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Gerade frisch saniert, zeigen sich jetzt Risse an der Vorder- und Hinterfront sowie im Inneren des Gebäudes am Stintmarkt 3, das neben dem Lösecke-Haus steht. Dort läuft gerade der Wiederaufbau. Foto: t&w
Gerade frisch saniert, zeigen sich jetzt Risse an der Vorder- und Hinterfront sowie im Inneren des Gebäudes am Stintmarkt 3, das neben dem Lösecke-Haus steht. Dort läuft gerade der Wiederaufbau. Foto: t&w

Plötzlich waren Risse am Gebäude

as Lüneburg. Ein Jahr haben die Sanierungsarbeiten an dem Haus Stintmarkt 3 gedauert, das durch den Brand des Lösecke-Hauses im Dezember 2013 erheblich beschädigt wurde. Alles lief nach Plan, das Gebäude war kürzlich bezugsfertig geworden. Doch das ist jetzt passé. „Denn Risse ziehen sich durch die vordere und hintere Fassade sowie im Gebäude.“ Das erklärte Gunnar Schulze, mit der Sanierung beauftragter Architekt, auf LZ-Anfrage. Gutachter sollen nun herausfinden, was die Ursache dafür ist.

Wie berichtet, legten Brandstifter das Lösecke-Haus, Am Stintmarkt 2, am 2. Dezember 2013 in Schutt und Asche. Anfang April wurde der Grundstein für den Wiederaufbau des Gebäudes gelegt, dessen Geschichte bis ins 16. Jahrhundert reicht. Derzeit laufen die Gründungsarbeiten, bei denen 65 sogenannte Gewi-Pfähle in den Boden gesetzt werden. Das Haus am Stintmarkt 3 war durch den Brand und die Löscharbeiten in Mitleidenschaft gezogen worden. Ruß zog in Wände und Putz, das Mauerwerk wurde durch die langandauernden Löscharbeiten erheblich durchfeuchtet. Die Eigentümerin investierte in die Sanierung mehrere Hunderttausend Euro. Und nun die Risse im und am Haus.

Gunnar Schulze sagt, zur Prüfung der Schadensursache gebe es ein laufendes Gutachterverfahren. Versicherungsexperten, Statiker und Baugrundgutachter, die von der Eigentümerin des Hauses Am Stintmarkt 3 und dem Eigentümer des Hauses Am Stintmarkt 2 beauftragt worden seien, sollen die Ursache finden. Es gebe eine Setzungsbewegung Richtung Lösecke-Haus und in Teilen wandere die ganze Häuserzeile Am Stintmarkt auch schon seit Jahrhunderten Richtung Ilmenau. „Die Setzungsbewegung ist jetzt eingetreten.“ Die Bauaufsicht der Stadt habe bei einer Begehung geprüft, ob die Standsicherheit noch gewährleistet sei und diese bestätigt.

Auch Architekt Jörg Hilmer, der für den Wiederaufbau des Lösecke-Hauses zuständig ist, sowie Projektsteurer Curt Frühling verweisen darauf, dass die Untersuchungen von unabhängigen Experten noch nicht abgeschlossen sind. „Im Moment liegen keine Erkenntnisse vor, die eine Ursache des Schadensbildes durch die Bauarbeiten am Lösecke-Haus vermuten lassen“, so Hilmer. Eine Setzung des Kellers des Lösecke-Hauses habe es während der bisherigen Bauarbeiten nicht gegeben. Jörg Hilmer verweist aber auch darauf, dass sich die Häuser am Stintmarkt zur Ilmenau neigen. Dieser Vorgang sei schon seit Jahrzehnten, wenn nicht sogar seit Jahrhunderten existent.

Lüneburgs Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck erklärte gegenüber der LZ: „Der Schaden am Haus 3 ist uns mitgeteilt worden.“ Die Bauaufsicht stehe im engen Kontakt mit den Hauseigentümern, Architekten und den eingeschalteten Gutachtern. „Nach den uns vorliegenden Erkenntnissen besteht keine Einsturzgefahr.“ Bereits vor der Erteilung der Baugenehmigung für das Lösecke-Haus sei von der Bauaufsicht eine Beweissicherung für die angrenzenden Gebäude angeordnet worden.