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Einer der Hingucker war der Citroën Roadster, Baujahr 1931.  Mit 84 Jahren zählte die Nobelkarosse aus dem Kreis Uelzen zu den ältesten Fahrzeugen beim Oldtimertreffen. Foto: ki
Einer der Hingucker war der Citroën Roadster, Baujahr 1931. Mit 84 Jahren zählte die Nobelkarosse aus dem Kreis Uelzen zu den ältesten Fahrzeugen beim Oldtimertreffen. Foto: ki

Oldtimertreffen Ellringen: eine automobile Pilgerstätte +++ mit Fotogalerie

ki Ellringen. Ein Eldorado nicht nur für Oldtimer-Freunde war am Sonntag das 200-Seelen-Dorf Ellringen in der Gemeinde Dahlenburg. Was weltweit an Automodellen vor Jahrzehnten gebaut wurde, konnte beim Oldtimertreffen bewundert werden. Vom Goggomobil, über Trabbi, Chevrolet, Rolls Royce und Lotus bis hin zu Isetta, Trojan-Heinkel, NSU Prinz sowie Hanomag stellten schätzungsweise rund 1000 Besitzer stolz ihre Schätze verschiedener Modelle und Baujahre vor. Aus ganz Norddeutschland und sogar aus den Niederlanden und Dänemark kamen sie für einige Stunden vorbei. Sie boten einen besonderen Autosalon, den es in dieser enormen Vielfalt wohl nur in Ellringen gibt. Auch die Besucherzahlen von mehr als 10000 waren wieder rekordverdächtig. Bei herrlichem Frühsommer-Wetter wurde Ellringen zu einer automobilen Pilgerstätte.

Bei der Anfahrt auf das Gelände blieb einem Teilnehmer durch das langsame Vorwärtsfahren der Porsche stehen. Nichts ging mehr, hinter ihm bildete sich auf der Hauptstraße eine mehrere Hundert Meter lange Fahrzeugschlange. Mit vereinten Kräften schoben fünf Männer, die hinter ihm mit ihren Oldies auch aufs Gelände wollten, den Porsche an. Bis in die Mittagsstunden rollten pausenlos Autos, Trecker, Motorräder und roller an. Mit viel Liebe zum Detail sind die meisten Oldtimer von ihren Besitzern restauriert worden. „Mit solch einer Isetta sind wir Ende der 50er-Jahre mit unserer Tochter nach Italien in Urlaub gefahren“, sagte schwärmend eine Besucherin. Bei den tollen Ami-Schlitten mit riesig langen Heckflossen meinte ein junger Mann, dass der Cadillac wohl schon beim Starten 20 Liter Sprit schlucke.

Da parkte ein Goggo 400, Baujahr 1963, neben einem schneeweißen Rolls Royce aus dem Jahr 1957. „Mit genug PS“ stand auf dem Hinweisschild und als Höchstgeschwindigkeit war ein Smiley angegeben. Einen Hanomag mit 90 PS der zu einem Campingwagen umgebaut wurde stellten die Schlepperfreunde Nahrenholz vor. Mancher staunte, dass eine Isetta dereinst für die Polizei mit Blaulicht und Sirene im Einsatz war. Und es gibt sie auch noch, die Volkswagen mit Brezelheckscheibe. Die Trecker-Parade war nicht weniger beeindruckend. Von einem Kramer mit 11 PS aus dem Jahr 1956, der noch immer im Einsatz ist, bis hin zum Bulldog, Hanomag und Lanz war alles vertreten.

Eine riesige Dimension hat in diesem Jahr der Teilemarkt angenommen. Für Sammler und Hobby-Restauratoren eine echte Fundgrube. Seit zwölf Jahren reist „Herbert aus Rüdesheim“ mit einem kleinen Stand mit Schleifmitteln, Putzscheiben sowie Kleinteilen schon freitags an, um seine Stammkundschaft zu versorgen. Für den 79-Jährigen ist Ellringen ein Muss.

„Wir sind diesmal an unsere Grenzen gestoßen“, sagt Ulrich Schulz vom Feuerwehr-Förderverein, der das Event mit einem großen Helferteam organisiert hat. Und der Erfolg spornt weiter an für das nächste Oldtimertreffen in Ellringen am Sonntag, 17. April, nächsten Jahres.

Fotos: kre