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Auf der rot hervorgehobenen Fläche direkt am denkmalgeschützten Lauenburger Fürstengarten soll ein 120-Betten-Hotel entstehen. Die entsprechenden Verträge sind jetzt mit einem chinesischen Investor unterzeichnet worden. Foto: A./tja
Auf der rot hervorgehobenen Fläche direkt am denkmalgeschützten Lauenburger Fürstengarten soll ein 120-Betten-Hotel entstehen. Die entsprechenden Verträge sind jetzt mit einem chinesischen Investor unterzeichnet worden. Foto: A./tja

Vereinbarung unterzeichnet: Millionencoup für Lauenburg

lno/ml Shanghai. Ein chinesischer Unternehmer investiert im Raum Lauenburg an der Elbe bis zu 100 Millionen Euro in den Bau eines Hotels und einer Hefefabrik. Entsprechende Vereinbarungen seien gestern in Shanghai besiegelt worden, teilte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) mit.

Investor ist der Unternehmer Yongqiang Chen, der vor einem Jahr über seine Firmengruppe PuRen den Lübecker Flughafen übernommen hat. Das geplante Fünf-Sterne-Hotel soll in Lauenburg auf dem Schlossberg direkt am Fürstengarten gebaut werden. Mit dem Hotel und der Fabrik für medizinische Hefe sollen im Kreis Herzogtum Lauenburg mit einem Investitionsaufwand von 80 bis 100 Millionen Euro rund 130 neue Dauer-Arbeitsplätze geschaffen werden, 60 im Hotel und 70 in der Fabrik.

„Das ist eine erhebliche Investition für den Kreis Herzogtum Lauenburg und zugleich ein Beleg dafür, dass die seit 30 Jahren bestehende Provinzpartnerschaft Schleswig-Holsteins mit der Region Zhejiang ebenso Früchte trägt wie das seit 20 Jahren bestehende Schleswig-Holstein Business Center in Hangzhou“, sagte Meyer. „Hier können wir in aller Bescheidenheit sagen: Auf diesem Feld haben wir gegenüber den anderen Bundesländern die Nase vorn.“

Die seit Montag laufende Delegationsreise mit über 43 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sei auch über die vereinbarte Großinvestition hinaus ein großer Erfolg, sagte Meyer. „Wir haben in zahlreichen Gesprächen mit Unternehmern, Regierungsvertretern oder Wissenschaftlern sehr konkrete Vereinbarungen treffen und unsere Partnerschaft weiter festigen können.“

Wesentlichen Anteil an dem Millionencoup für Lauenburg hat auch der Bürgermeister der Elbestadt, Andreas Thiede, der in Shanghai ebenfalls dabei war. Bei seinem Dienstantritt 2011 hatte der damalige Wirtschaftsförderer der Nachbarkommune Schwarzenbek seine Kontakte mitgebracht auch nach China. Erst im vergangenen November hatte Thiede bei seiner Chinareise auch den Unternehmer Chen getroffen. Schon damals gab sich Lauenburgs Rathauschef zuversichtlich: „Wir haben einen Mix aus schriftlichen und mündlichen Vereinbarungen mitgenommen“, sagte Thiede im LZ-Interview. „Man muss offen sein für neue Wege, der nach China ist so einer. Dort ist das Kapital vorhanden, außerdem möchte man sich neue Märkte erschließen.“ Ohne Geduld sei der Weg jedoch nicht von Erfolg gekrönt. „Man braucht einen gewissen Atem, wenn aber der Knoten durchschlagen ist, wird es Schlag auf Schlag gehen.“ Nun ist es offenbar so weit.

Die Pläne für ein Fünf-Sterne-Hotel am Schlossberg hatte Projektentwickler Gert Prantner bereits im März 2012 vorgestellt. Auf 20 Millionen Euro bezifferte der ehemalige Direktor des Hamburger Hotels „Vier Jahreszeiten“ das Investitionsvolumen für das Gebäude mit 120 Zimmern, angeschlossenem öffentlichem Gesundheitszentrum sowie Veranstaltungs- und Tagungsräumen. Neben zahlreichen Hotels unter anderem in Moskau, Rom und Zürich hat Prantner auch die Wolfsburger Autostadt entwickelt.