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Jens Kowald (l.), Geschäftsführer der Flusslandschaft Elbe GmbH, erhält Verstärkung von Anne Bleimeister und Wolfgang Herbst. Foto: dth
Jens Kowald (l.), Geschäftsführer der Flusslandschaft Elbe GmbH, erhält Verstärkung von Anne Bleimeister und Wolfgang Herbst. Foto: dth

Wassertourismus 2.0 made in Bleckede +++ mit LZplay-Video

dth Hamburg/Lüneburg. Rund zweieinhalb Jahre haben die Beteiligten daraufhin gearbeitet und starten mit dem Leitprojekt der Metropolregion Hamburg „Kurs Elbe. Hamburg bis Wittenberge“ jetzt in eine neue Phase. Unter Federführung des Landkreises Lüneburg wird die Vermarktung des Wassertourismus in der norddeutschen Elbe-Region auf ein breiteres Fundament gestellt. „KursElbe 2.0“ nennt das Anne Bleimeister, die als Projektmanagerin eine neue Stelle an Bord der Flusslandschaft Elbe GmbH mit Sitz in Bleckede angenommen hat. Ihre Aufgabe: Bis 2017 die Vernetzung von der Fahrgastschifffahrt bis hin zu Hafenangeboten in eine dauerhafte Form zu gießen.

Die weiteren Ziele stellte das neue Team des Projektbüros gestern bei einer Rundfahrt auf dem historischen Dampfeisbrecher „Elbe“ im Hamburger Hafen vor und pries dabei auch die Vorzüge der Naturlandschaft entlang der Mittelelbe an.

Eine schöne Elbe-Region gibt es nicht nur rund um Dresden, sondern auch vor den Toren Hamburgs. Doch das im Bewusstsein der Menschen auch hier in der Region zu verankern, sieht Geschäftsführer Jens Kowald weiterhin als eine seiner Hauptaufgaben. Zudem freut er sich, mit Anne Bleimeister sowie Wolfgang Herbst als Mitarbeiter für die Öffentlichkeitsarbeit „endlich eigenes Personal“ zur Verfügung zu haben.

Laut Kowald hätten sich die bisherigen Vermarktungsanstrengungen seit 2012 bereits in positiven Zahlen niedergeschlagen. „Die Fahrgastzahlen zwischen Hamburg und Wittenberge lagen vorher bei rund 100000. Wir konnten uns mittlerweile um acht Prozent steigern.“ Zudem soll 2015 die Schifffahrtslinie Hamburg-Wittenberge mit zwei Projektpartnern und zwei Touren wieder ins Leben gerufen werden.

Zur weiteren Imagesteigerung soll laut Kowald der Lauenburger Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ in diesem Jahr als Botschafter der norddeutschen Elbe-Region nach Dresden fahren. Und auch beim kommenden Hamburger Hafengeburtstag vom 8. bis 10. Mai soll die Region repräsentiert werden. Bereits in der zweiten Auflage erschienen ist der Taschenplaner mit Elbe-Karte, Sehenswürdigkeiten sowie insgesamt 17 Fahrgastangeboten vom Elbe-Floß bis zum Raddampfer.

Die Bemühungen haben sich bereits gelohnt, sagt auch Matthias Kruse, Hamburger Betreiber des historischen Dampfeisbrechers „Elbe“, der von 1911 bis 1976 von der Harburger Süderelbe bis Lauenburg regelmäßig im Einsatz war. Heute wird Kruse wieder Fahrgäste über die Elbe nach Lauenburg chauffieren. Er arbeitet eng mit dem Lauenburger Elbschifffahrtsmuseum zusammen. Kruse: „Es reicht nicht, Gäste aufs Schiff zu bekommen. Man muss denen auch etwas an Land bieten können. Das aber zu verzahnen und zu vermarkten, kann ich als Einzelkämpfer gar nicht leisten. Deshalb bin ich froh, dass es die Angebote von Kurs Elbe gibt.“

Laut Projektmanagerin Anne Bleimeister sollen mit den bisherigen Partnern weitere kreisübergreifende, touristische Angebote erarbeitet und beworben werden. Zudem stehe die Weiterentwicklung der Infrastruktur in den Elb-Häfen im Fokus, in Verbindung mit einer Qualitätsoffensive. Bleimeister: „Wir wollen die Elbe-Region als die Tourismus-Attraktion vor den Toren Hamburgs etablieren.“

Perspektivisch sollen in die Entwicklung des Tourismuskonzeptes auch die Elbe-Nebenflüsse Ilmenau und Jeetzel einbezogen werden. Zur aktuellen Diskussion um die Zukunft der Wehre und Schleusen an der Ilmenau zwischen Fahrenholz und Bardowick in den Kreisen Harburg und Lüneburg und die künftige Schiffbarkeit, sagte Bleimeister: „Es wäre schade, wenn die Möglichkeit, die Stadt Lüneburg auf dem Wasserweg zu erreichen, wegfallen würde.“

Das sieht auch Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt so: „Kurs Elbe bietet uns eine Chance, auch die Ilmenau touristisch mit einzubinden und so die Schiffbarkeit für Freizeitkapitäne zu erhalten sowie die Schleusen, Wehre und Schleusenwärterhäuschen als historische Ensembles zu bewahren.“ Nahrstedt setzt sich dafür ein, das Projekt Kurs Elbe zu verstetigen, „und das wäre mein Traum nach Möglichkeit bis Magdeburg zu erweitern, unter der Überschrift vom Magdeburger Dom bis St. Pauli“.

Hintergrund

Die ersten Pflöcke zur Vermarktung der Elbe-Region haben 2009 die Kreise Lüneburg und Harburg mit der Gründung der Flusslandschaft Elbe GmbH mit Sitz in Bleckede eingeschlagen. Im Januar 2012 gaben dann rund 100 Vertreter aus fünf beteiligten Bundesländern im Hamburger Rathaus den Startschuss für das Leitprojekt der Metropolregion „Kurs Elbe“, unter dessen Banner am Wochenende, 25./26. April, bereits der dritte „Kurs Elbe.Tag“ stattfindet mit Festprogrammen in Lauenburg und Hohnstorf sowie Feuerwerk und Schiffskorso (siehe auch Seite 31).

Projektpartner von „Kurs Elbe“ sind die Landkreise Harburg, Lüchow-Dannenberg, Ludwigslust-Parchim, Prignitz, der Kreis Herzogtum Lauenburg sowie der Bezirk Bergedorf. Während der Landkreis Lüneburg Projektträger ist, liegt die Koordination mit eigenem Projektbüro bei der Flusslandschaft Elbe GmbH. Das Projektvolumen beträgt 271 000 Euro und wird mit 186 000 Euro durch die Metropolregion Hamburg und aus Eigenmitteln der Partner finanziert. Ziel ist es, dass sich nach 2017 das Elbe-Marketing aus eigener Kraft tragen kann. ↔dth