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Ihre Wege trennen sich im Sommer: Die Viertklässler der Grundschule Reppenstedt wechseln auf die weiterführenden Schulen. Die meisten von ihnen zieht es an ein Gymnasium. Foto: t&w
Ihre Wege trennen sich im Sommer: Die Viertklässler der Grundschule Reppenstedt wechseln auf die weiterführenden Schulen. Die meisten von ihnen zieht es an ein Gymnasium. Foto: t&w

Weiterführende Schulen: Trendzahlen liegen vor

ahe Lüneburg. Rund 1650 Viertklässler wechseln im Sommer auf die weiterführenden Schulen. Für 692 von ihnen (42 Prozent) empfehlen die Grundschullehrer aktuell das Gymnasium. Die Eltern sind da zuversichtlicher, was das Leistungsvermögen ihrer Kinder angeht. Stand heute wollen die Mütter und Väter von 839 Viertklässlern (51 Prozent), dass ihre Schützlinge den direkten Weg zum Abitur beschreiten. Das hat eine Befragung der Eltern betroffener Schüler in Stadt und Landkreis ergeben.

Die Trendabfrage nach dem ersten Schulhalbjahr soll den Schulträgern, also Stadt und Landkreis, sowie den Schulen selbst helfen, entsprechend der zu erwartenden Neuzugänge an den einzelnen Standorten zu planen. Doch da es ab Klasse 5 keine Schulbezirke gibt, sind die Möglichkeiten, Schülerströme zu lenken, begrenzt. Zugute kommt den Verwaltungen in diesem Jahr, dass der Jahrgang um rund 140 Schüler kleiner ist als der vorangegangene. „Dadurch ist die Situation deutlich entspannter“, sagt Martin Wiese, Leiter des Fachbereichs Soziales beim Kreis.

Klar sind die Regeln seit Jahren an der Integrierten Gesamtschule Lüneburg. 150 Plätze stehen pro Jahrgang zur Verfügung mehr geht nicht. Die Anmeldungen liegen stets deutlich darüber, so dass im Sommer immer gelost wird. Das dürfte sich 2015 nicht ändern, aktuell wollen die Eltern von 206 Kindern ihren Nachwuchs nach Kaltenmoor schicken. Das sind etwas weniger als bei der Trendabfrage 2014 (233 Kinder).

Die IGS in Embsen haben die Eltern von 91 Kindern als erste Wahl angegeben deutlich weniger als vor einem Jahr (135) und vor zwei Jahren (124). „Darüber sind wir nicht gerade erfreut“, gibt Wiese zu. „Vor allem, dass nur sechs Kinder mit Gymnasialempfehlung Embsen gewählt haben.“ Die womöglich schlechte Busverbindung will er nicht als mögliche Begründung gelten lassen. „Einerseits wählen zum Beispiel die meisten Kinder mit Haupt- oder Realschulempfehlung aus Amelinghausen die IGS Embsen an, die mit Gymnasialempfehlung aber fast alle Oedeme. Andererseits zieht es selbst aus Embsen eine Reihe Grundschüler vor, mit dem Bus nach Oedeme zu fahren, statt das gymnasiale Angebot vor Ort an der IGS zu nutzen.“ Er sieht Schule und Schulträger gemeinsam in der Pflicht: „Räumlich haben wir die Schule gut ausgestattet, das Angebot ist attraktiv, das müssen wir durch Öffentlichkeitsarbeit auch den Eltern klarmachen, zumal die IGS erst nach einer Befragung auf Wunsch von Eltern eingerichtet wurde.“ Die IGS Lüneburg könne in der Hinsicht Vorbild sein.

Bei den Gymnasien bleibt Oedeme trotz kleiner Beliebtheits-Einbußen auch nach den wochenlangen Diskussionen um Kapazitätsprobleme und Zugangsregelungen die Nummer eins mit 179 Vorab-Anmeldungen. Die Zahl regis­triert Schulleiter Dieter Stephan „recht froh“, denn sie würde genau für die angestrebte Sechszügigkeit reichen: „Auf der einen Seite freut uns natürlich die nach wie vor hohe Zahl, weil wir dadurch unsere Arbeit bestätigt sehen, auf der anderen Seite scheint sich der ganz große Druck, zu viele Schüler bei knapper Kapazität aufnehmen zu müssen, etwas zu entspannen. Gleichwohl hoffen wir, dass sich vielleicht noch der eine oder andere Schüler umentscheidet zugunsten der Wilhelm-Raabe-Schule, damit wir nicht alle sechs Klassen ganz voll machen müssen.“ Auch Wiese hofft das. Doch erfahrungsgemäß steigen die tatsächlichen Übergangszahlen zu den Gymnasien insgesamt im Sommer eher noch leicht. Das zeigt das Beispiel Oedeme aus dem Vorjahr mit 218 Vorab-Anmeldungen im Frühjahr und 231 Anmeldungen im Sommer.

Das Bernhard-Riemann-Gymnasium in Scharnebeck haben 135 Viertklässler ganz oben auf ihrem Zettel (Vorjahr: 152), die Herderschule 128 (149), die Wilhelm-Raabe-Schule hat mit 106 Schülern (77) deutlich zugelegt und liegt vor dem Johanneum 97 (95) und dem Gymnasium Bleckede 80 (49).

Bei den Oberschulen ist Scharnebeck am gefragtesten mit 99 Vorab-Anmeldungen, gefolgt von Oedeme (93), der Hugo-Friedrich-Hartmann-Schule in Bardowick (67), der Oberschule am Wasserturm (63), der Schule am Katzenberg in Adendorf (61), der Christianischule (51), Dahlenburg (37) und Neuhaus (19). Die Hauptschule in Bleckede erwartet 26 potenzielle Neuzugänge, die Realschule nebenan 41.

Thomas Wiebe, bei der Stadt zuständig für die Schulen, analysiert: „Bei unseren Schulen sehe ich keine größeren Probleme.“ Mit Blick auf die IGS in Kaltenmoor geht er davon aus, dass, um die angestrebte Leistungsmischung hinzubekommen, im Sommer wohl die meisten Kinder aus dem Topf mit den Realschulempfehlungen herausgelost werden. „Das sind derzeit 107, zwei Fünftel, die angestrebt sind, wären aber 60. Bei den Hauptschul- und Gymnasialempfehlungen haut es in etwa hin.“ In der Folge werde laut Wiebe wahrscheinlich die momentan noch schwächer als in den Vorjahren angewählte Christianischule bis zum Sommer noch eine ganze Reihe an der IGS weggeloster Schüler hinzubekommen, zumal die andere städtische Oberschule am Wasserturm kaum noch weitere Kapazitäten hat.