Aktuell
Home | Lokales | Auto Club Europa zieht Bilanz: der gefährliche Griff zum Handy
Günter Schwarz (r.) und Thomas Baas vergleichen ihre Zählungen und kommen beide auf 44 Verstöße. Foto: t&w
Günter Schwarz (r.) und Thomas Baas vergleichen ihre Zählungen und kommen beide auf 44 Verstöße. Foto: t&w

Auto Club Europa zieht Bilanz: der gefährliche Griff zum Handy

rast Lüneburg/Adendorf. „Mehr als erschreckend“ ist die Bilanz eines Handy-Tests bei Autofahrern laut Günter Schwarz, dem Kreisvorsitzenden des Auto Clubs Europa (ACE). Mit ACE-Mitglied Thomas Baas hatte er sich am Sonnabend von 9.59 bis 11.47 Uhr an der Kreuzung an der Artlenburger Landstraße in Höhe des Adendorfer Marktkaufs postiert und Autos, Busse und Lastwagen beobachtet, die Richtung Lüneburg fuhren. Mit der Aktion wollte der Club auf die Gefahr des Telefonierens am Steuer aufmerksam machen. Schwarz weiß: „Allein bei einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde fährt man über eine Strecke von 15 Metern nahezu blind, wenn man an einem Telefon oder einem anderen Gerät hantiert und den Blick nicht nach vorne richtet.“

In den 108 Minuten registrierte das ACE-Duo etliche Verstöße gegen das Handy-Verbot, das die Fahrer bei einer polizeilichen Kontrolle 60 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg gekostet hätte. Günter Schwarz: „44 Personen haben entweder telefoniert oder Nachrichten geschrieben. Darunter auch ein Busfahrer im Linienverkehr in voller Fahrt mit Fahrgästen, allerdings nicht von einem Lüneburger Unternehmen.“ Auffallend sei gewesen, dass in vielen Fahrzeugen, vorrangig in Sprintern, mit Werbeaufdrucken telefoniert worden sei, also in Firmenwagen.

Nach dieser Stichprobe scheinen Männer lieber zu telefonieren als SMS zu verschicken: „16 Männer und sieben Frauen haben telefoniert, beim Tippen lagen die Frauen vorne.“ Und der größte Teil der Verkehrssünder sei „jüngeren bis mittleren Alters, also bis etwa 45 Jahre“ gewesen.

Die Tester hatten sich bei dieser Aktion keine Kennzeichen notiert, denn es geht ihnen nur darum, auf das große Unfallgefahrenpotenzial bei der Handy-Nutzung am Steuer hinzuweisen. Schwarz: „Freisprecheinrichtungen sind eine Alternative.“

Die Aktion brachte übrigens noch eine weitere Erkenntnis: „Wir haben an der Kreuzung mit dem grünen Pfeil etliche Verstöße gesehen. Viele Fahrer haben bei Grün angehalten, weil sie den grünen Pfeil wohl nicht kennen.“

Der Auto Club wird diese Aktion in Kürze an einem Wochentag in Lüneburg oder in Adendorf wiederholen, teilt allerdings nicht mit, wann und wo gezählt wird.