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DGB-Regionschef Dr.  Matthias Richter-Steinke rechnet damit, dass am Freitag rund 800 Teilnehmer zur Kundgebung kommen werden. Foto: A./t&w
DGB-Regionschef Dr. Matthias Richter-Steinke rechnet damit, dass am Freitag rund 800 Teilnehmer zur Kundgebung kommen werden. Foto: A./t&w

Kundgebung zum 1. Mai: Die Zukunft der Arbeit

ca Lüneburg. Konnten sich Betriebe vor Jahren noch mühelos unter einer Schlange von Bewerbern den passenden aussuchen, schaut es heute oftmals anders aus: Lehrstellen bleiben unbesetzt, da es zu wenig Interessenten gibt. Die veränderte Arbeitswelt ist ein Aspekt, den der Deutsche Gewerkschaftsbund am 1. Mai zum Thema machen will. DGB-Regionschef Dr. Matthias Richter-Steinke rechnet damit, dass am Freitag rund 800 Teilnehmer zur Kundgebung kommen werden. Bundesweites Motto in diesem Jahr: „Die Zukunft der Arbeit gestalten wir.“ Hauptredner ist Eberhard Brandt, Landesvorsitzender der GEW, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Richter-Steinke umreißt die Kernanliegen des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften. Die Umsetzung des Mindestlohns und damit ein Vorgehen gegen Jobs, von denen man kaum leben kann, die Folgen der Digitalisierung der Arbeitswelt, die via E-Mail viele immer verfügbar macht und unter Stress setzt, und eben Fachkräftemangel und Zuwanderung. Für Nordostniedersachsen nennt der DGB-Chef einen praktischen Ansatz: die Allianz für Fachkräfte. Dort haben sich Kommunen, Kammern, Verbände, Arbeitsagentur, Uni und Gewerkschaften zusammengetan, um Wege für die Region zu finden. Betriebe sollten auch auf die Förderung von Bewerbern setzen, die etwa Nachhilfe in Mathe oder aber auch beim „Durchhalten“ benötigen. Dafür stehen auch Zuschüsse der Agentur für Arbeit zur Verfügung.

Rainer Näbsch von der IG Metall sagt: In den Firmen habe es in den vergangenen Jahren massive Veränderungen gegeben. „In vielen Handwerksbetrieben findet Ausbildung überwiegend in der Berufsschule statt.“ Denn Altgesellen, die sich in der Vergangenheit um den Lehrling kümmern konnten, hätten heute mehr Aufgaben zu bewältigen und entsprechend weniger Zeit. Zudem habe sich die Zahl der Ausbildungswerkstätten verringert.

Verdi-Bezirkschef Matthias Hoffmann empfiehlt Lehrern, mit Klassen zu Berufsmessen zu gehen, junge Leute bekämen so einen besseren Überblick, was sie in Unternehmen erwartet, wenn sie dort eine Ausbildung beginnen.

Rajko Pientka von der Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie verweist darauf, dass in seinem Bereich Tarifvereinbarungen für Lehrlinge beschlossen wurden, die eben nicht nur Entgelt-, sondern auch Förderfragen beinhalten.

Natürlich dreht es sich am Tag der Arbeit um aktuell diskutierte Themen. So geht Hoffmann davon aus, dass Erzieher und Sozialarbeiter aus den Kommunen auf die Straße gehen. Bekanntlich läuft in diesem Bereich gerade die Urabstimmung über einen Streik: Die Beschäftigten fordern, dass die kommunalen Arbeitgeber ihre Arbeit als höherwertig anerkennen und besser eingruppieren. Das würde im Schnitt ein Gehaltsplus von zehn Prozent bedeuten. Die Kommunen und ihre Verhandlungsführer wie Oberbürgermeister Ulrich Mädge lehnen das ab.

Als Hauptredner dürfte Eberhard Brandt die Themen Bildung und Schule sowie die Bezahlung angestellter Lehrer ansprechen. Auch dort gärt eine Auseinandersetzung, denn diese Pädagogen fühlen sich schlechter gestellt als ihre verbeamteten Kollegen.

Treffpunkt am 1. Mai um 10 Uhr ist der Theatervorplatz, von dort geht ein Umzug durch die Stadt zum Lambertiplatz, den die Teilnehmer gegen 10.30 Uhr erreichen wollen. Musik machen die Schrotttrommler und die Band Loifior. Auf dem Platz gibt es Essen und Getränke sowie ein Angebot für Kinder.