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Nur einen Kilometer trennen Neu Darchau und Darchau. Und doch dauert es bisweilen lang, den jeweils anderen Ort zu erreichen. Denn zwischen den Dörfern fließt die Elbe und der geplante Brückenbau wird immer teurer, und damit immer unwahrscheinlicher. Foto: t&w
Nur einen Kilometer trennen Neu Darchau und Darchau. Und doch dauert es bisweilen lang, den jeweils anderen Ort zu erreichen. Denn zwischen den Dörfern fließt die Elbe und der geplante Brückenbau wird immer teurer, und damit immer unwahrscheinlicher. Foto: t&w

Eine Frage der Fähre – Was kommt nach möglichem Planungs-Aus für Elbbrücke?

ml Lüneburg. Noch liegt das Prüfergebnis aus Hannover nicht vor, doch mit Überraschungen rechnet im Lüneburger Kreistag eigentlich niemand. In der Landeshauptstadt nimmt derzeit die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die jüngste Kostenermittlung des Kreises für den geplanten Brückenbau bei Neu Darchau unter die Lupe. „Billiger wird es sicherlich nicht“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Franz-Josef Kamp.

Der Kostenschub auf 58 Millionen Euro, die zusätzlich zu erwartende Steigerung der Investitionssumme von zwei Prozent jährlich und die ungeklärte Finanzierung der Folgekosten lassen für den Sozialdemokraten nur einen Schluss zu: „Bestätigt Hannover die aktuellen Berechnungen, brauchen wir einen geordneten Ausstieg aus dem Projekt.“ Schlägt die Kreistagsmehrheit möglicherweise noch vor den Sommerferien den Aktendeckel „Elbbrücke“ zu, stellt sich automatisch auch die Frage: Wie werden die Fährverbindungen optimiert? Gibt es Fahrkarten für Anrainer zum Nulltarif? Fahren die „Amt Neuhaus“ in Bleckede und die „Tanja“ in Neu Darchau künftig rund um die Uhr?

Fragen, auf die auch Kamp noch keine Antworten hat. „Zunächst treffen wir uns zu einem Gespräch mit dem Landrat und den Fraktionschefs, wenn das Ergebnis aus Hannover vorliegt.“ Denkbar ist für den Sozialdemokraten folgender Fahrplan: Planung stoppen, aber Raumordnungsverfahren beenden, Fährangebot optimieren. „Das ist allerdings meine persönliche Meinung und noch nicht mit der Fraktion abgestimmt.“ Für das Gespräch mit den anderen Kreistagsfraktionen wünscht sich Kamp, „dass wir eine einheitliche Linie finden frei von jeder Parteipolitik“.

Doch das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben. „Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass der Aktendeckel ,Elbbrücke zugeklappt wird“, sagt CDU-Fraktions-Vize Meinhard Perschel. Stattdessen halten die Christdemokraten an ihrer Forderung fest, nicht nur das Raumordnungs-, sondern auch das Planfeststellungsverfahren zu beenden. „Erst dann werden wir definitiv wissen, wie teuer die Brücke wird“, erklärt Perschel und räumt ein: „Das wird nicht vor 2018 der Fall sein.“

Erst auf der Grundlage belastbarer Zahlen lässt sich aus Sicht der CDU über eine seriöse Finanzierung verhandeln, „auch wenn die Kosten dann möglicherweise bei 65 oder 70 Millionen Euro liegen“, so Perschel weiter. Bis dahin müsse konsequenter als bislang nach weiteren Geldquellen gesucht werden, ergänzt der Christdemokrat mit einem Seitenhieb auf die Kreisverwaltung. Deren Chef, Landrat Manfred Nahrstedt (SPD), hatte Anfang 2013 eine verstärkte Suche zugesagt, war in der Folge aber Ergebnisse schuldig geblieben.

Auch bei der Optimierung des Fährbetriebes liegen SPD und CDU weit auseinander. Einig sind sich beide Seiten nur darin, dass Verbesserungen Geld kosten. Geld in die Hand nehmen wollen auch beide Seiten, nur wie viel?

SPD-Fraktionschef Kamp will den Schwerpunkt auf die Ausweitung des Angebotes legen, soll heißen, die Fähren länger fahren lassen. Bislang setzt die „Amt Neuhaus“ zwischen 5 und 23 Uhr über, die „Tanja“ nur zwischen 5 und 21 Uhr. Einen 24-Stunden-Betrieb hält Kamp jedoch für wenig realistisch. Auch stehen weitere Vergünstigungen der Fährtickets für Bewohner des Landkreises Lüneburg für den Sozialdemokraten hinten an. Erst zum 1. März hatte der Kreis die Zuschüsse noch einmal erhöht, zahlt für Monatskarten seitdem 25 Euro dazu. Pendler zahlen damit 31,50 statt 56,50 Euro auf der „Amt Neuhaus“ und 35 statt 60 Euro auf der „Tanja“.

CDU-Fraktions-Vize Perschel hingegen sagt: „Die Fähren müssen billiger und länger fahren.“ Auch ist für den Christdemokrat der 24-Stunden-Betrieb kein Tabu-Thema. „Natur-Ereignisse wie Hochwasser können wir nicht ändern. Alle andere Rahmenbedingungen können und müssen wir optimieren. Solange die Brücke noch nicht steht.“ Auch erinnert Perschel daran, dass der Landkreis erst auf Antrag der CDU Kreisbewohnern finanzielle Zuschüsse für die Fährtickets gewährt. 120000 Euro stehen dafür jährlich im Kreishaushalt bereit.

Eine Summe, die künftig nicht mehr reichen wird. Vor allem längere Betriebszeiten werden teuer. Davon würden auch die Einwohner Neu Darchaus profitieren. Zuschüsse erhalten sie indes nicht. Denn ihre Gemeinde gehört zum Landkreis Lüchow-Dannenberg.

3 Kommentare

  1. Na, dann haben Rot-Grün ja ihr Ziel erreicht und die Brücke verhindert.

    • dieses argument verstehe ich nicht. wer hat bei uns regiert, als die grenze fiel? und waren es immer danach die gleichen?

  2. Gott sei Dank!! Endlich ist die Elbbrücke vom Tisch. 80 % der Bürger in Neu Darchau sind gegen einen Brückenbau. Begreift das doch endlich!!