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Eine Bürgerinitiative möchte per Unterschriftenaktionzusätzlichen Lärm vom Gelände des ADAC-Fahrsicherheitszentrums verhindern. Foto: Symbolbild/A./t&w
Eine Bürgerinitiative möchte per Unterschriftenaktionzusätzlichen Lärm vom Gelände des ADAC-Fahrsicherheitszentrums verhindern. Foto: Symbolbild/A./t&w

Protest gegen ADAC-Pläne: Bürgerinitiative überreicht Unterschruiftenliste

uk Embsen. Gut besucht war die jüngste Sitzung des Gemeinderates Embsen: Die etwa 20 Zuhörer, die sich im kleinen Saal des Gasthauses Stumpf drängten, kamen nicht nur aus Embsen, sondern auch aus Melbeck, Häcklingen und Rettmer. Sie alle eint ein Ziel, nämlich zusätzlichen Lärm vom Gelände des ADAC-Fahrsicherheitszentrums zu verhindern. Den nämlich befürchten die Anwohner, sollte dem Wunsch des Automobilclubs Ilmenau Bardowick im ADAC entsprochen werden und künftig Auto-Slalomrennen auf dem Gelände stattfinden dürfen. Ihr Anliegen unterstrichen die Vertreter der Bürgerinitiative „Blauer Himmel über Ilmenau e.V.“ mit einem dicken Stapel Papier: Listen mit 375 Unterschriften gegen die Pläne des Autoclubs übergab Martin Henze von der BI an Bürgermeisterin Anne-Carin Büttner (SPD).

Wie berichtet, hatten Clubvorsitzender Heinz-Dieter Wetteborn, beim ADAC zuständig für Slalomsport, sowie Architekt Heinz Meyer bei der Sitzung des Rates im Februar für ihr Anliegen geworben. Der Autoclub möchte künftig vier Slalom-Tagesveranstaltungen im Jahr auf dem ADAC-Gelände durchführen, im Gegenzug soll die Zahl der Kart-Rennen um zwei Wochenendveranstaltungen reduziert werden. Die Genehmigung des Rates in Form einer Änderung des Bebauungsplanes wäre dafür die Voraussetzung. Doch der tat sich bisher schwer mit einer Entscheidung: Nach einem Ortstermin auf dem ADAC-Gelände sollten nun auch die Bürger Gelegenheit haben, ihre Argumente vorzubringen.

Und bei denen sitzt das Misstrauen tief, wie Carola Hennig von der BI verdeutlichte: Statt der vorgesehenen drei Kart-Veranstaltungen pro Jahr hätten auf der Kartbahn zwischen 2011 und 2013 mindestens 16 Kart-Rennen stattgefunden. Der Automobilclub handele demnach wiederholt rechtswidrig: Es gebe keinen Grund, dem Verein weiter entgegen zu kommen, und nun auch noch Automotorsport in Form von Slalomrennen zuzulassen, fand Hennig: „Wohnen auf dem Lande stellt man sich anders vor. Keine Gemeinde muss sich eine Rennstrecke vor die Tür setzen lassen.“

Das sei auch nicht das Ziel des Rates, entgegnete Büttner. „Keiner will hier mehr Lärm. Uns geht es um die Interessen der Bürger. Wir wissen, wie sensibel das Thema ist, gerade wegen der früheren Erfahrungen.“ Nur über den Bebauungsplan könne die Gemeinde Einfluss auf die Aktivitäten auf dem Gelände nehmen: „Nur so können wir Dinge konkretisieren und festschreiben.“ Bisher gebe es im Bebauungsplan keine klare Regelung, ergänzte Dr. Thomas Wieckhorst (UWI): „Wir haben jetzt die Gelegenheit, festzulegen, was wir wollen, etwa die Anzahl der Trainingstage und bestimmte Veranstaltungen.“ Stefan Koch (UWI) will „die Chance nutzen, eine Begrenzung zu erzielen.“ Einstimmig sprach sich der Rat für die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 15 Heidkamp aus, der das ADAC-Gelände umfasst. Wie Büttner betonte, betrifft eine Änderung ausschließlich das Sondergebiet der Kartbahn. Die konkreten Festlegungen sollen nun in den Ausschüssen diskutiert werden.

Wetteborn begrüßte die Vorgehensweise: „Uns liegt viel an einem besseren Miteinander“, versichert der Vorsitzende des Autoclubs Ilmenau Bardowick. Bisher fehlten klare Regelungen zu den Sportaktivitäten auf der Kartbahn. „Wir machen transparent, was wir wollen. Und das ist nichts Dramatisches.“