Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Foto: t&w
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„Wir sind mehr wert“ +++ Rund 6000 Demonstranten bei Kita-Streik in Lüneburg +++ mit LZplay-Video

lz Lüneburg. Mittwochmorgen sind in Lüneburg noch mehr Demonstranten unterwegs als gedacht. Die Polizei geht von 5500 bis 6000 Demonstranten aus. Vom Liebesgrund steuerte der Zug den Sammelpunkt Am Sande an. Um halb eins begann dort die Kundgebung mit dem Schlachtruf „Wir sind, wir sind, mehr wert“ nach dem Queen-Hit „We will rock you“.

Foto: t&w  Kita Streik und Demo
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Die Randerscheinung: lange Staus auf dem Lüneburger Stadtring und den Hauptverkehrsschlagadern im Berufsverkehr. Wahrscheinlich aufgrund der Auswirkungen des GLD-Streiks steckten einige Busse noch bis über die Eröffnung der Demo auf der Autobahn im Stau fest.

Splitter zur Demo:

  • Der Lüneburger Block führt den Zug an, Start: kurz nach 11.30 Uhr im Liebesgrund
  • Die Frauen sind klar in der Überzahl
  • 2500 Flaschen Wasser und 3000 Äpfel werden als Verpflegung an Teilnehmer verteilt
  • Die Meldung, dass ein Bus mit Demonstranten auf der Autobahn umgekippt sei, ist nur ein Gerücht. Die Polizei dementiert.

Selbst aus Göttingen und Friesland reisten Gewerkschafter an, um für mehr Anerkennung und mehr Geld zu protestieren. Der Lüneburger ver.di-Chef Matthias Hoffmann hatte im Vorfeld mit etwa 5000 Erzieherinnen und Sozialarbeiter gerechnet, die zur Streik-Kundgebung an die Ilmenau kommen. „Wir haben die Anmeldung für 106 Busse“, sagt Hoffmann.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie morgen in der LZ

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15 Kommentare

  1. Ronald Brockmüller

    Ich finde es gut und bemerkenswert, dass so viele Menschen bereit sind Zeit und finanzielle Einbußen einzusetzen. Es geht nicht nur um das (viel zu kleine) Einkommen und geringe Anerkennung im Erziehungsdienst, sondern um eine groteske Schieflage der Gesellschaft und deren Verhältnis zu sozialen Berufen. Danke, dass Ihr streikt! Hoffentlich gibt es ein baldiges Umdenken!

    • Ronald Brockmüller, dann hoffen wir ja schon gemeinsam.

    • Hallo ich erhoffe mir Erfolg ,den es ist nicht mehr nur das Kind abgeben die Kinder bekommen Bildung und vieles mehr und dafür muss Mann anerkannt werden danke an alle sie uns unterstützen

      • An die Vermittlung von Bildung zu glauben fällt mir bei Ihrer Orthografie leider schwer. Unabhängig davon habe ich jedoch Verständnis für den Streik. Arbeit in sozialen Diensten, sei es Kindererziehung, in der Pflege u.a. Bereichen ist Dienst am Menschen. Und diese Arbeit kann deshalb nicht hoch genug geschätzt werden. Diese Arbeit ist eine große Leistung für unsere (soziale) Gesellschaft.

  2. Jugendamtsmitarbeiter

    Es wird von der Öffentlichkeit leider nicht bemerkt, dass auch große Teile der Jugendämter betroffen sind und ebenfalls streiken. Eine Aufwertung für uns ist längst überfällig. Wir tragen eine riesige Verantwortung, stehen permanent unter Druck und sind immer Schuld wenn „etwas“ passiert. Offene Stellen werden in der Regel erst nach Monaten besetzt, eine ständige Überforderung ist die Folge. Eine stärkere gesellschaftliche Anerkennung, welche mit deutlich mehr Geld verbunden sein muss, könnte da Abhilfe schaffen.
    Wenn die Gesellschaft endlich mehr in die Kinder und Jugendlichen (alle sozialen Berufe) investiert wird die Rendite in einigen Jahren Milliarden einsparen. Politiker allerding denken leider nur in Legislaturperioden.

    AUFWERTUNG JETZT!

  3. Markus Stetzuhn

    Ich weiß, es gehört nicht wirklich zum Thema, aber die Zeile „Kundgebung auf Sand beginnt“ springt einem ja förmlich ins Auge. Nicht auf Sand, nicht auf Sande….Am Sande!!! das sollte in einer Lüneburger Zeitung, deren Anschrift Am Sande 18-19 ist, richtig schreiben.

    • Lieber Herr Stetzuhn, vielen Dank für Ihren Kommentar. Das ist eine alte Streitfrage.
      Hier mal aus einer offiziellen Stellungnahme der Stadt Lüneburg: „Der Rat der Hansestadt Lüneburg hat sich mit dem Umbau des zentralen Platzes Am Sande eindeutig für die Beibehaltung der Erreichbarkeit der Innenstadt durch den ÖPNV ausgesprochen. Der Sand ist ein wesentliches …..“

      Der bekannte Maler Illies nannte sein Bild vom Platz „Auf dem Sand“

      Am Sande, der Sand, auf dem Sand, Auf dem Sande, über den Sand gehen.
      Sie finden alles.

      Schon meinen verstorbenen Onkel Dr. Heinz Jenckel brachte diese Frage regelmäßig in Rage.

      • warum heißt es nicht: im sande? da verläuft doch immer eine ganze menge.

  4. Karsten Hilsen

    Mehr als 3500 Personen können das schon rein rechtlich gar nicht gewesen sein.
    Ich hatte vier Mal eine Großdemonstration auf dem Sand angemeldet.
    Diese Versammlungen konnten nicht auf dem Sand stattfinden, weil die Stadt Lüneburg als
    Versammlungbehörde festgetellt hat, daß aus Sicherheitsgründen („Zu wenig Fluchtwege“) keineswegs mehr als 3500 Personen auf einer solchen Versammlung am Sande sein dürften.

    Bei der Vierten Versamlung zum gleichen Thema erwarteten wir günstigerweise dann auch nur ca, 3000 TeilnehmerInnen.
    Da hatte dann aber die Polizei interveniert, und der Stadt Lüneburg amtlich mitgeteilt, daß der Herr Hilsen diese Zahl in täuschender Absicht genannt hätte. Und daß nach Erkentnissen der Polizei viel mehr Teilnehmer zu erwarten seien.
    Nachdem daraufhin die ‚Stadt Lüneburg auch diese Versammlung auf dem Sand per Auflage verboten hatte, kamen zu der Versammlung, die dann am Clamartpark stattfand ziemlich genau 3500 TeilnehmerInnen.
    Woraufhin die Polizei,welche damals eine eigene Sonder-Propagandaeinheit (aus über 100 Beamten) gebildet hatte, in einer amtlichen Pressemeldung verkündete:

    „WESENTLICH WENIGER TEILNEHMER ALS ERWARTET“

    • Hallo Herr Hilsen,

      die Zahl kommt von Polizei, Stadt und der Gewerkschaft. Besten Gruß aus der LZonline-Redaktion

      • Karsten Hilsen

        Tja,
        Erstaunlich…
        Ich mag ja nicht glauben, daß die Versammlungsbehörde der Stadt Lüneburg
        die Auflagen , also das Verbot am Sande, damals irgendwie willkürlich und nicht aus sachlichen Gründen erlassen hatte.

  5. Als Vater einer Tochter unterstütze ich das Anliegen der ErzieherInnen und SozialarbeiterInnen vollumfänglich. Ich möchte eine qualitativ hochwertige Betreung meiner Tochter nutzen. Dies kann nur durch gut qualifiziertes und motiviertes Personal erfolgen. In unserer Gesellschaft muss sich etwas ändern, die sozialen Berufe (auch in der Pflege) sind massiv unterbezahlt.

  6. „Rund 6.000 Demonstranten“? Auf den Luftbildern im Video sieht es (wohlwollend geschätzt) eher nach knapp 1.000 Leuten auf dem Sande aus. War der Rest da schon beim Shoppen? Damit tut man dem (richtigen) Anliegen keinen Gefallen.

  7. Anja Kennemann

    Schade das so viele Demonstranten schon während der Kundgebung in Straßencafes und Geschäften anzutreffen waren. Vielleicht hätten sie ihre roten Westen ausziehen sollen….

    • Hartmut Rickers

      Vielleicht die Tätigkeiten, die man vornehmlich auch während der Abeitszeit ausführt.

      Spass beiseite! Ich finde es sehr gut, das man in einem Land indem sich die Eliten der Politik erlauben, das Gehalt selbst zu bestimmen und eifrig sind, die Bürger davon zu überzeugen, das diese unverschämten und zum Teil unversteuerten Summen, gerechtfertigt sind, auf die Strasse geht und eine faire und angemessene Bezahlung fordert. Wir Bürger zahken schliesslich alles, was in Deutschland über Steuern finanziert wird.Zum grossen teil zahken wir mehrfach.Wenn man mit seinem bereits versteuerten Geld aus Arbeit zum einkaufen und tanken fährt, zahlt man Mehrwertsteuer, Ökosteuer, Mineralölsteuer,Bevoratungszuschlag, dann Versicherungssteuer, Grundsteuer, KfzSteuer…….usw.
      Dafür erhalten die Regierungsbeamten ausser ihrer fetten Gehälter und einer Pension, die keine Solidargemeinschaft mit Einzahlungen ist, sondern ebenso über die Steuerzahler finanziert wird, ihre Fahrzeuge als Dienst-kfz, oder nutzen den Fahrdienst, erhalten Zuschläge um Bedienstete einzustellen, wie Sekretäre ,Berater,Zuzahlungen für Kleidung, Spesen,usw.