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Die erste Sitzung des Dialogforums Schiene Nord fand in Celle statt. Auch am Freitag wird wieder mit Protesten gerechnet. Foto: A/t&w
Die erste Sitzung des Dialogforums Schiene Nord fand in Celle statt. Auch am Freitag wird wieder mit Protesten gerechnet. Foto: A/t&w

Y-Trasse: Gutachten sorgt für Diskussionsstoff

dth Lüneburg/Celle. Eine Woche später als zugesagt, ist den Teilnehmern des „Dialogforums Schiene Nord“ Anfang der Woche eine Kosten-Nutzen-Betrachtung der insgesamt zehn alternativen Varianten zur umstrittenen Y-Trasse vorgelegt worden. Das 73-seitige Gutachten „Lösungsmöglichkeiten für die Engpässe der Schieneninfrastruktur im Raum Hamburg — Bremen — Hannover“, erstellt vom Freiburger Büro „BVU Wirtschaft + Verkehr GmbH“, dürfte für viel Diskussionsstoff sorgen.

Für Interessierte lädt zudem der CDU-Kreisverband zu einer Diskussion am Freitag, 24. April, ab 19 Uhr in Schencks Gasthaus in Amelinghausen ein. Als Experte ist Dr. Carsten Hein geladen. Dr. Hein ist ehemaliger Geschäftsführer der Metronom Eisenbahngesellschaft und unterstützte als Berater zuletzt den Verkehrsclub Deutschland (VCD) bei der Ausarbeitung der sogenannten Breimeier- beziehungsweise VCD-Variante, die ebenfalls neu in die Alternativ-Betrachtung zur Y-Trasse aufgenommen wurde.

Im BVU-Gutachten schneidet die VCD-Variante, die teilweise über die stillgelegte Buchholzer Bahn verläuft, bei der Kostenbetrachtung mit am besten ab. So wie die von Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt forcierte Variante aus der Kombination von Heidebahn und dem südlichen OHE-Netz kommt die VCD-Variante in eingleisiger Ausführung auf 1,3 Milliarden Euro Investitionskosten und ist damit die günstigste. Die teuerste Variante mit 2,3 Milliarden Euro Investitionskosten ist laut BVU die Neubaustrecke Ashausen-Unterlüß.

Wie berichtet schneidet in dem Gutachten unterm Strich aber das klassische Y am Besten ab — allerdings nur ganz knapp vor der Neubaustrecke Ashausen-Unterlüß, die auch den Landkreis Lüneburg durchschneiden würde. Ob es den Landkreisen, Kommunen und Bürgerinitiativen gelingt, bis zum Dialogforum eine qualifizierte Stellungnahme zu dem 73-seitigen Papier zu erarbeiten, wird sich am Freitag in Celle zeigen.

Die von BVU vorgelegte Schnellbewertung ist auch auf der Internetseite www.dialogforum-schiene-nord.de öffentlich verfügbar ist. Vom Land Niedersachsen wurde das Dialogforum Schiene Nord eingerichtet, um mit Vertretern der Region darüber zu sprechen, wie Güter aus dem Norden über die Schiene nach Süden transportiert werden können. Zahlreiche Varianten werden diskutiert und sorgen für Unmut bei den Betroffenen. Die Teilnehmerzahl am Dialogforum ist begrenzt, aus dem Landkreis Lüneburg sind es weniger als zehn Personen.

Weitere Infos unter www.landkreis-lueneburg.de/schiene-nord.

One comment

  1. Karsten Hilsen

    „(…)darüber zu sprechen, wie Güter aus dem Norden über die Schiene nach Süden transportiert werden können(…)“ (Zitatende)

    Mit DIESER Fragestellung haben sich die kritischen Bürger schon in die Falle locke lassen, aus der heraus sie nur verlieren können.

    Die treffendere Frage muß lauten, OB und WARUM und WELCHE Güter über die Schiene nach Süden transportiert werden.
    Und ob und warum und inwiefern diese Transporte sinnvoll, erwünscht oder vermeidbar sind.

    So werden, um ein besonders groteskes Beispiel zu nennen, tausende! Tonnen Uranerzkonzentrat („Yellow Cake“) im Hamburger Hafen auf die Schiene umgeladen um dann längs durch Deutschland und weiter durch Frankreich nach Südfrankreich (nach Malvesi) gefahren zu werden.

    Dieses radioaktive Material stammt zum weit überwiegenden Teil aus Kasachstan, Usbekistan und Namibia. Also Länder, die weiter im Süden liegen, als die südlichste Grenze Deutschlands.