Donnerstag , 8. Dezember 2016
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„Wer sich so verhält, wird das nächste Spiel nicht sehen. Wir fahren Euch nicht mehr“ -- metronom-Geschäftsführer Jan Görnemann reagiert auf die Zerstörungswut von Fußballfans am vergangenen Sonntag. Foto: t&w
„Wer sich so verhält, wird das nächste Spiel nicht sehen. Wir fahren Euch nicht mehr“ -- metronom-Geschäftsführer Jan Görnemann reagiert auf die Zerstörungswut von Fußballfans am vergangenen Sonntag. Foto: t&w

Fußball ja –Gewalt nein +++ metronom-Geschäftsführer reagiert auf Randale vom Wochenende

jp Uelzen. Mit drastischen Worten reagiert metronom Geschäftsführer Jan Görnemann auf die Zerstörung eines metronom-Zuges durch Fußballfans am vergangenen Wochenende. „Solche Chaoten werden wir künftig nicht mehr befördern. Dann bleiben die Züge eben stehen.“

Harte Worte von einem Mann, der Deutschlands größte private Eisenbahn leitet und auch die Beförderungspflicht öffentlicher Verkehrsunternehmen in Deutschland kennt. Was war geschehen?

Am vergangenen Sonntag fand das Nordderby zwischen dem HSV und Werder Bremen statt. Tausende Fußballfans reisen traditionell mit dem metronom an. Für die Eisenbahngesellschaft nichts Neues. „Das erleben wir an fast jedem Bundesliga-Wochenende: volle Züge mit feiernden Fans. Laut und anstrengend, aber zu bewältigen,“ erklärt Wilmut König, Leiter des Fahrgastservices bei metronom. „Das Wichtigste ist dabei immer die Sicherheit – vor allem für Fahrgäste, die mit Fußball nichts am Hut haben,“ so König weiter.

Mit einer Sicherheits-Strategie abgestimmt auf das Einsatzkonzept der Bundespolizei, konnte metronom die meisten Spiele und deren Fans bisher bewältigen. Die Züge waren anschließend zwar reif für die Reinigung und mussten kurz in die Werkstatt, aber andere Fahrgäste und Mitarbeiter kamen bisher immer glimpflich davon.

In den letzten Jahren gab es jedoch zunehmend Probleme mit randalierenden Fußballfans, die einzelne Wagen völlig zerstörten. So auch an diesem Wochenende zwischen Hamburg nach Bremen.

Der Zug war voll besetzt, davon ca. 300 sogenannte „Ultras“, die sich mehrere Wagen ausgesucht hatten und sie völlig zerstörten:

  • Nahezu alle Deckenplatten wurden herausgerissen und zerstört
  • Mehrere Doppelglasfensterscheiben und Fenster wurden zerstört
  • Sonnenblenden wurden komplett zerstört
  • Alle Sitze müssen aufgearbeitet werden, mehrere Sitze sind total zerstört
  • Mehrere Tische stark beschädigt

„Das Innere der Wagen war dermaßen voll mit Aufklebern und Schmierereien, dass man nicht mehr hinein- oder herausschauen konnte,“ sagt Wilmut König fassungslos. „Kurz vor Einfahrt in Bremen wurden dann noch Feuerlöscher entleert, im und am Zug Pyrotechnik gezündet. Das ist akut gefährlich und eine Straftat,“ ergänzt er.

Der zerstörte Zugverband wird für mindestens eine Woche in der Werkstatt bleiben und somit ausfallen. Die Kosten der Reparaturen sind noch nicht vollständig abzuschätzen, können insgesamt aber 100.000 € übersteigen, ein Teil davon muss metronom selbst tragen.

„Die Kosten sind das Eine – die Sicherheit der ehrlichen Fans und aller anderen Fahrgäste aber das Wichtigste“ sagt Görnemann. „In einer solchen Situation ist es für andere Fahrgäste kritisch – für Schwerbehinderte, Familien mit Kindern oder gar Kleinkinder unzumutbar, mit dem Zug zu fahren. Denn nicht jeder will ins Stadion. Hier wurde eine Grenze überschritten.“ so Görnemann weiter.

Für metronom stellen diese randalierenden Fans eine akute Gefährdung für Fahrgäste und Mitarbeiter dar. „Dies werden wir künftig nicht mehr in Kauf nehmen. Die Strategie der Bundespolizei und der Sicherheitskräfte am Bahnsteig (DB Konzernsicherheit) hat an diesem Wochenende leider wieder versagt. Wir erwarten regulierende Einsatzkräfte am Startbahnhof, im Zug und am Zielbahnhof. Diese gab es definitiv zu wenig“ fasst Görnemann zusammen.

„Wir sagen den Chaoten somit klipp und klar: „Wer sich so verhält, wird das nächste Spiel nicht sehen. Wir fahren Euch nicht mehr“.

metronom müsse dem Bremer Innensenator Ulrich Mäurer beipflichten und mit ihm die Forderung unterstützen, dass sich die millionenschweren Vereine endlich an den Sicherheitsmaßnahmen und -Kosten beteiligen. Bisher verweigern die Vereine hier jede konkrete Zusammenarbeit.

Ähnlich verhält es sich mit dem Datenschutzbeauftragten des Landes. Seit langem fordern die Verkehrsunternehmen, die Sicherheitsmaßnahmen, z.B. durch Videoüberwachung in den Zügen, effektiver einsetzen zu können. Dagegen wehrt sich der Datenschutzbeauftragte und fordert sogar das Reduzieren dieser wirkungsvollen Maßnahmen. metronom fordert auch hier eine effektive und schnelle Zusammenarbeit.

„Bis es bei den Vereinen und Fans ein deutliches Umdenken gibt, setzen wir uns dafür ein, Randalierer nicht mehr zu befördern.“ betont Görnemann. „Alle anderen Fahrgäste werden es uns danken!“

 

11 Kommentare

  1. Mir ist die Problematik dieses Themas durch eigene Erfahrung bekannt. Ich kann nur hoffen, dass der Geschäftsführer der metronom mit seiner Initiative Erfolg haben wird. Es reicht schon lange nicht mehr nur die allwöchentlichen Schäden zu dokumentieren und sehr kostenaufwändig zu beseitigen. Es herrscht in den Zügen Anarchie; es entsteht ein scheinbar rechtsfreier Raum in dem nur Gewalt herrscht. Dagegen muss endlich vorgegangen werden und darum freue ich mich außerordentlich über diesen überfälligen Schritt. Auch der Vorstoß von Bremen, die reichen Fußballvereine an den Kosten der Sicherheitsmaßnahmen zu beteiligen, ist genau der richtige Schritt. Wenn ein Bürger absichtlich im öffentlichen Raum Straftaten begeht, dann kann er nicht durch den Datenschutz vor Verfolgung gefeit sein. Jeder Reisende hat das Recht vor den Randalierern geschützt zu werden und ein Verkehrsunternehmen hat die Pflicht dieses zu tun. Bahnfahrten muss angstfrei möglich sein.

  2. Dies sollte auch für Busse umgesetzt werden. Bei einem Eishockeyspiel war unser Bus komplett in der Hand von Hamburger Eishockey Fans :o( Sie hüpften rum und wir fürchteten schon, dass der Bus in einer Kurve umkippt. Leute trauten sich nicht auszusteigen, weil sie bepöbelt wurden. Der Busfahrer war sichtlich überfordert und ängstlich und die Polizei sagte nur, er müsse fahren und sie können nichts machen obwohl sie da schon wie bekloppt im Bus rumsprangen und der Bus aufsetzte. Beim Aussteigen konnte man sehen, dass Zigarettenkippen und Alkoholflaschen rumlagen, außerdem wurde der Busfahrer beschimpft und mit einer Flüssigkeit bespritzt (Brause oder so). Ein Mitfahrer musste mehrere Haltestellen zurücklaufen und der Busfahrer war nicht mehr in der Lage weiterzufahren. Die Polizei hat zwar am Eisstadion gewartet aber es wurde nichts gemacht. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl, dass unterschwellige Agressionen auch gegen den Busfahrer vorhanden waren. Von den „Fans“ kam dann noch einer und hat sich für das Verhalten seiner Leute entschuldigt, aber das ist angesichts des Schadens wohl eine Farce.

  3. Leider ist es inzwischen schon soweit gekommen, dass wir uns als normale Reisende genau im Bundesliga-Spielplan umsehen und Ausflüge Richtung Hamburg oder Hannover nicht machen, wenn man Gefahr laufen würde, mit Fußballchaoten in einem Zug sitzen zu müssen.
    Von daher unterstütze ich den Vorstoß des Metronom-Chefs, diese Chaoten von der Beförderung auszuschließen.
    Den Datenschutzbeauftragten sollten man mal eine Fahrt in einem solchen Chaotenzug empfehlen. Vielleicht ändert sich dann ja seine Meinung, wenn er selbst Opfer eines Angriffs wird.
    Es ist schon traurig, wie weit es in Deutschland schon gekommen ist.

  4. Solche „Fans“ sollte man einfach aufknüpfen. End of story.

  5. Wenn die Stimmung im Zug ein nervt soll man Sonderzüge einsätzen.Das verhalten von der Bundespolizei in Bremen ging garnicht man wurde beleidigt und geschubst !!! NUR DER HSV 1887 🙂

    • Und wer bezahlt die Sonderzüge. Was ist denn das für eine Meinung. Hier wird ja denn noch die Gewalt unterstützt. Sonderzüge sind insgesamt gesehen nicht verkehrt aber auch in ihnen gelten die allgemeinen Gesetze.
      Also – war randaliert wird bestraft und die Kosten trägt selbstverständlich u. a. der, welcher mit diesen Chaoten auch noch sein Geld verdient. Teilweise wird ja hier sogar Gesundheit und Leben anderer gefährdet. Mit welch einem Recht nehmen sich eigentlich die Fußballvereine die Meinung heraus, sie haben nichts damit zu tun?

    • Vermutlich hast du selbst im Zug mitgemacht!

    • DAS hat nun wirklich nichts mehr mit „Stimmung“ zu tun. Falls jemand dieses Verhalten in Ordnung findet, sollte er sich dringend in ärztliche Behandlung begeben.

    • Wie bitte? Das Verhalten der Polizei ging gar nicht? Ar…..loch. Nie wieder HSV. Wird Zeit, dass das Bundesligaurgestein niedere Luft schnuppert. Aber die bekloppten (nicht die wirklichen) Fans werden auch in der 2. Liga in der ersten Reihe stehen (wollen) und ihr Asi-Gehabe pflegen. Euch braucht einfach niemand!

    • Klar doch, Schuld hat mal wieder die Polizei. Holigans und Chaoten können randalieren, ganze Eisenbahnzüge demolieren und die Gesellschaft hat das zu akzeptieren ?? Für solche Randalierer sollten Bootcamps eingeführt werden, schleifen, bis das Wasser im Arsch kocht.

    • @ Oliver ……. Ich versuche jetzt mal Deiner Argumentation zu folgen. Weil die Polizei schupst und beleidigt … darfst „du“ Eisenbahnzüge (von 3.) zerstören ?! Und bei Sonderzügen ist die Zerstörung nicht so schlimm ? Interessant Interessant ….tust du mir einen Gefallen ?! Bei der nächsten Bundestags-/Landtags-Wahl …. bitte geh nicht wählen !!