Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Dirk Bonow (stehend) vom Landkreis erläutert seine Sicht der Dinge, Bernd Kamionka, Olaf Schlünzen, Albert Paulisch, Thomas Maack (am Tisch, v. l.) und 150 Adendorfer hören aufmerksam zu. Foto: t&w
Dirk Bonow (stehend) vom Landkreis erläutert seine Sicht der Dinge, Bernd Kamionka, Olaf Schlünzen, Albert Paulisch, Thomas Maack (am Tisch, v. l.) und 150 Adendorfer hören aufmerksam zu. Foto: t&w

Im Suren Winkel in Adendorf: Keine Einigung

pet Adendorf. So voll war der Sitzungssaal des Adendorfer Rathauses lange nicht mehr, die zuletzt Eintreffenden mussten sich ihren Stuhl selbst organisieren: 150 Adendorfer kamen am Dienstag zur Bürgerversammlung, in der über den Ausbau des Straßenzugs Im Suren Winkel diskutiert wurde. 2006 wurde der erste Abschnitt saniert, im Juni 2011 fiel im Rat der Beschluss, den zweiten Abschnitt zwischen Rauher Weg und Stauffenberg-Straße anzugehen. Auf 890 Metern und für 1,4 Millionen Euro soll die marode Straße saniert werden.

Gegen die Planungen laufen Anwohner seit Monaten Sturm, gründeten eine „Initiative zur Verkehrsberuhigung“. Vorwurf: Die Planungen der Gemeinde würden den jetzigen Zustand der Straße — zu viel, zu schneller und gefährlicher Verkehr — fortschreiben. Eine Erklärung von sechs Anwohnern, dass sie zum Zwecke der Straßensanierung „auf keinen Fall“ Grund an die Gemeinde verkaufen werden, übergab Reinhard Wolff, Sprecher der Initiative, an Bürgermeister Thomas Maack.

Alle Institutionen, die mit der Planung der Straße beschäftigt sind, hatte die Gemeinde für die Versammlung aufgeboten: Olaf Schlünzen vom Ingenieurbüro Rauchensteiner in Dannenberg, das die Planungen betreibt, Rainer Dargel und Daniel Martin von der Planungsgemeinschaft Verkehr in Hannover, das eine Verkehrsuntersuchung durchgeführt hatte, und Dirk Bonow, Leiter des Fachdienstes Straßenverkehr und Führerscheine beim Landkreis. Von der Gemeinde saßen Bürgermeister Maack, Bauausschussvorsitzender Axel Pfeiffer sowie Bauamtsleiter Christian Ninnemann und Stellvertreter Bernd Kamionka am Tisch. Als Moderator agierte Albert Paulisch, Adendorfer und von Beruf Direktor des Amtsgerichts Winsen, der souverän durch den dreistündigen Abend führte.

Die „Ergänzende Verkehrsuntersuchung zur Ausbauplanung Im Suren Winkel“ stellten Rainer Dargel und Daniel Martin vor. Ihr Fazit: Mit einem Anteil von rund 50 Prozent Durchgangsverkehr hat der Straßenzug Im Suren Winkel für Adendorf große Bedeutung „als innerörtliche Hauptverkehrsstraße. Als „Wohnstraße“ sehen dagegen die Mitglieder der Initiative den Suren Winkel.

Dirk Bonow widersprach der Ansicht der Anwohner, der Straßenzug Im Suren Winkel sei gefährlich. Durchschnittlich drei bis vier Unfälle seien zwischen 2011 und 2014 von der Polizei jährlich aufgenommen worden. Und auch das Tempo der durchfahrenden Autos sei nicht ungewöhnlich hoch gewesen. Der weit überwiegende Teil der Kraftfahrer sei mit bis zu knapp über 50 km/h unterwegs gewesen. Einer durchgehenden Tempo-30-Regelung erteilte Bonow eine Absage. Die konkrete Planung für die Straße schließlich stellte Olaf Schlünzen vor — ein Element: ein durchgehender, insgesamt zwei Meter breiter Fußweg auf der Westseite des Straßenzugs.

Klar wurde: Neben strikten Gegnern der Ausbaupläne der Gemeinde gibt es im Im Suren Winkel auch ausdrückliche Befürworter des Projekts. Sie lobten die Planungen, erklärten, Grundstücke für den Ausbau verkaufen zu wollen. Eine dritte Gruppe, die die Diskussion aufmerksam verfolgte: Adendorfer, die in benachbarten Straßen oder an anderen Hauptverkehrsachsen im Ort wohnen und eine Verlagerung des Verkehrs in ihre Straßen fürchten.

Möglichkeiten, den Hauptforderungen der Initiative, wie einer durchgehenden Tempo-30-Zone oder einer Einbahnstraßenregelung, nachzukommen, sah Bürgermeister Maack am Ende nicht. Aber Anregungen nahm er mit. So soll noch einmal über den Bau eines Kreisels am „Potsdamer Platz“, wo fünf Straßen aufeinandertreffen, nachgedacht werden. Und auch die Möglichkeit eines zweiten Fußwegs auf der Ostseite soll geprüft werden.

One comment

  1. wer zahlt die folgekosten, wenn die strasse ausgebaut wird und der verkehr dadurch zunimmt? nur wieder die anwohner?