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Bis in den September hinein stehen die Lüneburger Feuerwehrflieger wieder bereit. Foto: t&w
Bis in den September hinein stehen die Lüneburger Feuerwehrflieger wieder bereit. Foto: t&w

Auf Wolke 112: Lüneburger Feuerwehrflugdienst startet in die Saison

lj Lüneburg. Der Feuerwehrwagen rast auf die Waldkante zu. Unter dem Schatten des Flugzeugs wirkt es so klein wie ein roter Käfer. „An der nächsten Gabelung rechts, dann seid ihr da“, spricht Flugbeobachter Stephan Meier in sein Headset und beobachtet konzentriert die Route des Feuerwehrwagens aus dem Cockpit heraus. Um das Fahrzeug unter ihnen nicht aus dem Blick zu verlieren, fliegt der neben ihm sitzende Pilot die rot-weiße Cessna C206 mit der Aufschrift Feuerwehr in eine enge Linkskurve. Ein Gefühl wie in der Achterbahn drückt das Team des Feuerwehrflugdienstes in ihre Sitze.

Dieser Flug ist lediglich zu Übungszwecken: „Ein Überwachungsflug in Kurzfassung“, erklärt Stephan Meier beim traditionellen „Anfliegen“ am vergangenen Sonnabend auf dem Flugplatz Lüneburg. Stephan Meier ist Teil des ehrenamtlichen Teams der Freiwilligen Feuerwehr, das ab April bis in den September hinein als Lüneburger Feuerwehrflugdienst die großen Waldgebiete im Umland aus der Luft auf Brände kon­trolliert. Sobald die Waldbrandgefahrenstufe 5 ausgerufen wurde, steigen stets ein ehrenamtlicher Pilot und ein Flugbeobachter der Feuerwehr mit einem Berufsförster der Landesforsten ins Cockpit der kleinen Propellermaschine, für drei bis vier Rundflüge am Tag. „Unsere Route geht von Lüneburg über Neuhaus, Dannenberg und Gorleben bis nach Bodenteich und Buchholz,“ erklärt Torsten Hensel, Luftstützpunktleiter in Lüneburg.

In Niedersachsen gibt es zwei solcher Stützpunkte, in Lüneburg und Hildesheim. Der Feuerwehrflugdienst Lüneburg ist dabei mit seiner eigenen Maschine deutschlandweit einmalig, betrieben wird er vom Landesfeuerwehrverband Niedersachsen.

„Wir bieten eine nützliche Unterstützung im Gesamtsystem,“ sagt Kreisbrandmeister Torsten Hensel stolz, „vor allem sind wir eine Ergänzung zum Automatischen Waldbrandfrüherkennungssystems (AWFS). Das sind moderne Kameras auf hohen Masten, die Gebiete mit Waldbrandrisiko technisch überwachen.“ Was die Kameras nicht leisten können, ist neben dem frühen Erkennen von Feuer die Koordination der Brandbekämpfung. „Als ankommender Einsatzleiter im Waldgebiet findet man oft das Feuer vor lauter Bäumen nicht,“ erklärt Sven Bohnsack-Porten, der leitende Pilot des Feuerwehrflugdienstes, „wir lotsen die Einsatzfahrzeuge dann von oben zum Ort des Brandes. Wenn der Wind plötzlich dreht und das Feuer in eine andere Richtung treibt, haben wir aus der Luft ebenfalls die Möglichkeit, dies schnell zu erkennen und die Kollegen unten zu warnen.“ Als „Auge des Einsatzleiters aus der Luft“ beschreibt Stephan Meier diese besondere Aufgabe des Feuerwehrflugdienstes. Beim Anfliegen, den ersten Rundflügen im neuen Jahr, bereitet sich das Team mit Vorfreude und Konzentration auf diese Herausforderungen vor: „Wir machen uns nach der Winterpause wieder mit den Abläufen, dem Funkverkehr, dem Kartenmaterial und der Maschine vertraut zum Reinkommen,“ sagt Stephan Meier. Hinter ihm hebt die rot-weiße Cessna bereits knatternd zum nächsten Übungsflug Richtung Wolken ab.

Kreisübergreifende Waldbrandübung am Boden

Eine große Einsatzübung stand jetzt bei der Kreisfeuerwehr Harburg im Heidekreis an. Das Szenario: Nach wochenlanger Trockenheit hatte sich ein ausgedehnter Waldbrand im Druhwald an der Grenze zum Landkreis Harburg entwickelt. Durch starke Winde aus Nord wurde das Feuer angefacht und auf die Ortschaft Steinbeck/Luhe zugetrieben.

Aufgabe der Feuerwehreinheiten aus dem gesamten Harburger Kreisgebiet war es, das Feuer an einer Riegelstellung vor dem Ort zu stoppen. Vier Brandbekämpfungs-, Wassertransport- und Wasserförderungszüge der Kreisfeuerwehrbereitschaft unter Leitung des stellvertretenden Abschnittsbrandmeisters Elbe, Torsten Lorenzen aus Ehestorf, wurden dazu alarmiert und in Richtung Steinbeck in Marsch gesetzt. Unterstützt wurden sie von den Tanklöschfahrzeugen aus Steinbeck und Evendorf.

An der Luhe in der Nähe von Steinbeck wurden Tragkraftspritzen in Stellung gebracht und mit mehreren kilometerlangen Schlauchleitungen Löschwasser in das Waldgebiet gefördert. Mit den Tanklöschfahrzeugen wurde zusätzlich ein Pendelverkehr eingerichtet. Beobachtet wurde die vom Kreisbereitschaftsführer Norbert Petersen und Evendorfs Ortsbrandmeister Thorsten Meyer ausgearbeitete Übung vom designierten Kreisbrandmeister Volker Bellmann, Abschnittsleiter Heide, Sven Wolkau, und dem stellvertretenden Gemeindebrandmeister der Gemeinde Bispingen, Fred Hoyer. Das Übungsziel konnte in weiten Teilen erreicht werden, erkannte Mängel sollen bei einer Nachbesprechung aufgearbeitet werden, heißt es bei der Harburger Kreisfeuerwehr.