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Viele Deckel helfen. Davon überzeugt ist Matthias Lapatschek vom Rotary Club Lüneburg-Hanse. Foto: t&w
Viele Deckel helfen. Davon überzeugt ist Matthias Lapatschek vom Rotary Club Lüneburg-Hanse. Foto: t&w

Deckel, die Leben retten

oc Lüneburg. Die Idee entstand vor zwei Jahren in Lissabon, zu später Stunde, und ein Glas Wein oder zwei halfen in diesem Fall auch, den Geist zu beflügeln. Dennis Kissel aus Elmenhorst im Lauenburgischen saß bei der Rotary Convention und kam auf den Deckel. Auf Deckel aus Plastik, genauer gesagt: Hart-Polyethylen, milliardenfach als Verschluss von Flaschen genutzt. Sie sind ein wertvoller Stoff. Aus einem Deckel wurden viele, und gestern kam Kissel mit etwa 2,3 Millionen Deckeln nach Lüneburg. Die bunte Pracht hilft, Leben zu retten. Lüneburger Rotarier greifen die Idee auf.

Kissel kommt aus der Abfallwirtschaft, er kennt die Abläufe, er wusste, wie er aus etwas Kleinem wie einem Flaschendeckel etwas Großes machen kann. Mit seinem Club, dem RC Herzogtum Lauenburg-Mölln, organisierte er eine Sammelaktion. „Wir sind in Schulen, Kindergärten, Altenheimen, Getränkeläden präsent, sogar im Finanzamt“, sagt er. 500 Deckel helfen, ein Leben ohne Kinderlähmung zu führen. Konkret: Der Erlös, den 500 Deckel bei Rhenus Logistics einbringen, entspricht dem Wert einer Impfung. Die Deckel werden weiterverarbeitet, zu Dachrinnen, Mülltonnen. . .

„End Polio now“ lautet weltweit das Motto der Rotaryclubs, die mit vielen Aktionen Millionenbeträge aufbringen. Bis 2017/18 soll die Kinderlähmung weltweit verschwunden sein. Seit Anfang September läuft in diesem Sinn die Plastikdeckel-Sammlung, und das Ergebnis jetzt wird rund 4600 Impfungen möglich machen. Tatsächlich kann die Zahl um das Zweifache erhöht werden, denn die Bill und Melinda Gates Stiftung erhöht die weltweiten Aktionen gegen Polio um den entsprechenden Betrag.

Die Idee aus dem Lauenburgischen breitet sich rasant aus, von Föhr im Norden bis Elmau im Süden „sogar beim G7-Gipfel wird gesammelt, in den Unterkünften der rund 15000 Polizisten, die das Treffen bewachen“, sagt Kissel. „Der Rotaryclub Lüneburg-Hanse startet mit erst einmal sechs Tonnen, sie werden im Laufe des Mais stehen“, sagt Dr. Matthias Lapatschek, einer der Lüneburger „Deckel gegen Polio“-Organisatoren.

Zwei der Tonnen platziert Clubmitglied Wilma Merkel in Salzhausen, das Klinikum ist dabei, die Leuphana, ein Supermarkt. Die gesammelten Deckel wandern aus den gelben, entsprechend markierten Tonnen zur GfA, die Platz und eine Mulde bereitstellt. Ist die voll, geht sie zu Rhenus Logistics in der Gebrüder-Heyn-Straße. Die Aktion laufe unbefristet, sagt Dr. Matthias Lapatschek, und läuft es gut, dann wird sie ausgeweitet.