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Rolf Albert aus der Samtgemeinde Grafschaft Hoya hat zwar seine Yamaha daheim gelassen, kann dafür aber auf einer Ducati Monster Wheelies ausprobieren: Wie fühlt es sich an, wenn man auf nur einem Reifen fährt? Foto: be
Rolf Albert aus der Samtgemeinde Grafschaft Hoya hat zwar seine Yamaha daheim gelassen, kann dafür aber auf einer Ducati Monster Wheelies ausprobieren: Wie fühlt es sich an, wenn man auf nur einem Reifen fährt? Foto: be

StartUp-Day in Embsen: Biker begrüßen den Frühling + + + Mit LZplay-Video

kre Embsen. Gut, das Wetter präsentierte sich nicht unbedingt von seiner schönsten Seite. Noch am Morgen mussten die Organisatoren und Aussteller des traditionellen StartUp-Days auf dem Gelände des ADAC-Fahrsicherheitszentrums Lüneburg ihre Stände und Zelte im strömenden Regen aufbauen.

Trotzdem konnte so mancher Biker dem zunächst ziemlich verregneten Sonntag auch seine guten Seiten abgewinnen. So ein Schiet-Wetter trennt schließlich die Spreu vom Weizen — die echten Biker von den Schönwetterfahrern, den ,,Posern“. Aber die, die den Weg nach Embsen auf das Gelände des ADAC-Fahrsicherheitszentrums gefunden hatten, die bereuten ihr Kommen nicht. Auf sie wartete ein buntes, informatives und vor allem auch spannendes Programm rund um das Thema Motorrad. Und ab dem frühen Nachmittag dann auch noch zeitweilig die Sonne.

Die zweifellos weiteste Anreise hatte Ralf Moeglich, der eigens aus Namibia angereist war, um sich den StartUp-Day anzuschauen. Moeglich, ein alter Weggefährte von Bernd Beer, dem Geschäftsführer des ADAC-Fahrsicherheitszentrums, zeigte sich von der Veranstaltung beeindruckt. ,,Nur das Wetter ist in Namibia eindeutig besser“, sagte der Motorrad-Reiseveranstalter schmunzelnd.

Aus Warpe — einer Gemeinde der Samtgemeinde Grafschaft Hoya — hat Rolf Albert den Weg nach Embsen gefunden. „Aufgrund des Wetters aber mit dem Auto“, gesteht der Maurermeister, der seine Yamaha XT 600 zu Hause in der Garage hat stehen lassen. Zweiradspaß findet der 49-Jährige trotzdem — zum Beispiel auf der ,,Ducati Monster“, die auf einem speziellen Rollstand aufgebaut ist. Schnell wird klar, warum: Auf dem Italo-Bike können gefahrlos Wheelies ausprobiert werden. ,,Besser bei uns als auf der Straße“, findet Bernd Beer, denn außerhalb des ADAC-Geländes kann die Fahrt auf dem Hinterrad auch schnell mit einem Sturz enden.

Bei aller Begeisterung für Bikes, Technik und PS — das Thema Sicherheit begegnet den Besuchern des StartUp-Days während ihres Rundgangs immer wieder. Zum Beispiel am Stand von Uwe Schröder und Andreas Dobslaw. Wer möchte, kann bei den beiden Hauptkommissaren in Sekundenschnelle am eigenen Leib erfahren, wie wackelig und unkoordiniert das Laufen wird, wenn man bis zu 1,5 Promille Alkohol im Blut oder sich mit Drogen zugedröhnt hat. Alles dreht sich, alles ist nur noch verzerrt und verschwommen zu sehen — Dank der Rauschbrillen, die die beiden Hauptkommissare Interessierten aufsetzen.

„Für uns sind die StartUp-Days eine prima Gelegenheit, mit den Motorradfahrern ins Gespräch zu kommen“, sagt Schröder, und Dobslaw ergänzt: ,,Wir sehen unsere Anwesenheit hier als eine Ausweitung unserer ,Rosa-Rollstuhl-Aktion im Amt Neuhaus.“ Mit den ausgedienten ,,Rollis“ an der Bundesstraße 195 hatten die Behörden die Motorradfahrer sensibilisiert, nicht allzu sorglos am Gasgriff ihrer Maschinen zu drehen. Damit der Hilfsfonds für verunglückte Motorradfahrer (HfvM), ein gemeinnütziger Verein, erst gar nicht aktiv werden muss. Auch der präsentierte sich jetzt in Embsen, stellte sich und seine Arbeit vor.

Motorradfahren ist faszinierend, aber auch gefährlich, heißt es in dem Flyer des Vereins. Jedes Jahr verunglücken mehr als 20000 Motorradfahrer in Deutschland, 16 Prozent von ihnen tödlich. „Der Verein versteht sich als eine Anlaufstelle für unverschuldet verunglückte Biker“ erklärt Jörg M. Brandt und fügt hinzu: ,,Wir sind froh und dankbar, dass wir unseren Verein und unser Anliegen beim StartUp-Day präsentieren dürfen.“

Das allerdings war bis vor wenigen Tagen noch alles andere als klar: ,,Wir sind froh, dass die Veranstaltung überhaupt noch stattfinden konnte“, sagt Bernd Beer, denn die Genehmigung erhielt der Geschäftsführer erst in allerletzter Sekunde. Drei Wochen vor der Veranstaltung sei seinen Worten zufolge plötzlich ein umfassendes Rettungskonzept — mit Hinweis auf die Love-Parade — gefordert worden. Und dann ging auch noch die zuständige Sachbearbeiterin beim Kreis in den Urlaub. Beer und sein Kollege Thomas Fengler können sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Hürden für diese Veranstaltung besonders hoch gelegt wurden. „Was wirklich schade ist, denn das Fahrsicherheitszentrum trägt nicht nicht nur Lüneburg im Namen, es macht auch Werbung für die Hansestadt und die Region weit über die Grenzen hinaus.“