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Die Grafik zeigt, wieviel Tonnen Streugut die AGL in den vergangenen Wintern auf die Straßen und Wege gebracht hat. Grafik: lz
Die Grafik zeigt, wieviel Tonnen Streugut die AGL in den vergangenen Wintern auf die Straßen und Wege gebracht hat. Grafik: lz

Milder Winter schont Stadtkasse

lz Lüneburg. Trotz des milden Winters musste die Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL) in der vergangenen Wintersaison zu 26 Winterdiensteinsätzen ausrücken. Dabei wurden 755 Tonnen Streugut auf die Straßen und Wege gebracht. Wie teuer der Winter für die Stadt war, kann AGL-Geschäftsführer Lars Strehse noch nicht sagen: „Aber er war deutlich günstiger als beispielsweise die Winter 2010/11 und 2012/13.“ In Bezug auf die zurückliegenden fünf Jahre ist der Winterdiensteinsatz im Mittel etwa 40 Mal in jeder Saison erforderlich. Das Salzlager ist noch recht gut gefüllt: „Wir sind für den nächsten Winter aufgestellt, müssen nur noch zubestellen.“ Im Winter 2012/13 beispielsweise seien alle Vorräte verbraucht gewesen, da habe man das Lager komplett neu füllen müssen.

Kommt es zum Winterdienst­einsatz, so muss die AGL, gemäß den gesetzlichen Vorgaben, innerhalb von drei Stunden die wichtigsten Fahrbahnen und Wege geräumt haben. Dazu sind regelmäßig etwa 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Winterdienstbereitschaft der AGL organisiert. Zusätzlich ist man aber bei extremen Wetterlagen auf weitere externe Unterstützung angewiesen.

Lars Strehse: „Im Stadtgebiet ist die AGL auf einer Gesamtlänge von 340 Kilometern für den Winterdienst verantwortlich. Damit gehört die AGL bundesweit zu den zirka sechs Prozent der kommunalen Betriebe, die mehr als 300 Kilometer an Straßen- und Wegenetz zu betreuen haben. Mehrheitlich betreuen 60 Prozent der kommunalen Betriebe weniger als 100 Kilometer an Straßen- und Wegenetzen.“

Die AGL setzt auf den Straßenfahrbahnen, inklusive dort befindlicher Radwege, Feuchtsalz ein. In diesem Verfahren wird Streusalz mit einer Sole ausgebracht und somit das Korn quasi auf der Straßenoberfläche „verklebt“. Dadurch verlängert sich die Wirkdauer des Salzes und somit resultiert, im Vergleich zur ausschließlichen Ausbringung von Trockensalz, insgesamt ein geringerer Materialverbrauch. Bundesweit setzen mittlerweile bereits etwa zehn Prozent der kommunalen Betriebe auf diese Technik. Die Ausbringung von Trockensalz ist jedoch noch die Regel. Rund zehn Prozent der Betriebe setzten aber auch Splitt, jedoch im beschränkten Umfang auf fünf bis 15 Prozent der jeweils zu bearbeitenden Flächen, ein.

Im Bereich der Gehwege, Radwege und kombinierten Geh-/Radwege setzt die AGL auf die möglichst schnelle, intensive maschinelle Räumung mit Besen und Schneeschild, um somit das Vereisen so gut wie möglich von vornherein zu verhindern. Bei Bedarf werden zudem rutschhemmende Streusande ebenfalls überwiegend maschinell ausgebracht. Um eine rutschhemmende Wirkung sicherzustellen, werden grobe Sande mit geringen Feinstanteilen der Gesteinkörnung 0/2 eingesetzt. Dem Material ist im Mischungsverhältnis 1:15 Salz beigemengt, da ansonsten der Streusand aufgrund von Feuchte verklumpen würde und somit nicht mehr rieselfähig ist. Auf die Ausbringung von Trockensalz wird weitestgehend verzichtet, es sei denn, die Gefährdungslage macht die Ausbringung von Trockensalz, etwa zum Auftauen bei Blitzeis, unumgänglich.

Im Mittel werden jährlich rund 1500 Tonnen an Streumaterial auf den öffentlichen Flächen ausgebracht. Für den Winterdienst auf den öffentlichen Gehwegen und kombinierten Geh-/Radwegen ist nach Straßenreinigungsatzung der private Anlieger im Bereich seines Grundstückes verantwortlich. Somit steht die AGL nicht auf allen Wegen und Plätzen im Stadtgebiet in der Räumpflicht. In welcher Form in diesen Bereichen Winterdienst geleistet wird, obliegt dem jeweiligen Anlieger.

Die AGL achtet darauf aus ökologischen und ökonomischen Gründen, den Einsatz von Salz auf das notwendige und verträgliche Maß zu begrenzen. Strehse: „Dazu gehört auch, ausgebrachtes Streugut während des Winters nicht gleich wieder aufzunehmen. Vielmehr lassen wir es bewusst liegen, da es durchaus noch eine abstumpfende Wirkung hat und wir somit auch weniger Salz ausbringen. Ein vollkommen salzloser Winterdienst ist aber nicht realisierbar.“