entsprechende Anzeichen vorgefunden und den Betreiber verpflichtet, ein Bodenschutzgutachten einzuholen. Der Landkreis seinerseits lässt Gewässer-Analysen durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz vornehmen, deren Ergebnisse noch ausstehen.

Dass nicht die Biogasanlage in Südergellersen die Verschlammung des Baches herbeigeführt hat, davon ist die Sportangler-Kameradschaft Lüneburg überzeugt. „Der Mühlenteich war am 26. März leer, das habe ich in einem Foto festgehalten“, berichtet Vereinsvorsitzender Johannes Uliczka. Er hatte den Bericht über die Verschmutzung in der Zeitung gelesen, der fast wasserlose Teich sei ihm da sofort aufgefallen. „Das schließt Einleitungen der Biogasanlage aber nicht aus“, sagt Bernd Schwarz, der seitens der Sportangler-Kameradschaft den Landkreis bei der Begehung kürzlich begleitet hatte.

Davon ist auch Karl-Wilhelm Kirsch überzeugt: „Ich gehe von zwei Quellen aus.“ Seine Vermutung stützt er darauf, dass der Bach bei der ersten Verunreinigung schwarz gewesen sei und faulig gerochen habe, bei der zweiten Einleitung habe er nach Gülle gerochen und sei eher gelblich gefärbt gewesen.

Den Spuren, die zum Heiligenthaler Mühlenteich führen, will der Landkreis nachgehen. „Wir haben auch den Teich in den Blick genommen, warten aber zunächst die Ergebnisse der Boden- und Gewässeranalysen ab“, sagt Pressesprecherin Katrin Holzmann.

Doch obwohl vieles auf den Heiligenthaler Mühlenteich hindeutet, sieht Martin Zackariat sein Gewässer nicht als Quelle des Übels: „Bei mir kam das Wasser schon schwarz an, das habe ich auch einem Mitarbeiter des Landkreises gezeigt.“ Er vermutet den Verursacher daher weiter bachaufwärts: „Ich gehe von Fischteichen bei Oerzen oder Südergellersen aus.“

Wie stark der Mühlenbach durch die Einleitungen geschädigt ist, könne nur durch ein Monitoring geklärt werden, ist Schwarz überzeugt. Der Besatz von 10000 Meerforellenbrütlingen, von den Sportanglern erst am 18. März in den Bach gesetzt, sei wohl vernichtet.