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Ein Platz, der ihm lieber ist als jedes TV-Studio: Maximilian mit einem der beiden Sundheimer Hähne zwischen seinen Bentheimer und Waliser Schwarznasenschafen. Foto: t&w
Ein Platz, der ihm lieber ist als jedes TV-Studio: Maximilian mit einem der beiden Sundheimer Hähne zwischen seinen Bentheimer und Waliser Schwarznasenschafen. Foto: t&w

Maximilian und das liebe Vieh – 13-Jähriger aus Neuhaus hat mit seinen alten Haustierrassen und dem Traum von einer Kinderarche Medienkarriere gemacht

off Neuhaus. Maximilian ist 13, hat rote Haare, Sommersprossen und eine Lücke zwischen den Schneidezähnen, die seinem Grinsen etwas Kesses gibt. Er lehnt im Lämmergehege an der Stallwand, während er von seinen letzten Interviews erzählt und fast schreien muss, um das Krähen der beiden Hähne hinter sich zu übertönen. Ein Ehepaar aus Leer hat ihm die Sundheimer Gockel geschenkt, nachdem sie ihn im Fernsehen gesehen haben. Auch Anton, den zwölf Wochen alten Hüterhund-Welpen, hat Maximilian seiner neuen Bekanntheit zu verdanken. Seit die LZ im Juni 2013 zum ersten Mal über ihn berichtete, hat der Junge aus Neuhaus Medienkarriere gemacht. Maximilian will das nutzen. Für seine Vision von einer Kinderarche. Und die Zukunft der alten Haustierrassen.

August 2013, Hamburger Abendblatt: „Max war drei Jahre alt, als er sein erstes Schaf geschenkt bekam. Woher seiner Tierliebe kommt? Vater Jens zuckt mit den Schultern und lacht: „Der ist schon mit dem Storch hier angekommen.“

Seit Jahren schon hält und züchtet der 13-jährige Schüler vom Aussterben bedrohte Haustierrassen. Bentheimer Schafe, Meißner Widder, Waliser Schwarznasen, Leinegänse, Warzen-Enten, Altdeutsche Hütehunde, Shamo-Hühner…Fast 100 Tiere hat er inzwischen und die will Maximilian in Zukunft anderen Kindern zeigen, „Kindern aus der Stadt“, sagt er, „die noch nie eine richtige Kuh gesehen haben“ und die überhaupt keine Ahnung davon haben, „wo ihr Ei oder ihr Fleisch herkommen.“

März 2015, Kindernachrichten des Kölner Stadtanzeigers: „Damit in Zukunft nicht noch mehr Tier-Rassen aussterben, muss ein Umdenken in den Köpfen der Menschen stattfinden, glaubt Maximilian. „Es darf nicht immer alles nur billig sein. Da isst man lieber nur einmal in der Woche Fleisch, dafür aber teures Bio-Fleisch.“

In einer Kinderarche will Maximilian mit Stadtkindern und allen, die neugierig sind, sein Tierwissen teilen. Seinen Besuchern erklären, warum die zwei Hähne sich gegenseitig zum Krähen anstacheln und auf was es beim Züchten ankommt. Alle Hindernisse für den Bau der Arche hat Vater Jens Jasker mittlerweile aus dem Weg geräumt. Stall und Wiesen sind gekauft, die Zuwegung ist geregelt, der Umbau des Stalls hat begonnen, die Kooperation mit dem Arche-Zentrum steht, die Eröffnung für 2016 ist eingeplant.

Dass sein Traum tatsächlich Wirklichkeit wird, hat der 13-Jährige seiner Familie zu verdanken. Und seiner Überzeugungskraft. Egal ob zu Hause in Neuhaus, in den Medienhäusern zwischen Hamburg und Köln, auf dem Fernsehbildschirm, im Radio oder in Zeitungen Maximilian, der Artenretter, hat die Herzen erobert. Anstrengen muss er sich dafür nicht. Es reicht, wenn er auf seiner Farm umhergeht und die vorstellt, die ihm am liebsten sind: seine Tiere. Christoph, das Waliser Schwarznasenlamm, das er mit der Flasche aufgezogen hat. „Deswegen folgt er wie ein Hund.“ Moni, die Ziege. „Die geht durch jeden Zaun.“ Hütehündin Funny. „Die kriegt bald Welpen.“ Oder seine Shamo-Hähne: „Die helfen den Hennen bei der Aufzucht.“

Maximilians bisher größter TV-Auftritt war im Dezember 2014. „Da war ich mit Papa, Funny und den Meißner Widdern drei Tage in Köln für Martin Rütters tierischen Jahresrückblick“, sagt er. Auch der Hundeprofi hat den Rotschopf sofort ins Herz geschlossen, ihm zum Abschied nicht nur 10000 Euro für seine Kinderarche geschenkt, sondern auch die lang ersehnte Schafschurmaschine und das feste Versprechen, bei der Eröffnung der Kinderarche dabei zu sein.

Dezember 2014, Focus zu Rütters tierischem Jahresrückblick: „Sie alle aber versöhnt der 12-Jährige, der mitten in diesem stundenlangen Vox-Tierzirkus seinen Ehrenplatz fand: Maximilian Jasker, der irgendwo in der norddeutschen Tiefebene eine eigene kleine Arche Noah betreibt. Maximilian Jasker ist der kleine Held dieses Tierjahres.“

Seit dem großen TV-Auftritt hat Maximilian Fans in ganz Deutschland. Manche spenden für seine Arche, manche schenken ihm Tiere, Unterstützer aus der Umgebung liefern kostenlos Tierfutter, Handwerksbetriebe helfen beim Stallbau, sogar die Bürgermeisterin sammelt Geld für sein Projekt. Der Schüler ist zu einem der besten Botschafter der Arche Region Flusslandschaft Elbe geworden. Für Maximilian keine große Sache. Er macht sich nicht viel aus dem Rummel um seine Person, spricht nach wie vor lieber über die Mutterqualitäten seiner Schafe oder die Fresseigenschaften seiner Ziegen als über Interviews und Fernsehauftritte. Auch für die Zukunft plant der 13-Jährige nicht etwa eine Fernsehkarriere wie sein prominentester Unterstützer Martin Rütter. Maximilian will Schäfer werden. Und zwar am liebsten zu Hause in Amt Neuhaus.