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Der Ärger um den Bau des Dorfgemeinschaftshauses in Barendorf ist noch nicht ausgestanden. Zumindest nicht für den Architekten. Die Gemeinde hat ihn jetzt verklagt. Foto: be
Der Ärger um den Bau des Dorfgemeinschaftshauses in Barendorf ist noch nicht ausgestanden. Zumindest nicht für den Architekten. Die Gemeinde hat ihn jetzt verklagt. Foto: be

Barendorf: Gemeinde verklagt Architekten

cw Barendorf. Die Gemeinde Barendorf geht in die Offensive: Vier Jahre nach Fertigstellung des überteuerten Anbaus an das Dorfgemeinschaftshaus will die Gemeinde den verantwortlichen Architekten verklagen. Das teilte Gemeindedirektor Dennis Neumann während der jüngsten Ratssitzung mit. „Die Untersuchungen ergaben, dass der Architekt für das Problem verantwortlich gemacht werden muss“, so Neumann. „Wir werden auf Schadensersatz klagen.“ Die Klage wurde bereits beim Landgericht eingereicht, die Klagesumme belaufe sich auf 107474 Euro. Der Architekt selbst wollte sich gestern auf LZ-Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern: ,Ich habe die Angelegenheit meinem Anwalt übergeben.“

Das Dorfgemeinschaftshaus Barendorf ist 2011 entstanden, als das damalige Sportlerheim komplett umgebaut wurde und einen Anbau bekam. Schon während der Bauphase kamen Diskussionen über vermehrte Kosten auf, doch die Barendorfer hielten die Füße still. Bei der Kommunalwahl verlor die SPD die Mehrheit im Rat — das Bürgerforum ist jetzt am Ruder.

Immer wieder wurde versucht, die Ursachen für die Kostenexplosion herauszufinden. Noch im August vergangenen Jahres hatte der Rat über ein Wertgutachten diskutiert, das den Wert des Hauses auf rund 890000 Euro bezifferte. Da der Umbau letztlich aber mehr als 1,2 Millionen Euro kostete, blieb ein Defizit, rund 300000 Euro hatte die Gemeinde zuviel ausgegeben. Sowohl CDU als auch SPD zweifelten diese Schadenssumme damals an. Der Rat beschloss, dass ein Anwalt beauftragt werden solle, die Belege zu sichten und das Gutachten durchzugehen.

Dass die Gemeinde Barendorf trotzdem einen Schaden von ,,nur“ 107000 Euro geltend macht, begründet Neumann so: ,,Diese Summe beziffert die reinen Baukosten, also ohne Steuer, ohne Honorare und ohne Inventar, die die Gemeinde laut Gutachten zuviel bezahlt hat.“ Geld, das die Gemeinde nun zurückfordert.