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Das Krankenhaus in Salzhausen soll in eine neue Gesellschaft umgewandelt werden, um die Zukunft zu sichern. Foto: A
Das Krankenhaus in Salzhausen soll in eine neue Gesellschaft umgewandelt werden, um die Zukunft zu sichern. Foto: A

Neuer Weg für Klinik Salzhausen

pet Salzhausen. Wer sich in diesen Tagen im Internet über das Krankenhaus Salzhausen informieren will, kommt nicht weit: „Wartungsarbeiten“ heißt es nur auf der Webpräsenz der Klinik. Noch viel umfassender als auf der Krankenhaus-Homepage sind die Umstrukturierungsarbeiten an der Klinik selbst, die in diesen Wochen auf Hochtouren laufen.

Kurz vor dem Abschluss steht jetzt das seit dem Herbst 2013 laufende Insolvenzverfahren für das Krankenhaus. Der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Jan Ockelmann aus Hamburg, hat mitgeteilt, dass für Mittwoch, 27. Mai, 16 Uhr, im Schützenhaus der Gemeinde Salzhausen ein Erörterungs- und Abstimmungstermin über den Insolvenzplan angesetzt ist. Diesen Plan hatte Ockelmann am 30. April dieses Jahres beim Amtsgericht Lüneburg als zuständigem Insolvenzgericht eingereicht.

Abgestimmt wird am 27. Mai über eine Umwandlung der Genossenschaft in eine gemeinnützige GmbH. Deren Geschäftsanteile sollen durch die „Krankenhaus Buchholz und Winsen gGmbH“, deren Träger der Landkreis Harburg ist, übernommen werden. Die Gesellschaft hat nach einem Beschluss des Harburger Kreistags seit dem 17. November 2014 auch die Geschäftsbesorgung für das Krankenhaus Salzhausen inne. Das 1897 gegründete Krankenhaus Salzhausen ist die einzige Klinik bundesweit, die genossenschaftlich organisiert ist — noch.

Im Vorfeld der Abstimmung soll ab 14 Uhr eine Genossenschaftsversammlung stattfinden, in deren Verlauf die Mitglieder Gelegenheit bekommen, Fragen zu den geplanten Maßnahmen und zu ihren Folgen zu stellen. Ein Mitglied des Genossenschaftsverbandes wird hierfür zur Verfügung stehen. Da für die Abstimmung die Namen der Genossen und ihre Stimmrechte erfasst werden müssen, wird der Einlass zu der Veranstaltung bereits um 12.30 Uhr sein.

Die Stimmung unter den Genossen der Klinik sei überwiegend schlecht, heißt es aus dem Umfeld des Krankenhauses. Ihre Einzahlungen für die Genossenschaftsanteile werden sie nicht wiedersehen — die Verbindlichkeiten der Klinik und die Kosten für die Umwandlung liegen weit höher. Die Zustimmung für die Umwandlung der Genossenschaft in eine gemeinnützige GmbH dürfte aber sicher sein, gilt sie doch als die einzige Möglichkeit, den Betrieb in Salzhausen überhaupt am Laufen zu halten.

Die Kosten für die angestrebte Umwandlung des Krankenhauses Salzhausen in ein „ambulantes Gesundheitszentrum“ von jährlich 800000 Euro trägt der Landkreis ebenso wie die Aufwendungen für die Beendigung des Insolvenzverfahrens.

Im Krankenhaus Salzhausen arbeiten zurzeit noch die Abteilungen für Chirurgie und Urologie. Die Innere Abteilung war zum Jahresende 2014 geschlossen worden. Von den ehemals mehr als 120 Mitarbeitern arbeiten noch etwa 80 in Salzhausen. Laut Nanette Franke, Pressesprecherin der Krankenhaus Buchholz und Winsen gGmbH, hätten alle Arbeitnehmer ein Übernahmeangebot von den Krankenhäusern Winsen und Buchholz bekommen.

„Ein großer Teil hat dieses Angebot inzwischen genutzt.“ Die Mitarbeiter, die das Übernahmeangebot ausgeschlagen haben, erhalten eine Abfindung. Diese Mitarbeiter könnten künftig in anderen Landkreisen tätig werden. Einige, so Franke, sollen im Heidekreisklinikum Soltau untergekommen sein.
Erst vor vier Jahren, im Juni 2011, waren der Anbau des Krankenhauses Salzhausen und hochmoderne Operationssäle — Investitionssumme: ingesamt 6,2 Millionen Euro — feierlich eingeweiht worden. Staatssekretär Heiner Pott war damals aus dem Niedersächsischen Sozialministerium in die Heide gekommen. „Wir hätten nicht soviel Geld gegeben, wenn wir nicht wüssten, dass es hier gut angelegt ist“, erklärte er. Und weiter: „Das Krankenhaus Salzhausen hat eine gute Zukunft.“

Aber alles kam ganz anders. Nach Verlusten im Jahr 2011 genehmigte das Amtsgericht Lüneburg Ende 2012 das vom Krankenhaus Salzhausen beantragte Schutzschirmverfahren im Zuge des „Gesetzes zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen“.

Im Sommer 2013 wurde dann die Insolvenz beantragt. Verschiedene Interessenten verhandelten über die Übernahme des Krankenhauses, letztlich scheiterten alle Pläne, bis im Herbst 2014 die Entscheidung fiel, das Krankenhaus Salzhausen vom Landkreis Harburg fortführen zu lassen.