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Klaus Hoppe und Campus haben die alte Ziegelei in Rettmer gekauft. Die Hallen nutzt Campus, um Holz zu lagern und zu verarbeiten, mit dem Studentenwohnheime geheizt werden. Foto: ca
Klaus Hoppe und Campus haben die alte Ziegelei in Rettmer gekauft. Die Hallen nutzt Campus, um Holz zu lagern und zu verarbeiten, mit dem Studentenwohnheime geheizt werden. Foto: ca

Campus kauft Ziegelei in Rettmer

ca Lüneburg. Gepachtet hatte die Campus-Management GmbH die alte Ziegelei in Rettmer bereits seit längerem, jetzt hat die Gesellschaft Hallen und die rund 18800 Quadratmeter große Fläche von einem Hamburger Immobilienunternehmen gekauft. Aktuell nutzen Geschäftsführer Klaus Hoppe und seine Mitarbeiter den Komplex als Lager- und Holzverarbeitungsplatz. Der Hintergrund: Campus betreibt Studentenwohnheime, dazu hat die Gesellschaft das ehemalige Anna-Vogeley-Heim übernommen. Vier dieser Immobilien heizt Campus mit Holz.

„Die Baumstämme beziehen wir über die Forstbetriebsgemeinschaft Amelinghausen“, sagt Hoppe. Die Stämme, zumeist Birke und Erle, bereitet Mitarbeiter Sven Graumann in Rettmer vor. Zudem kann das Brennmaterial dort ein bis zwei Jahre trocknen, bevor es in die Holzvergaser-Heizanlage kommt. Hoppe: „250 Menschen haben es so warm.“ Im vergangenen milden Winter wurden 625 Raummeter Brennholz verfeuert. Doch wenn die Minusgrade beißender ausfallen und länger anhalten, steigt der Verbrauch, dementsprechend benötigt Campus mehr Kapazitäten und dafür bieten die Hallen rund 4000 Quadratmeter Fläche.

Aus Hoppes Sicht bringt die Holz-Heizung mehrere Vorteile mit sich: Es sind eineinhalb Arbeitsplätze entstanden, das Heizen ist für die Mieter billiger als konventionelle Wärmesysteme, überdies handle es sich um ein CO2 neutrales Heizsystem, durch das ein ökologischer und vollkommen regionaler Wirtschaftszweig entstanden sei.

Vom Tisch sind größere Pläne: Wie berichtet, waren immer wieder Gerüchte im Schwange, nach denen Lüneburg zwischen Oedeme, Rettmer und Heiligenthal wachsen könnte. Doch angesichts der politischen Diskussion, die dort einen „Grüngürtel“ erhalten möchte, scheinen die Chancen für ein großes Wohngebiet eher schlecht zu stehen. Eine Studentin hatte für Campus in ihrer Masterarbeit Pläne für ein Blockheizkraftwerk entworfen. Doch sind diese in Hoppes Schublade gelandet: Aktuell mache es keinen Sinn, das Projekt weiter zu verfolgen. Ein Blockheizkraftwerk müsse nahe an Wohnhäusern stehen.

Campus verfolgt noch eine weitere Idee. Auf dem Gelände steht eine „Forschungsanlage“, die Fischzucht und Gewächshaus verbinden will. In einem Bassin schwimmen Fische, deren Ausscheidungen werden mit dem Wasser in ein Rohrsystem gepumpt und dienen zur Bewässerung und Düngung von Gemüse und Salaten. Am Ende des Kreislaufs fließt das gereinigte Wasser wieder in das Bassin.

Noch sammelt Campus erste Erfahrungen, funktioniert das Projekt, könnte es im größeren Stil umgesetzt werden. Die Ernte würde dann dem Campus-Catering zugutekommen Tafelwerk liefert unter anderem Schulverpflegung. Und die Schüler, so wünscht es sich Hoppe, könnten zur Exkursion nach Rettmer aufbrechen, um zu sehen, woher das Essen kommt.