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Der Hof Konau Nr. 11 ist Sitz des Vereins Konau 11  Natur, der sich für den Erhalt von Obstbaumalleen und Streuobstwiesen in Amt Neuhaus einsetzt. Foto: be
Der Hof Konau Nr. 11 ist Sitz des Vereins Konau 11 Natur, der sich für den Erhalt von Obstbaumalleen und Streuobstwiesen in Amt Neuhaus einsetzt. Foto: be

Verein „Konau 11 Natur“: Blütenpracht an endlosen Alleen

„Brasil“, „Gelber Richard“ oder „Karl Peters“ heißen die Apfelsorten, die im Herbst verlockend an Tausenden von Bäumen in Amt Neuhaus hängen. Weiß und rosa leuchten in diesen Tagen die Blüten, die Ausflügler zur Tour durch die Region einladen mit der Fähre bei Bleckede oder Neu Darchau über die Elbe und schon ist man im Apfel-Paradies.

pet Konau. Eines der beliebtesten Ausflugsziele Norddeutschlands ist immer im Frühjahr das Alte Land zwischen Jork und Stade, wenn dort zuerst die Kirsch- und dann die Apfelbäume blühen. „Aber soweit muss man gar nicht fahren“, meint Petra Pauli. Wunderschön sei es zur gleichen Zeit auch in Amt Neuhaus, wo an endlosen Alleen viele Tausend Apfelbäume, aber auch Birnen und Pflaumen, ihre Blüten zeigen. Pauli gehört zu den Naturfreunden, die im Auftrag des Vereins „Konau 11 Natur e. V.“ die Bäume fachgerecht pflegen.

Der „Verein Konau 11 Natur“ wurde vor drei Jahren gegründet. Seine Mitglieder wollen einen Beitrag zum Erhalt der Obstbaumalleen und Streuobstwiesen in der Region leisten, denn die, so heißt es vom Verein, „prägen maßgeblich das Landschaftsbild dieser Region“. Eine wichtige Grundlage für die Arbeit des Vereins bildet die Kooperationsvereinbarung mit der Gemeinde Amt Neuhaus von 2014. Darin hat die Gemeinde die Pflege der rund 3800 Obstbäume an den Gemeindestraßen und -wegen sowie auf den gemeindeeigenen Wiesen an den Verein übertragen.

Julia Gerdsen vom Verein „Konau 11 Natur“: „Insgesamt betreuen wir rund 2400 Obstbäume an etwa 25 Kilometern Strecke. Davon stehen 1900 Obstbäume an 22 Kilometern Straßen und Wegen der Gemeinde Amt Neuhaus, 170 stehen im Ortsteil Bleckede-Wendischthun in der Stadt Bleckede sowie 330 an Kreisstraßen. Zusätzlich pflegen wir noch rund 200 Obstbäume, die sich auf Streuobstwiesen von etwa drei Hektar Fläche befinden, darunter auch die hofeigenen Streuobstwiesen in Popelau und Wilkenstorf.

Die fachgerechte Pflege der Obstbäume sei die Grundlage für den Erhalt der Obstbaum­alleen und Streuobstwiesen, dafür sind unter anderem „Obstbaumwarte“, die der Verein selbst ausbildet, unterwegs. Die vom „Verein Konau 11 Natur“ betreuten Areale sind mit Schildern gekennzeichnet. Gerdsen: „Neben der Pflege kümmern wir uns hier auch um Nachpflanzungen sowie um die Ernte.

Julia Gerdsen: „Unser Ziel ist es, einen Beitrag dazu zu leisten, dass möglichst viel Obst geerntet und verwertet wird. Außerdem möchten wir die Menschen dahingehend sensibilisieren, dass die Nutzung der alten Obstsorten mit ihren besonderen Eigenschaften zu deren Erhalt beiträgt.“ Verwertet werden nicht nur die Früchte, sondern auch das anfallende Schnittgut: Dafür wurde jetzt in Neuhaus ein sogenannter Biomeiler „in Betrieb“ genommen. In ihm wird das geschredderte Schnittgut zu Wärme und hochwertigem Kompost umgewandelt.

Wer sich an Apfelblüten „satt gesehen“ hat, kann den Tag mit einem Besuch im vereinseigenen Hofcafé „Gelber Richard“ bei Saft von nahen Obstbaum­alleen und Streuobstwiesen und einem Besuch der Fotoausstellung „Streuobstwiesen blühen auf“ im Archezentrum in Neuhaus ausklingen lassen.

Bienen war es nicht mollig genug
Der Verein „Konau 11 Natur“ kümmert sich um die Pflege der Obstbäume in Amt Neuhaus, für die Bestäubung sind die Bienen zuständig und von denen glaubt ein LZ-Leser, bis in die ersten Maitage hinein, wenig gesehen zu haben. „Durchaus möglich“, sagt Ludwig Schwab vom Kreisimkerverein Lüneburg. Bis vor wenigen Tagen sei es für die Bienen einfach zu kalt gewesen, die fleißigen Insekten hätten nur die nötigsten Flüge gemacht, so richtig munter würden sie erst ab 16, 17 Grad aufwärts. Höher als in den vergangenen Jahren seien im Landkreis Lüneburg im Winter die Verluste an Bienenvölkern durch die Varroa-Milbe gewesen. Auf 25 Prozent schätzt Schwab die Zahl. Das sei aber nicht so hoch wie im Bundesgebiet, wo die Verluste 30 Prozent betragen haben sollen. In den Vorjahren waren die bundesweiten Verluste doppelt so hoch wie in und um Lüneburg gewesen, doch hält Experte Schwab die wahren Verluste auf Bundesebene, nach Rücksprache mit Kollegen, für höher. Trotz der Verluste haben er und seine Kollegen in den letzten Monaten in andere Regionen verkaufen können. Schwab: „Wir haben einen Überschuss.“ pet