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Die Breite Straße gehört mit ihren historischen Häusern zum Kerngebiet der Städtebauförderung. Wer hier künftig ein Haus sanieren will, kann auf staatliche Förderung hoffen. Foto: t&w
Die Breite Straße gehört mit ihren historischen Häusern zum Kerngebiet der Städtebauförderung. Wer hier künftig ein Haus sanieren will, kann auf staatliche Förderung hoffen. Foto: t&w

Aufnahme in Städtebauförderprogramm: Bleckedes Millionen-Chance

off Bleckede. Die nächste Hürde auf dem Weg zu den Fördermillionen ist genommen: Die Stadt Bleckede ist als eine von landesweit 40 Kommunen neu in die Städtebauförderung aufgenommen worden und erhält damit die erhoffte Chance zur Weiterentwicklung und Sanierung der historischen Innenstadt. Über mehrere Jahre winken Stadt und Privatpersonen Finanzhilfen für Investitionen in den städtebaulichen Denkmalschutz, unter welchen Bedingungen wird in den kommenden Monaten festgelegt. Mit dem Start erster Baumaßnahmen rechnet Bürgermeister Jens Böther 2016. „Und ich hoffe, dass sich viele Privatpersonen an dem Programm beteiligen und dazu beitragen, unsere schöne Innenstadt noch schöner zu machen.“

Schon 2013 hatte der Bleckeder Stadtrat auf Initiative des Arbeitskreises Bleckeder Altstadt (ABA) entschieden, sich um die Aufnahme in das Förderprogramm zu bewerben (LZ berichtete). Erstellt werden musste dafür laut Förderrichtlinie „ein unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger erstelltes integriertes Entwicklungskonzept, in dem Ziele und Maßnahmen im Fördergebiet dargestellt sind“. Die entsprechenden Unterlagen reichte die Stadt 2014 ein mit Erfolg, wie das Sozialministerium in Hannover jetzt bekannt gab.

Besonders erfreulich für Bleckede: Die Stadt hat nicht nur den Zuschlag für das Förderprogramm erhalten, als „besonders finanzschwache“ Kommune gibt es in diesem Jahr erstmals einen Extra-Zuschuss vom Land. „Normalerweise zahlen Bund, Land und Kommune jeweils ein Drittel der Fördermittel“, sagt Böther, „für uns reduziert sich der Eigenanteil aufgrund der geringen Steuereinnahmekraft auf 20 Prozent.“ Konkret bedeutet das für das erste Förderjahr 2015: Insgesamt stehen 555000 Euro Fördermittel zur Verfügung, davon muss die Stadt lediglich 111000 Euro aufbringen. Geld, das allerdings nicht zwingend 2015 abgerufen werden muss. „Wir können es uns auch für die kommenden Jahre aufsparen“ sagt Böther.

Angelegt ist die Städtebauförderung in der Regel auf zehn Jahre, für diesen Zeitraum hofft die Stadt Bleckede auf Fördermittel in einer Gesamthöhe von knapp sechs Millionen Euro. „Davon würden Bund und Land zusammen zwei Drittel tragen“, sagt Böther, „das letzte Drittel, zwei Millionen Euro, müssten wir als Stadt aufbringen.“ Ob die gesamte Fördersumme am Ende tatsächlich nach Bleckede fließt, wird dann die Investitionswilligkeit von öffentlicher Hand und Privatpersonen zeigen. „Denn nur, wenn Leute sich bereit erklären, selbst in die historische Innenstadt zu investieren, gibt es auch die Chance auf Förderung.“

Die Stadt selbst hat ihr großes Bauprojekt bereits auf dem Plan: die Sanierung des nördlichen Schloss-Flügels. „Untersuchungen und Kostenermittlung sind bereits abgeschlossen“, sagt Böther. Danach liegt der Gesamtinvestitionsbedarf derzeit bei rund 1,7 Millionen Euro, 1,2 Millionen Euro (inklusive Eigenmittel der Stadt) so die Hoffnung des Verwaltungschefs können über die Städtebauförderung finanziert werden. „An der Finanzierung des Restbetrages mithilfe weiterer Partner arbeiten wir“, sagt Böther.

Das konkrete Fördergebiet musste die Stadt bereits für die Bewerbung festlegen, „es umfasst im Wesentlichen das Gebiet Breite Straße, Zollstraße, Schlossstraße“, sagt Böther. Doch auch Hausbesitzern in einem größeren Gebiet um den Kernbereich kann die Städtebauförderung zugutekommen, „durch steuerliche Vorteile“, sagt der Verwaltungschef. Die genauen Förder-Bedingungen müssen jetzt erarbeitet und in einer Satzung festgeschrieben werden. „Sobald diese vom Rat abgesegnet ist, werden wir umfassend über die Möglichkeiten informieren“, versichert Böther.