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Nicht nur die Zehntscheune, sondern auch das ehemalige Gasthaus Fehlhaber in St. Dionys sieht Projekt-Entwickler Udo Barth als Juwel, das in einem Gesamtkonzept zu neuem Glanz kommen könnte. Foto: t&w
Nicht nur die Zehntscheune, sondern auch das ehemalige Gasthaus Fehlhaber in St. Dionys sieht Projekt-Entwickler Udo Barth als Juwel, das in einem Gesamtkonzept zu neuem Glanz kommen könnte. Foto: t&w

Eine Vision für St. Dionys

dth St. Dionys. Der Projektentwickler und Unternehmer nennt es selbst eine Vision. Und sie baut auf einem 45 Jahre alten Traum auf, der bereits zum großen Teil Realität ist. Udo Barth sitzt auf der Terasse seines Hauses am Rand des Kiefernwaldes in St. Dionys. Die Abendsonne scheint dem 71-Jährigen ins Gesicht, als er von der Idee spricht, das in den 1970er-Jahren begonnende Projekt Heidedorf, das einst Drehort für eine Fernsehserie war, abzurunden. Damals stampfte er mit finanzieller Unterstützung des Berliner Filmproduzenten Heinz Willeg und dessen Kompagnon Mohr von Chamier 22 Eichenbalken-Fachwerkhäuser mit Reetdächern für sechs Millionen D-Mark aus dem Boden, das sogenannte Heidedorf als Ergänzung des damals neuen 18-Löcher-Golfplatzes. Der Golf-Club, den Udo Barth nach einem inspirierenden Bahamas-Urlaub aufzog, hat Karriere gemacht. Jetzt will Barth einen neuen Anlauf unternehmen und wirbt für die Entwicklung eines „Resorts St. Dionys“ für geschätzte elf Millionen Euro.

„Der Golfplatz in St. Dionys gehört heute zu den Top-Ten der deutschen Golfplätze“, sagt Barth stolz. Das Thema Golf will er nun als Vehikel nutzen, um in dem Dorf ein Freizeit-Resort zu schaffen, das brachliegende Baudenkmäler und alte Gastronomiebetriebe wieder mit neuem Leben erfüllen soll. Dabei hat er nicht nur ein Auge auf die alte Zehntscheune neben dem ehemaligen Gasthaus Fehlhaber geworfen, sondern auch auf das Gasthaus selbst. Die aktuellen Eigentümer hatten zuletzt das Gebäude vom Denkmalschutz befreien lassen und eine Abrissgenehmigung erwirkt.

Passiert ist seitdem nichts außer, dass die Feuerwehr darin eine Übung durchgeführt hat. Barth: „Als Einzelkämpfer hat man kaum eine Chance, so ein Gebäude wirtschaftlich zu sanieren und zu unterhalten.“ Aber eingebunden in ein Gesamtkonzept, nach dem Grundsatz „Gemeinsam sind wir stark“, hätten nicht nur die alten Gasthäuser oder das Haupthaus im Heidedorf, das einst als Hotel mit 50 Betten geplant war, eine neue Zukunft. Und dafür liefert Barth jetzt die Blaupause.

„Ein Gastronom kann in St. Dionys nur überleben, wenn es ganzjährig Übernachtungsgäste gibt, der Übernachtungsgast kommt aber nur, wenn es Angebote für Sport, Tagungen und Feierlichkeiten in St. Dionys gibt“, ist Barth überzeugt, nach dem Motto „Alles für alle und das zur gleichen Zeit“. Barth skizziert seine Vision im Freizeit-Resort St. Dionys so: „Mama macht Beauty, Papa geht golfen, Sohn zum Angeln und Tochter auf den Bauernhof zum Reiten“. Für den Bauernhof-Teil schaut Barth auch auf das Baudenkmal Gut St. Dionys, das gegenüber dem Kirchturm zum Verkauf steht. Insgesamt böten die verschiedenen Objekte ein Potenzial für 100 bis 120 Gästebetten.

Insgesamt sechs Module umfasst das Konzept von Barth, der das Projekt mit seiner Projektentwicklungsgesellschaft „Pdi Project Development International Holding GmbH“ begleiten würde. Dazu gehört auch die Erweiterung des Golfplatzes um neun Löcher beziehungsweise rund 15 Hektar reine Rasenfläche im nördlichen Teil des Dorfes sowie auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Brietlingen. In der Projektskizze geht der erweiterte Teil über den Neetze-Kanal hinaus. Dieser soll nach Barths Vorstellung verlegt werden und den Golfplatz durchfließen sich schlängelnd wie ein natürlicher Fluss. Mit der Erweiterung könne der Golf-Club zusätzliche Gastgolfer versorgen und Übernachtungsgäste anlocken. Barth: „Wir könnten 80 Arbeitsplätze schaffen, davon 40 in Vollzeit, 20 in Teilzeit und 20 als Saisonkräfte.“

Die Herausforderung: Die verschiedenen Objekte sind in Besitz verschiedener Eigentümer. Barth: „Wir brauchen eine konzertierte Aktion aller Akteure, um erfolgreich einen Investoren-Pool zu gewinnen.“ Die Gespräche wolle er in den nächsten Tagen dazu führen und baut auch auf die Unterstützung der Gemeinde Barum.

Vorgestellt hatte Barth sein Konzept kürzlich bei der öffentlichen Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Barum. Auf LZ-Nachfrage sagt Bürgermeister Torsten Rödenbeck (CDU) zu Barths Vision: „Es wäre schön, wenn die Ortschaft St. Dionys nach Jahren aus dem Dornröschenschlaf erwacht und auch die Gastronomie wieder belebt wird. Soweit die Gemeinde helfen kann, stehen wir gerne mit Rat und Tat zur Seite.“