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Im vergangenen Jahr war auch die damalige Klasse 7b der Hauptschule Stadtmitte (heute Oberschule am Wasserturm) mit dabei: In der ersten Viertelstunde konnte jeder Schüler das lesen, was er wollte. Foto: A/t&w
Im vergangenen Jahr war auch die damalige Klasse 7b der Hauptschule Stadtmitte (heute Oberschule am Wasserturm) mit dabei: In der ersten Viertelstunde konnte jeder Schüler das lesen, was er wollte. Foto: A/t&w

Schulprojekt: Weltentdecker lesen die Landeszeitung

lz Lüneburg. Startschuss zur achten Runde: 273 Schüler aus 16 Schulklassen in Stadt und Landkreis Lüneburg greifen wieder für das Projekt „Zeitungsleser — Weltentdecker“ im Unterricht täglich zur LZ. Bis zum 19. Juni wird die Landeszeitung jedoch nicht nur gelesen, sondern die Mädchen und Jungen schreiben eigene Texte und Kommentare, erörtern weiterführende Fragen.

2008 haben die Landeszeitung, die Universität Lüneburg und das Netzwerk Leseförderung das Projekt „Zeitungsleser — Weltentdecker“ ins Leben gerufen. Auslöser war der Pisa-Schock. „Die Ergebnisse der Studie haben gezeigt, dass etwa 20 Prozent der deutschen Schüler nicht in der Lage sind, einfache Texte zu verstehen“, sagt der Mitbegründer des Projektes, Klaus Schröder von der Leuphana Universität, und nennt das Ziel der Aktion: „Wir wollen die Schüler erreichen, die mit kontinuierlichen Texten in Schul- oder anderen Büchern nichts anfangen können.“

Und die Landeszeitung hilft dabei, die Jugendlichen zu erreichen. „Wir profitieren von der Vielfalt der Tageszeitung. Manche Schüler kriegt man über die Sportseiten, andere interessieren sich für die Kleinanzeigen, wieder andere für das Wetter oder den Polizeibericht“, berichtet Schröder. Denn die Schüler lesen die Zeitung im Unterricht nicht wie bei Schulbüchern üblich gemeinsam. Vielmehr entscheiden sie selbst, was sie lesen und was nicht. „Das heißt, die Schüler blättern die Zeitung durch, können mal hier, mal da gucken und bleiben dann bei dem hängen, was sie interessiert. Unabhängig davon, was der Nachbar macht“, erklärt Schröder. Erst anschließend werden ausgewählte Texte ebenfalls individuell im Unterricht bearbeitet.

Dabei sind in diesem Jahr Schulen aus Lüneburg, Embsen, Bardowick und Marschacht. Zum ersten Mal wird das Projekt auch in einer Klasse der Volkshochschule durchgeführt, die den zweiten Bildungsweg nutzt. Zu den Teilnehmern zählen auch zwei Klassen der Lüneburger Johannes-Rebeler-Schule für Schüler mit Förderbedarf.

Der LZ geht es noch um einen Punkt mehr: „Wir sind ja keine Papierproduzenten, sondern wir liefern hochaktuelle Inhalte, und zwar heute auf verschiedenen Kanälen off- und online“, sagt der Geschäftsführende Redakteur Hans-Herbert Jenckel. „In der sich rasch wandelnden Medienwelt erfindet sich die gute alte Zeitung gerade ein Stück neu. Der Austausch mit Schülern in unserem Verbreitungsgebiet während des Projektes ,Zeitungsleser — Weltentdecker ist für uns als Lokalzeitung ein Gradmesser, ob wir uns mit dem Blatt auch für die nächste Generation in die richtige Richtung weiterentwickeln. Und wir können darüber hinaus vermitteln, dass wir auf allen Kanälen verlässliche Inhalte liefern, neue Darstellungsformen nutzen wie gerade mit einer Multi-Media-Dokumentation zum Kriegsende in Lüneburg, die wir Schulen zusammen mit der LZ-Serie zum Kriegsende ans Herz legen.“

Insgesamt hat das Projekt bislang rund 3500 Schüler erreicht. Gleichzeitig werden die „Zeitungsleser — Weltentdecker“ auch in diesem Jahr wieder von Studenten begleitet, die im Rahmen ihres Universitäts-Seminars einen Teil des Unterrichts in den Schulklassen übernehmen.

Weitere Infos zum Projekt „Zeitungsleser — Weltentdecker“ gibt es im Internet unter: http://zlwe.wordpress.com.