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Noch fährt der Zug auf der Strecke zwischen Lüneburg und Lübeck durch  ob das in absehbarer Zeit anders wird, soll in einem Monat bekannt gegeben werden. Foto: be
Noch fährt der Zug auf der Strecke zwischen Lüneburg und Lübeck durch ob das in absehbarer Zeit anders wird, soll in einem Monat bekannt gegeben werden. Foto: be

Reaktivierung von Bahnhaltepunkten

pet Adendorf. Ob es denn nun in absehbarer Zeit einen Bahnhaltepunkt in Adendorf geben wird, wissen die Adendorfer trotz langer Wartzeit immer noch nicht. Aber: Sie wissen nun, wann das Ministerium für Wirtschaft und Verkehr seine Entscheidung darüber bekannt geben wird. „In der dritten Maiwoche“, erklärte Ministeriumssprecherin Sabine Schlemmer-Kaune auf LZ-Anfrage, also in der Woche ab dem 18. Mai. Eine Tendenz, ob es denn klappt mit dem Halt in Adendorf, gibt es aus Hannover aber noch nicht.

Im Sommer 2013 startete Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) eine Initiative, ausgewählte stillgelegte Bahnstrecken, Bahnhöfe und Bahnhaltepunkte wieder für den Personenverkehr zu reaktivieren. Während die Entscheidung über die zu reaktivierenden Bahnstrecken recht zügig voranging die Strecke Lüneburg – Soltau ist aus dem Rennen, zwischen mindestens drei Strecken fällt die endgültige Entscheidung war in Sachen Bahnhaltepunkt aus Hannover fast zwei Jahre lang kaum etwas zu hören.

Schon vor der Lies-Initiative hatte Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack (SPD), ein Ex-Eisenbahner, dem Ministerium ein „Konzeptpapier zur Realisierung eines Haltepunktes“ in Adendorf zukommen lassen. Mehr als 35 Jahre ist es her, dass letztmals ein Personenzug zwischen Lüneburg, Lauenburg und Lübeck in Adendorf gehalten und Fahrgäste aufgenommen hat. Beim Ruf nach einem Haltepunkt in der Gemeinde sind sich alle im Gemeinderat vertretenen Parteien einig.

Insgesamt waren es landesweit 40 Städte und Gemeinden, die dem Ministerium Bahnhöfe und Bahnhaltepunkte nannten, die sie gern wieder in Betrieb sähen. Aber: Seit dem Aufruf des Ministeriums verlief der Informationsfluss von dort schleppend. „Nichts Neues“, musste Bürgermeister Maack immer wieder in den Gremien der Gemeinde berichten. Zuletzt, im Dezember 2014, hieß es von der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), „bis Ende des Jahres“ solle im Ministerium entschieden sein, „welche stillgelegten Bahnhöfe und Bahnhaltepunkte, die sich darum beworben hatten, wieder aktiviert werden“. Aber es blieb ruhig.

Wie die lange Wartezeit zu interpretieren sei, darüber wollte Bürgermeister Maack nicht spekulieren. Dass es in den ganzen Monaten keine Nachfragen, keine Nachforderungen von Unterlagen gegeben habe, stimme ihn eher zuversichtlich. „Da muss unsere Bewerbung wohl gut gewesen sein“, meint er.

Die vom Ministerium gestellten Voraussetzungen erfülle man ganz souverän: Eine davon ist, dass die sich um einen neuen Haltepunkt bewerbende Kommune „direkt an der Schienenstrecke“ liegt. Weiterhin muss in einem 1,5-Kilometer-Radius ein Einwohnerpotenzial von mehr als 2000 vorhanden sein, und der nächste Haltepunkt oder Bahnhof muss in mindestens drei Kilometern Entfernung liegen.

Ein möglicher Standort für einen Bahnhaltepunkt Adendorf wäre eine Fläche südwestlich des vor 1979 als Bahnhof genutzten Gebäudes, wo unter anderem auch Abstellmöglichkeiten für Pkw geschaffen werden könnten.

Von den Kosten für die Einrichtung eines Bahnhaltepunkts würde das Land Niedersachsen 75 Prozent übernehmen, die Gemeinde Adendorf hätte dann die restlichen 25 Prozent zu tragen.