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Kita-Streik – Fragen und Antworten: Mit aktuellen Infos zur Notfallbetreuung

Notfallbetreuung konkret

sp Lüneburg. Kita-Leitungen und Fachverwaltung können in Sachen Notbetreuung nur von Tag zu Tag planen und stellen die Infos für den jeweils nächsten Kita-Tag so bald wie möglich – immer auch unter www.hansestadtlueneburg.de/kita-streik – bereit. Bei aller Improvisation ist das Ziel eine gewisse Kontinuität für die Kinder, nach Möglichkeit soll die Notbetreuung an allen Streiktagen in denselben Einrichtungen angeboten werden.

Stand Dienstag, 13.15 Uhr:

Für Krippe und Kita gilt für Mittwoch, 13. Mai 2015:
Fünf Einrichtungen werden für die Notbetreuung geöffnet:
Kita Klinikum (für Kinder der Kitas Klinikum, Oedeme, Häcklingen)
Kita Ochtmissen (für Kinder der Kita Ochtmissen)
Kita Kaltenmoor (für Kinder der Kita Schützenstraße sowie Hort Kaltenmoor – soweit ihnen auch für den Vortag ein Platz zugesagt war)
Kita Stadtmitte (für Kinder der Kita Stadtmitte sowie – für Kita Marienplatz, soweit ihnen auch für den Vortag ein Platz zugesagt war)
Kita Heidkamp (für Kinder der Kitas Heidkamp, Kreideberg – ohne Hort)

Für Hortbetreuung gilt für Mittwoch, 13. Mai:
Hort Kaltenmoor: Notbetreuung in der Kita Kaltenmoor
Hort Hermann Löns: Notbetreuung für 20 Kinder, Plätze sind alle vergeben.
Hort 10-14: die Eltern sind informiert, alle Plätze vergeben

Für Krippe/Kita und Hort gilt für Freitag, 15. Mai / Brückentag nach Himmelfahrt (Stand: Dienstag 17 Uhr):
Durch gezielte Abfrage bei allen Eltern, die ihr Kind in dieser Woche in der Notbetreuung untergebracht haben, hat sich herausgestellt, dass nur ein kleiner Anteil Eltern für Freitag eine Notbetreuung benötigt. Nach derzeitigem Kenntnisstand stehen für diese Kinder jeweils Plätze zur Verfügung. Allerdings werden nicht alle Einrichtungen der vergangenen Tage geöffnet sein.

Geöffnet haben:
Kita Heidkamp (für die Kinder aus den Kitas Heidkamp, Kreideberg und am 15.5. auch für die Kinder der Kita Oedeme).
Kita Stadtmitte ( für die Kitas Stadtmitte und Marienplatz).
Kita Kaltenmoor (für die Kitas Kaltenmoor und Schützenstraße sowie für die Horte Hermann-Löns und Kaltenmoor / Eltern der Hort-Kinder sind bzw. werden noch informiert).

Zu den Voraussetzungen für die Nutzung der Notbetreuung: siehe auch Internet

Diese und viele weitere wichtige Informationen sind auch nachzulesen auf www.hansestadtlueneburg.de/kita-streik
Die Hotline Kita-Streik ist diese Woche Mittwoch von 8 bis 16 Uhr und Freitag von 8 bis 14 Uhr besetzt.

Das Fazit der ersten Kita-Streiktage in der Hansestadt Lüneburg:

Es konnten jeweils für etwa 30 Prozent der sonst von der Hansestadt Lüneburg betreuten Kinder Notbetreuungsplätze eingerichtet werden.
Die Hotline Kita-Streik wird gut angenommen. Viele Elternfragen konnten aber auch abseits der Hotline im direkten Gespräch geklärt werden.
Zum Thema mögliche Beitrags-Rückerstattung für vom Streik betroffene Eltern gilt nach wie vor, die auch auf der Internetseite kommunizierte Aussage der Hansestadt Lüneburg: Unabhängig von Lösungen aus vergangenen Streikrunden wird natürlich rechtlich geprüft, ob und in welcher Form Rückerstattungen möglich sind.

Wer ist mein Ansprechpartner, wenn ich eine Notbetreuung für mein Kind brauche?
Zunächst mal die LeiterInnen der Kita, die das Kind sonst besucht.
Ab Freitag kann die Hansestadt – dann auch auf der o.g. Internetseite – ganz konkrete Angaben machen, wo welche Notbetreuung eingerichtet werden kann. Zurzeit laufen noch die Abfragen und die Organisation.

Sollten Eltern dann noch Fragen haben, können sie sich an die eigens dafür eingerichtete Hotline Kita-Streik wenden, unter der Mitarbeiter aus dem Fachbereich Rede und Antwort stehen. Die Nummer ist ab Freitag freigeschaltet: Tel. 04131 309-3090.

Welche Angebote zur Notbetreuung kann die Hansestadt Lüneburg machen?
Die Hansestadt beschäftigt 210 ErzieherInnen plus Leiterinnen und Stellvertreterinnen. Aller Voraussicht nach werden sich nicht alle am Streik beteiligen, sondern es werden einige MitarbeiterInnen auch für die Notbetreuung zur Verfügung stehen. Außerdem ist die Verwaltung mit freien und kirchlichen Trägern im Gespräch, um dort freie Plätze nutzen zu können. Zum Teil stellt die Stadt für Eltern, die selbst eine Betreuung organisieren wollen, Stadtteilhäuser zur Verfügung. Die (versicherungs-)rechtliche Frage wird geprüft, die Hansestadt ist aber zuversichtlich.

Wie wird entschieden, welches Kind betreut wird?
Bei der Vergabe der Notbetreuungsplätze sollen die Eltern vorrangig berücksichtigt werden, die zum Beispiel alleinerziehend sind oder beide voll berufstätig sind, gerade wenn es zum Beispiel keine Großeltern oder Angehörige vor Ort gibt, die einspringen können. Eine besondere Herausforderung ist die Betreuung der Krippenkinder, für die es noch wichtiger ist, dass sie von einer ihnen bekannten Bezugsperson betreut werden. Die Kita-Leitungen werden versuchen, die bestmöglichen Entscheidung zu treffen, ggf. in Rücksprache mit der Fachverwaltung.

Wer ist vom Streik in den Kitas betroffen?
Betroffen sind allein die städtischen Kitas in Lüneburg, nicht die von freien oder kirchlichen Trägern. In der Hansestadt Lüneburg besuchen rund 1300 Kinder die städtischen Krippen, Kitas und Horte. Sie verteilen sich auf elf Kitas, sieben davon mit Krippe, und drei Horte.

Wie lange werden die Streiks andauern?
Die Hansestadt Lüneburg geht nach den Angaben der Gewerkschaften davon aus, dass die Streiks zunächst zwei Wochen dauern, also bis Pfingsten.

Streik für Tage oder Wochen – kann ich jetzt meine Kita-Gebühren zurückfordern?
Es gibt aus früheren Streikrunden in Kitas die von allen Beteiligten akzeptierte Lösung, dass das Geld, das die Hansestadt durch den Streik beim Personal spart, der jeweiligen Kita für Extra-Ausgaben zugutekommt. Es wird aber auch rechtlich geprüft, ob die Eltern einen direkten Erstattungsanspruch haben. Das Geld fließt aber erst dann, wenn der Streik beendet ist, weil alle Streiktage zusammen berechnet werden.

Mehr zu dem Thema

Kitas: Das Streik-Dilemma

Vor möglichem Kita-Streik: Stadt informiert Eltern über Notbetreuung

Kita-Streik: Zehn Prozent mehr sollens sein +++ plus LZplay-Video

 

4 Kommentare

  1. Norbert Sobiejewski

    Kita-Streik
    Eine Unverschämtheit von den Mitarbeitern der Stadt für mehr Geld zu streiken.
    Für die Angestellten ist kein Geld da, aber die Politiker erhöhen sich regelmäßig und deftig die Diäten.
    Die Mitarbeiter haben vollkommen Recht.

  2. Annika Schlüschen

    Liebee LZ Redaktion, die Gehälter von Erziehern mit denen von Sachbearbeitern zu vergleichen, ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Man muss sich dazu auch mal die Rahmenbedingungen anschauen. Ein Sachbearbeiter sitz meistens auf einem bequemen Bürostuhl an einem auf die Höhe anhepasstem Schreibtisch. Rechts steht ein Monitor und links ein Telefon das ab und zu mal klingelt. Ein Erzieher sitz auf einen Ministuhl an einem Tisch der einen Erwachsenen bis zum Knie reicht. Wer schon mal auf einem Kiga-elternabend war weiss wie schmerzhaft das sein kann. Bei uns im Kiga kommen auf einen Erzieher 12,5 Kinder, die nicht 4 Stunden ruhig in der Ecke stehen. Es ist ein extremer Lärmpegel von glücklich spielenden, kreischeden ,weinenden und lachenden Kindern.
    Ein Azubi zum Sachbearbeiter bekommt vom ersten Tag der Ausbildung sein Gehalt. Die Ausbildung zum Erzieher dauert vier Jahre und die Azubis bekommen kein Gehalt. Nicht mal eine Aufwandsentschädigung.
    Ich finde es nicht fair zwei Berufsgruppen mit vollkommen unterschiedlichen Rahmenbedingungen zu vergleichen.
    Annika Schlüschen eine Mutter aus dem Kiga am Eichhof in Bardowick.

  3. Mandy Jungmann

    Man sollte in dieser ganzen Thematik nicht vergessen, dass es hier nicht nur um Anpassung von Gehältern geht – es geht ebenfalls um Verbesserung der Arbeitsbedingungen! Mehr Vorbereitungszeit, um den gestiegenen Anforderungen überhaupt gerecht werden zu können! Es geht um angemessene Eingruppierung bei Arbeitsplatzwechsel, welche bisher mit einer Rückstufung quitiert wurden! Es geht um den Fachkräftemangel und nicht zuletzt um eine adäquate Kinderbetreuung, die sich am Ende ja jedes Elternteil, sowie die Politik (nach außen hin) wünscht. Es machen sich seit Jahren immer mehr Wünsche und Anforderungen an die Erzieher und Sozialarbeiter breit. Das gab es – als ICH in meinem Job angefangen habe – nicht! Da war tatsächlch soweit alles in Ordnung (Hallo D-Mark). Ich arbeite seit 1999 in dieser Branche und bis auf die massiven Anforderungen hat sich nicht viel bewegt – geschweige denn auf meinem Konto… Wir fordern hier keine Utopie, sondern eine Anpassung an Inflation und Anforderungen.

    Der Wert sozialer Arbeit

    Morgens um 9.00 Uhr… Ein riesiger Auflauf an Menschen – Rasseln, Pfeifen, Rufe, Lieder.
    Nein, wir sind nicht in der Kita, obwohl einem der Lautstärkepegel durchaus bekannt vorkommt.
    Es ist Streik-Tag.
    Da kommen einem so manche Gedanken…
    Ist es nicht unsere Aufgabe, bei den Kindern zu sein? Die Eltern haben schließlich einen Arbeitsauftrag zu erfüllen – handeln wir vielleicht zu egoistisch? Wir werden doch schließlich für unsere Arbeit bezahlt!

    Erlauben wir uns, da etwas in die Tiefe zu gehen. Wie sieht der Tag einer Erzieherin eigentlich aus? Schaut doch meist recht nett aus, wenn man 5 Minuten reinschnuppert, um Hallo, oder Tschüss zu sagen…oder?

    Nun ja… Jeden Tag sind wir zu 100% Ansprechpartner, sogar auf dem Klo:“ Wie lange brauchst duuu? Bist du feertiiig?!“.
    Überhaupt erst auf die Toilette zu gelangen ist manchmal schon ein schweres Unterfangen, denn wenn man mit 15 Kindern alleine im Bewegungsraum ist, dann kann man nicht mal eben alles stehen und liegen lassen und hoffen, dass keiner vom Klettergerüst fällt.

    Jeden Tag umringt von ca. 23 Kindern zu zweit, jedes hat ein eigenes Anliegen, eine eigene Befindlichkeit, eigene Bedürfnisse. Eine Kollegin ist mit Peter auf einer Pipi-Unfall-Odyssee, während die andere Kollegin mit allen anderen allein ist. Olli stürzt. Oh je – liebevoll trösten, Kühlkissen, weiter trösten – evtl. die Eltern telefonisch informieren. Die anderen Kinder? Da wird mit Olli auf dem Schoß nebenbei kommentiert und gehofft, dass nichts Schlimmeres passiert: „Hey, da hinten – es wird nicht gehauen!!“ „Moni, die Fingerfarbe gehört nicht auf den Boden!“ „ „Lulu, du musst nicht weinen, die Mama kommt bald!“
    Im Nachmittagsbereich kommen die Abholsituationen hinzu, über den ganzen Nachmittag verteilt. Fragen wie „ Was hat mein Kind heute gegessen?“, „Mit wem hat es gespielt?“, „ Was gibt es Neues?“, „ Gehen Sie eigentlich auch nochmal zur Feuerwehr?“ – möchten auch noch nebenbei beantwortet werden. Das erfordert teilweise ein Gedächtnis wie ein Elefant, denn bei akuter Reizüberflutung geht das eine oder andere aus Schutzmaßnahmen des Gehirns einfach auch mal flöten.
    Und nicht zu vergessen, der pädagogische Anspruch, den jede Kollegin an sich und ihre Arbeit hat. Lernaufträge, Angebote, Gesprächs- oder Spielkreise. All das wird eingebaut, wo es einzubauen geht – natürlich dabei immer im Blick zu haben: die Bedürfnisse der ca. 23 Kinder.
    In einer durchschnittlichen Vorbereitungszeit von ca. 7, 5 Stunden verteilt auf 2 Kollegen (jeder also ca. 3,25) sind enthalten: Erarbeitung von Angeboten, Dokumentationen, Elterngespräche, Beobachtungen, evtl. Dienstbesprechungen und was sonst noch so anfällt. Ist der Krankenstand erhöht, fällt die Vorbereitungszeit auch gerne mal aus, denn die Kinder betreuen sich schließlich nicht von allein.
    Praktikanten sind eingebunden, wie in fast keiner anderen Berufsgruppe – denn es geht einfach gar nicht anders. Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass sie sich trotz jahrelanger, unbezahlter Ausbildung, zu zahlendem Schulgeld und der glorreichen Aussicht auf ein minimales Gehalt bei maximaler Belastung trotzdem für diesen Beruf entscheiden.
    „Ihren Job möchte ich haben – das sieht ja gemütlich aus!“ – kommt von vielen Eltern, wenn man dann, mit den letzten drei Kindern auf der Schaukel liegt und einfach nur mal durchatmet.
    Und was antworten wir? Wir lächeln fröhlich… denn das gehört ebenfalls dazu…
    In Gedanken sind viele zu dem Zeitpunkt ohnehin schon beim Zweitjob, ohne den sie gar nicht über die Runden kommen würden, denn es gibt nicht genug Vollzeitstellen.

    Und unter all den Aspekten stehen wir nun zwischen Erzieherinnen, Erziehern und Eltern, deren Kitas allesamt geschlossen haben und die letzten Bedenken lösen sich in Luft auf.
    Ja:
    UNSERE ARBEIT IST MEHR WERT!