Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Zimmerergeselle Claas de Wall zeigt anhand der 3D-Zeichnung, wie der Aussichtsturm beim Südergellerser Bürgerwald aussehen soll. Die voraussichtlich dreitägigen Richtarbeiten beim Naherholungsgebiet Hambörn sollen noch bis morgen dauern. Dann wird die Treppe eingebaut. Foto: dth
Zimmerergeselle Claas de Wall zeigt anhand der 3D-Zeichnung, wie der Aussichtsturm beim Südergellerser Bürgerwald aussehen soll. Die voraussichtlich dreitägigen Richtarbeiten beim Naherholungsgebiet Hambörn sollen noch bis morgen dauern. Dann wird die Treppe eingebaut. Foto: dth

Südergellerser lassen in den Himmel bauen

dth Südergellersen. Die Richtarbeiten für den neuen Aussichtsturm bei Südergellersen haben begonnen. Bereits ab Mitte April war der Standort beim Bürgerwald eingemessen worden und die Stahlbetonarbeiten für das Fundament wurden durchführt. Jetzt setzten vier Mitarbeiter des Zimmerei-Meisterbriebs Thormählen aus dem Landkreis Wesermarsch mit Hilfe eines Krans die ersten Holzelemente der unteren Etage auf die Unterkonstruktion des Aussichtsturms. Die Richtarbeiten sollen noch heute und morgen laufen. Danach geht es an den Einbau der Treppe und die weitere Detailarbeit. Zimmermeister Michael Gloystein sagt: „Wir errichten den Turm, inklusive der Geländer, aus insgesamt 961 Holzteilen.“

Der Fertigstellungstermin ist für Ende Mai geplant. Zeitnah soll dann die Einweihung gefeiert werden, sagt Südergellersens ehrenamtlicher Bürgermeister Steffen Gärtner. Die Aussichtsplattform soll sich schließlich 15,96 Meter über dem Gelände erheben. Hinzu kommt ein Geländer mit einer Höhe von 1,1 Metern. Angeschoben hatte der Gemeinderat Südergellersen das Projekt noch unter Vorsitz des zwischenzeitlich zurückgetretenen Bürgermeisters Andreas Bahlburg. Der Aussichtsturm soll das Angebot im Naherholungsgebiet Hambörn für Einheimische und Touristen abrunden. Dort, am Ende der Westergellerser Straße, befindet sich ein ohnehin einzigartiges Ensemble aus Bürgerwald, Urwaldzelle, Schafstall, Köhlerhütte und einer kleinen Heidefläche. In die Urwaldzelle reicht zudem ein 34 Meter langer Steg hinein, der an einer kleinen Aussichtsplattform im naturbelassenen Buchenwald endet. Das war im Herbst 2012 das Ergebnis des Projekts „Barriefreies Naturerleben“. Der Hambörn gehört zu den 32 ausgewählten „Naturwundern“ des Naturparks Lüneburger Heide.

Der Aussichtsturm ist Bestandteil des Vorhabens „Naturblicke“ des Naturparks aus dem Jahr 2012, bei dem verschiedene Aussichtspunkte in der Region neu inszeniert werden sollten. Planung und Bau des Turms werden zu 80 Prozent aus Landes- und EU-Mitteln aus dem Förderprogramm „Natur erleben“ bezahlt. Rund 20000 Euro als Eigenanteil bleiben von den Kosten bei der Kommune hängen.

Auch in der Gemeinde Amelinghausen war 2013 zunächst ein Aussichtsturm für die Kronsbergheide im Gespräch. Die Kommunalpolitiker entschieden sich zuletzt aber mehrheitlich dagegen. Auf der anderen Seite hielten die Südergellerser an ihren Turmplänen fest, sogar als die Aussichten auf finanzielle Unterstützung den Bach hinunter zu gehen schienen. Als dann Ende 2013 zum Jahreswechsel doch noch die Förderzusage für das Naturpark-Projekt kam, konnte Südergellersen die Pläne wieder aus der Schublade holen. Zwar war der folgende Papierkrieg aufwendiger als gedacht, doch im vergangenen Herbst wurde der Turmbau schließlich ausgeschrieben. Jetzt dauert es nur noch wenige Wochen, bis Einheimische und Touristen bei Südergellersen aus rund 16 Metern Höhe ihren Blick in die Ferne schweifen lassen können.