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Foto: A/t&w
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Kanuwandern: Fairer Umgang mit der Natur als Ziel

lk/ho Lüneburg. Die Ilmenau zwischen Bienenbüttel und Lüneburg ist nicht nur ein Paradies für Paddler, sondern auch ein unverzichtbarer Rückzugsraum für zahlreiche geschützte Tierarten. Damit Naturschutz und Freizeitvergnügen am Fluss auch in Zukunft vereinbar bleiben, will der Landkreis Lüneburg mit den Kanuverleihern, Wassersportvereinen und Naturschutzverbänden am Runden Tisch neue Regeln für das Kanuwandern an der Ilmenau aufstellen.

Zum Saisonauftakt haben sich fünf Bootsverleiher aus der Region freiwillig verpflichtet, ihre Boote eindeutig und gut sichtbar zu kennzeichnen. Wer mit dem Kanu unterwegs ist und sich nicht an die Regeln im Naturschutzgebiet hält, muss künftig damit rechnen, erkannt zu werden und für sein Verhalten womöglich ein saftiges Bußgeld zu kassieren.

„Seit einigen Jahren haben wir an der Ilmenau große Prob­leme, weil einige wenige Besucher zu Wasser und an Land das Naturschutzgebiet als Partyzone unter freiem Himmel ansehen — besonders an den Feiertagen“, sagt Stefan Bartscht, Fachdienstleiter Umwelt beim Landkreis Lüneburg, „durch Lärm, Müll und falsches Verhalten — häufig unter Alkohol­einfluss — wird der Lebensraum von streng geschützten Arten wie dem Eisvogel massiv beeinträchtigt.“ Das geht soweit, dass die Tiere ihren Nachwuchs verlassen.

Ein Verbot sei aber nicht das Ziel: „Naturschutz und Natur­erleben gehören zusammen. Die Ilmenau-Niederung ist ein wichtiges Naherholungsgebiet, das wir für Natur und Mensch gleichermaßen erhalten wollen“, so der Fachdienstleiter. Die Akteure an der Ilmenau setzen daher auf Aufklärung und Zusammenarbeit: Bevor es aufs Wasser geht, informieren die Verleiher ihre Kunden künftig ausführlich über die Regeln im Naturschutzgebiet. An der Aktion beteiligen sich Kanu aktiv aus Bienenbüttel, Kanu-Tours am Reihersee aus Bardowick, Heide-Kanu aus Oldendorf (Luhe), Kanu Rahmann aus Melbeck und der Campingplatz Rote Schleuse.

Eine gute Besucherlenkung soll zukünftig dafür sorgen, dass nur dort angelegt wird, wo es erlaubt ist. Für die Zukunft nimmt der Runde Tisch daher auch die Infrastruktur in den Blick: Sind die Ein- und Ausstiege eindeutig gekennzeichnet? Gibt es genügend Ausstiegsstellen mit ausreichend Infrastruktur? Diese und weitere Fragen müssen diskutiert werden. Dazu will der Landkreis auch Gespräche mit weiteren Akteuren aus Tourismus, Wirtschaftsförderung, Kommunen und dem Nachbarkreis Uelzen führen.

Sollte die Situation an den Feiertagen aus Naturschutzsicht nicht mehr tragbar sein, könnte die Ilmenau an solchen Tagen für Wassersportler ganz gesperrt werden. Wer an den Feiertagen einen Ausflug an die Ilmenau plant, erhält Tipps unter: www.landkreis-lueneburg.de/naturschutzgebiet.