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Die roten Gebäude (links) hat die dii erworben. Rund 120 der 268 Wohnungen will sie als Eigentumswohnungen veräußern. Foto: boldt
Die roten Gebäude (links) hat die dii erworben. Rund 120 der 268 Wohnungen will sie als Eigentumswohnungen veräußern. Foto: boldt

Hinter der Saline: Eigentum statt Mietwohnungen

ca Lüneburg. 268 Wohnungen hat das Wiesbadener Immobilienunternehmen dii 2013 Am Weißen Turm und Hinter der Saline gekauft. Ursprünglich wollten die Investoren rund 15 Prozent des Bestandes veräußern, doch inzwischen sieht es anders aus: Mehr als 40 Prozent der Wohnungen stehen zum Verkauf. Die Bleiben in vier Häusern Hinter der Saline sind bereits auf dem Markt, und Manager Thomas Settelmayer „schließt nicht aus“, auch das fünfte Gebäude in Form von Eigentumswohnungen anzubieten.

Settelmayer zog nach rund eineinhalb Jahren Bilanz. Die dii habe Hauseingänge und Treppenhäuser erneuert, leerstehende Wohnungen würden saniert, erhielten etwa neue Bäder und Böden. Auch um den Dauerbrenner Fahrstühle kümmere man sich, Aufträge für Reparaturen und Wartungen seien vergeben. Bekanntlich waren die Aufzüge bei den Vorbesitzern häufiger ausgefallen und zum Teil über Wochen nicht instand gesetzt worden misslich für gehbehinderte Mieter im sechsten Stock.

Auch wenn es ruhiger um die Wohnungen zwischen Bögelstraße, Sülzwiesen und Salzmuseum geworden ist, die an zwei Immobilien-Gruppen verkauft wurden, ärgern sich Mieter etwa über defekte Eingangsschlösser, und vor allem haben sie Angst, ob sie nach dem Verkauf von Wohnungen ihr Zuhause verlieren.

Dazu Manager Thomas Settelmayer: Die Schlösser würden nachjustiert und um einen Wohnungsverlust müsse man sich nicht wirklich sorgen. Zunächst biete die dii die Wohnungen den Bewohnern an. Allerdings gingen von 40 bislang verkauften Wohnungen nur „zehn Prozent“, also vier, an die Mieter. Die dii verweist darauf, dass der Grundsatz „Kauf bricht keine Miete“ gelte, auch halte man in Kaufverträgen an Kapitalanleger fest, dass langjährige Mieter bleiben könnten. Wer als Käufer selber in eine Wohnung einziehen wolle, bekomme ein leerstehendes Objekt angeboten.

Die dii sei „keine Heuschrecke“, betont Settelmayer. Hinter dem 2006 gegründeten Unternehmen, das bundesweit 5500 Wohneinheiten im Wert von 470 Millionen Euro sein Eigen nennt, stünden „schwerreiche deutsche Industriedynastien“, welche das sind, wollte er aber nicht verraten.

Die Wohnungen Am Weißen Turm wolle die dii halten. Ziel: modernisieren und so den Wert steigern. Über die Pläne habe man das Rathaus informiert. Auch sonst sei man im Gespräch, sagte Settelmayer. Ein Thema könnte über kurz oder lang eine Parkpalette auf dem rund 33000 Quadratmeter großen Areal sein. Denn die werde kaum genutzt. Denkbar sei ein Abriss und eine neue Bebauung. Ob die dii dabei selber als Bauherr auftreten werde, sei aber offen.

Zum Schluss Zahlen zur Miete. „Bestandsmieter“ zahlen je nach Lage und Größe ihrer Wohnung zwischen 5,04 bis 9,21 Euro pro Quadratmeter, der Mittelwert liege bei 6,78 Euro. Bei bislang erfolgten Neuvermietungen bewege sich der Quadratmeterpreis zwischen 6,27 und 7,34 Euro, im Mittel liege er bei 8,03 Euro.