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Der Übergriff auf ein Islandpferd-Fohlen bei Bispingen im Heidekreis sorgt für Aufregung unter Pferdehaltern. Symbolbild: A./t&w
Der Übergriff auf ein Islandpferd-Fohlen bei Bispingen im Heidekreis sorgt für Aufregung unter Pferdehaltern. Symbolbild: A./t&w

Totes Fohlen, Wolf unter Verdacht

off Lüneburg. Die Nachricht verbreitet sich unter Pferdehaltern in der Region wie ein Lauffeuer: Ein Wolf soll in Borstel i.d. Kuhle bei Bispingen ein Islandpferde-Fohlen getötet haben. Offiziell kann das die Landesjägerschaft (LJN) als zuständige Stelle für das Wolfsmonitoring in Niedersachsen gestern nicht bestätigen, Pressesprecher Florian Rölfing sagt nur soviel: „Der Fall ist uns gemeldet worden, aber es gibt noch keinen Beweis für den Verursacher.“

Unterdessen machen Fotos des getöteten Fohlens in der Region die Runde, auch der LZ liegen Aufnahmen des Kadavers vor. Übrig sind von dem Tier nur noch der Kopf und Teile der Wirbelsäule. Für manche Empfänger der Fotos Beweis genug: Das Fohlen geht auf das Konto des Wolfes. Die LJN indes will zum jetzigen Zeitpunkt nicht über den Fall spekulieren. „Die Vorfälle werden zur weiteren Bearbeitung dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) übergeben, wo unter anderem eine DNA-Analyse zeigen wird, ob tatsächlich ein Wolf der Verursacher war“, sagt Pressesprecher Rölfing.

Vielmehr kann dazu auch die Verwaltung des Heidekreises bisher nicht sagen. „Wir haben am Montag von einem Wolfsberater des Verein Naturschutzpark (VNP) von dem Vorfall erfahren“, sagt Pressesprecher Andreas Pütz. Daraufhin habe die Verwaltung einen Veterinär hingeschickt, um Proben zu nehmen. „Mehr können auch wir dazu zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen“, so Pütz.

Bewiesen oder nicht: Für Gestütsinhaber Götz George aus Hörpel ist nach dem Fund seines toten Fohlens nichts mehr wie vorher. „Am Sonntagmorgen war meine Frau noch dabei, wie eine unserer Zuchtstuten auf der Weide ihr Fohlen zur Welt gebracht hat“, sagt er, „beide waren wohlauf.“ Um 18 Uhr seien sie dann nochmal auf der Weide gewesen, um alles zu kontrollieren. „Bei einer Stute war es absehbar, dass sie bald fohlt“, erzählt George, „aber da wir die Tiere naturbelassen halten, bekommen sie ihre Fohlen draußen auch allein.“ Am nächsten Morgen dann der Schock: „Ich dachte erst, da liegt ein Stück Nachgeburt“, erzählt er, „doch beim genaueren Hinsehen musste ich dann feststellen, dass es die Überreste des eines Fohlens sind.“

Als Jäger und Pferdezüchter beschäftigt sich George schon länger mit dem Thema Wolf, „wir haben sogar zwei Herdenschutzesel mit auf der Weide, um die Stuten und ihre Fohlen zu schützen“, sagt er. „Aber auch die haben offenbar nichts genützt.“ Er selbst ist überzeugt, dass ein Wolf sein Fohlen getötet und gefressen hat. „Zwei Wolfsbeauftragte und ein Veterinär waren hier, und wir haben alle anderen Verursacher ausgeschlossen.“

Stuten und Fohlen hat Götz George inzwischen von der Weide nach Hause geholt, erste Gespräche mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Lutz Winkelmann geführt. Der Pferdezüchter will sich an das Ministerium wenden, fragen, „wie die sich das hier in Zukunft vorstellen, was mit der artgerechten Pferdehaltung passieren soll“. Er selbst fühlt sich nicht mehr sicher, fürchtet, dass es nicht bei dem einen Opfer bleibt und er seinen Betrieb auf Dauer so nicht mehr weiterführen kann.

Offiziell gab es in Niedersachsen bisher keine Angriffe von Wölfen auf Pferde, „mir ist zumindest kein Fall bekannt“, sagt Rölfing als Sprecher der Landesjägerschaft. Wann mit den Ergebnissen der Untersuchungen aus Borstel i.d. Kuhle zu rechnen ist, konnte die Jägerschaft gestern nicht sagen. Auch beim NLWKN war gestern Abend niemand mehr zu erreichen.

Mehr dazu:

Totes Fohlen bei Bispingen — Waren es wirklich Wölfe?

20 Kommentare

  1. ich versteh die aufregung nicht. wer nicht auf seine sachen aufpassen kann, hat selbst schuld. das fohlen ist eine sache nach unserem recht, mehr nicht. ich empfehle mal in den schlachthof zu gehen. dort gibt es noch mehr sachen. jäger erschießen doch auch nur sachen. der wolf ist eine sache, der sich von anderen sachen ernährt.

    • Hütehunde von Wölfen gebissen

      »Görzig (MOZ) Wieder haben mordgierige Wölfe ihre blutigen Spuren hinterlassen. Schäfer Maik Östreich informierte am Freitag die Märkische Oderzeitung über einen Vorfall aus der vergangenen Nacht. Wölfe seien in die eingezäunte Koppel am Schafstall, der sich am Ortsrand von Görzig befindet, eingedrungen, indem sie sich mit ruchloser Fleischgier unter dem Zaun durchgearbeitet hätten. „Schafe kamen nicht zu Schaden, weil meine Hunde sie geschützt haben“, berichtet der Schäfer. „Aber die beiden Hunde habe schwere Verletzungen davon getragen.“ Ein Hund sei am Kopf verletzt worden, die Hündin sei am Vorderbein gebissen worden und müsse humpeln. Alles habe er auf Fotos dokumentiert, teilt Östreich mit. Auch der Wolfsbeauftragte sei vor Ort gewesen, um sich die Schäden anzusehen. Auch er sei sicher, dass es Wölfe waren, die seine Tiere angegriffen hätten.

      Offenbar hat der hohe Wolfsschutzzaun, den Östreich bereits mit Fördermitteln angeschafft hat, keine Wirkung gezeigt. Der Zaun habe zwar einen Untergrabungsschutz, sei allerdings nicht elektrifiziert, wie jetzt immer empfohlen werde.

      Schon vor vier Wochen hatte Östreich einen Schaden zu verzeichnen: „20 Schafe sind von den Raubtieren wahllos abgeschlachtet worden“, sagte er.

      Zudem wusste er zu berichten, dass auch im Gut Hirschaue am Freitag erneut Löcher unter den Zäunen entdeckt worden sind, die vermutlich von diesen bösartigen hungrigen Wölfen auf ihrem mörderischem Beutezug stammen.«

      Märkische Oderzeitung vom 21. März 2015 (http://www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/beeskow/artikel2/dg/0/1/1377250/)

  2. was soll die aufregung, in der lasagne ist auch pferdefleisch drin. und solange dafür bezahlt wird, ist ja alles in ordnung. der wolf hat nun mal kein geld, deswegen muss er ja wohl erschossen werden.

    • @Klaus Bruns … sehr reife Aussage! Tztz! Wenn die (Pferde)-Leute vom Pferdefleisch in Lasagne gewusst hätten, hätten die meisten wohl keine Lasagne mehr gekauft, geschweige denn gegessen! Also erst mal nachdenken bevor hier so einen Blödsinn zu schreiben! Unmöglich!!!

      • blödsinn? wissen sie, was alles in der wurst ist? ein wurstfabrikant kann eine menge verschwinden lassen. denken sie mal an hoeneß. übrigens ,pferdewurst soll sehr mager sein.

    • Schockemöhle

      Klaus Bruns, den Verdacht, dass Sie einen Großteil Ihrer Kommentare unter Einfluss von Drogen schreiben, hatte ich ja schon immer, mit den im wahrsten Sinne des Wortes blödsinnigen Kommentaren zum Tod des Fohlens bestätigen Sie diesen Verdacht eindrucksvoll !

      • @Schokemöhle
        sie sollten weiter lesen und nicht gleich aufgeben. ich kann ja verstehen, wenn tatsachen weh tun. wolf müsste man sein. dann könnte man so manchem polemiker in den hintern beißen und braucht nicht mal steuern dafür zu bezahlen.@Islandpferdefreund, raten sie mal, wer das ist.

        • Schockemöhle

          Nein, Klaus Bruns, hier haben Sie die Schmerzgrenze überschritten, das hat mit Tatsachen nichts zu tun. Aber Sie genießen ja hier Narrenfreiheit, nichts muss Ihnen peinlich sein…

          • @Schockemöhle

            was hat mit tatsachen nichts zu tun? werden sie doch mal konkret. und was die narrenfreiheit angeht, sie sollten sich mal an till eulenspiegel erinnern. rattenfänger sind hier genug unterwegs.

          • ich habe noch was vergessen, sie sollten an ihrer schmerzgrenze arbeiten. habe ich auch getan. es lebt sich entspannter und polemiker können mich zum beispiel nicht mehr aufregen. sie mich somit auch nicht.

          • @ Klaus Bruns

            Weshalb sich Wölfe ( und Hunde) in übelriechenden Dingen (Kot, Aas) wälzen, ist noch ungeklärt. Es wird vermutet, dass der Geruch die eigene Witterung „übertünchen“ soll und auf diese Weise eine Tarnfunktion bei der Jagd erfüllt.

            Es könnte auch dazu dienen lästige Zecken oder andere äußere Parasiten abzuhalten.

  3. Islandpferdefreund

    Abgesehen davon, dass ein Pferd für viele Leute keine Sache ist, genau wie Hunde oder Katzen für andere, gibt es noch weitere Gründe, warum das nicht einfach hinzunehmen ist – sollte es denn ein Wolf gewesen sein.
    Die Weide, auf der der Vorfall geschah, liegt 250 m vom Dorf entfernt und war eingezäunt. Wenn tatsächlich Wölfe dort jagen, liegt es nahe, dass sie die Grenzen ihres Jagdreviers immer weiter ausweiten werden. Und das ist etwas, was ihr sicher auch nicht gerne sehen werdet. Wilde (Raub-)Tiere müssen ein gewisses Maß Respekt vor dem Menschen haben.

    Außerdem ist die Pferdezucht ein Beruf für Götz George und kein Hobby. Das Fohlen hat auch deutlich mehr Wert als ein hinter dem Hof gezogenes Tier, für das zwei gerade greifbare Tiere miteinander verpaart wurden. Vater des toten Fohlens ist der amtierende Weltmeister im Fünfgang, die Mutter war eine ebenfalls geprüfte Zuchtstute aus Island.

    Und Schutz der Wölfe hin oder her – auch Pferde sollten artgerecht gehalten werden, nämlich auf der Weide. Gerade eine Robusttierrasse wie die Islandpferde, bei denen die Zucht, begonnen beim Deckakt (oft Natursprung in der Herde) bis zur Geburt in den meisten Fällen noch völlig natürlich abläuft, sollte geschützt werden.

    Was ist wichtiger? Dass die Wölfe ohne Respekt vor den Menschen, bis zu Verhaltensauffälligkeiten (Wölfe tagsüber in oder in der Nähe von Dörfern), sich ungehindert überall ausbreiten? Oder dass die Tiere, die wir halten vor ihnen geschützt werden?
    Es ist ja nicht so, als hätte der Züchter des toten Fohlens nicht versucht ein Reißen durch Wölfe zu verhindern, aber scheinbar haben Esel nicht ausgereicht um die Herde zu schützen.

    Dass nicht deklariertes Fleisch in Lasagne gefunden wurde, rechtfertigt nicht, dass andere Dinge ebenfalls falsch laufen dürfen (naturalisitscher Fehlschluss etc.). Außerdem hat das überhaupt gar nichts mit der Wolfproblematik zu tun und sollte hier nicht in einem Kommentar zu finden sein.

    • @Islandpferdefreund

      nun, ich glaube, sie haben meine überspitzen , aber in der sache richtigen kommentare nicht so richtig verstanden, oder? ich habe selbst einen hund und finde es persönlich schlimm, dass bei uns tiere als sache behandelt werden. wenn es aber schon so ist, wie es ist, sollten daraus auch die konsequenzen gezogen werden. wir haben etwa 50 wölfe in niedersachsen. und wer ein wertvolles tier auf die weide stellt, geht immer ein risiko ein. es soll menschen geben, die pferde füttern und sie dabei aus versehen vergiften. es soll auch menschen geben, die gerade pferde gern quälen und abstechen. vor diesen menschen sollte ein pferdebesitzer mehr furcht haben, als vor dem wolf. wenn es ein wolf war, wurde er vom duft einer frischen geburt angelockt. der pferdebesitzer wußte doch , das eine geburt bevorsteht. der mensch muss eben sich auch mal neuen gegebenheiten stellen und nicht ständig verdrängen. der wolf soll bei uns wieder heimisch werden. maßnahmen für eine bestimmte sicherheit, sollte man von menschen erwarten können.

      • islandpferdefreund

        Das Problem ist, dass man gegen diese Menschen, die meiner Meinung nach krank sind, leider nichts machen kann. Menschen kann man nicht prophylaktisch einsperren.
        Sobald ich Menschen in der Nähe unserer Pferde sehe, steigt mein Adrenalinspiegel dramatisch an. Das kommt aber zum Glück nicht oft vor. Allerdings haben die meisten Pferde Respekt vor ihrem Zaun und kommen nicht zu Spaziergängen. Auf die Intelligenz der Nachbarn kann man zum Glück meistens Vertrauen, obwohl die „bitte nicht füttern“-Schilder oft auf zauberhaft Weise verschwinden.
        Und nur, weil es andere Gefahren gibt, bedeutet das nicht, dass man nicht versuchen sollte seine Pferde nicht vor Wölfen zu schützen.
        Wenn man Pferdebesitzer ist, macht man sich sowieso unablässig Sorgen, das ist ähnlich wie bei besorgten Eltern. Man keine seinr Pferde nicht ständig im Blick haben.

        Aber wenn wir die Wölfe überall jagen lassen, ohne ihnen Grenzen aufzuzeigen, dann wird artgerechte Pferdehaltung und -Zucht leider nicht mehr möglich sein. Ist das richtig so?
        Die Wölfe waren schon früher da zieht nicht als Argument, früher haben die Menschen auch noch eine andere Rolle gespielt und die wollen wir ja auch nicht wieder einnehmen. Nur unsere Nutztiere etc sollen wir schön ruhig auffressen lassen?

        Klar kann man versuchen sie zu schützen, aber das Problem ist doch, dass es sich bei Wölfen um intelligente und neugierige Tiere handelt.
        Wenn sie lernen, dass man einfach auf Weiden jagen kann, werden sie das tun. Wenn sie lernen, dass sie in Dörfern herumlaufen können, werden sie das tun. Und dann werden sie das vielleicht auch kombinieren. Irgendwann. Warum nicht?

        Natürlich kann man Pferde zum Abfohlen einholen. Allerdings kann die Mutterstute zu nah an der Boxenwand zum Liegen kommen, die nachgeburt kann auf Grund der fehlenden Bewegung nicht abgehen, und und und. Die Stuten sollten sich mehrere Wochen. Vor der Geburt auf der Geburtsweide befinden, damit sich ihr Immunsystem anpassen kann und sie dem Fohlen einen ausreichenden Schutz bieten kann. Außerdem brauchen Fohlen bewegung, um sich richtig entwickeln zu können, den ganzen Tag über. Diese Möglichkeiten bieten sich den meisten Züchtern nicht im Dorf. Was aber ja auch egal wäre, wenn die Wölfe irgendwann auch in den Dörfern jagen kommen.

        Ich glaube ich habe Ihre Kommentare durchaus verstanden, aber ich wollte nicht auf derselben Ebene antworten. Das ist eine Problematik, die einer ernsthaften Diskussion bedarf. Eine Antwort wie die auf meinen Kommentar ermöglicht jetzt nämlich eine normale Kommunikation.

        So, ich habe das jetzt nicht mehr Korrektur gelesen, ich hoffe man kann es so stehen lassen.

        Viele Grüße

        • Richard Mergel

          Vielleicht liegt´s ja an den zu hohen Abschusszahlen der menschlichen Jäger, dass die Wölfe in den Wäldern zu wenig Beutetiere abkriegen und deswegen woanderst was zum Fressen suchen. 😉 Würde mich bei dem Herumgeballere in unseren Wäldern nicht wundern, wenn die Wölfe die Flucht ergreifen.

          Hier ein paar Zahlen:

          Streckenangaben im Land Brandenburg für das Jagdjahr 2013/14:

          Rotwild 9.936
          Damwild 12.986
          Muffelwild 750
          Rehwild 73.106
          Schwarzwild 63.254
          Feldhase 3.051
          Kaninchen 83
          Fasan 1.018
          Enten (gesamt) 10.443
          Gänse (gesamt) 4.395
          Ringeltauben 2.159
          Rotfuchs 22.754
          Steinmarder 1.311
          Dachs 3.740
          Waschbär 21.577
          Marderhund 5.803
          Mink 171

          (Quelle: http://www.mlul.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb1.c.380338.de)

  4. Da Folgen nun die Wölfe ihrer natürlichen Bestimmung und reißen sich als Raubtiere ihr Fressen und nun ist das ein Problem. So was aber auch. Die sollen sich mal zusammen reißen und bitte wenn sie Fusslahm werden Diät machen und nicht noch kleine Kinder essen.
    Im Raum Wriedel kommt es schon regelmäßig zu Mensch-Wolf Begegnungen und mehrfach wurden schon Menschen eingekreist. Da verhalten sich die Wölfe doch tatsächlich anders als uns die Experten, in der Regel aus der Stadt, vorausgesagt haben. Hunde beißen ja auch keine Menschen. Vielleicht sollten wir mal unserer Ahnen gedenken, die wussten noch wie man in solchen Momenten handelt.

  5. in Eimke wurden übrigens schon Rinder gerissen, also warum keine Fohlen oder Pferde. Die Pferde können natürlich häftig ausschlagen und kein Wolf möchte sich verletzen. Also,bei den Pferden wird es noch ein wenig dauern bis sie ausreichend Mut und Vertrauen in ihre Fähigkeiten haben. Wenn aber erstmal die Routine einkehrt…

    • Pferde sind Fluchttiere, fettgemästete Milchkühe können nicht mehr laufen. Als Rudeltier arbeiten Wölfe auf der Jagd im Team zusammen. Je nach Gelände und Beuteart verwenden sie verschiedene Jagdtaktiken. Wenn genügend Deckungsmöglichkeiten vorhanden sind, versuchen sie ihre Beute einzukreisen, um sie dann gemeinsam anzugreifen oder sich gegenseitig zuzutreiben. Aus Tierherden suchen sie sich meist alte, schwache oder verletzte Tiere aus und versuchen sie von der Herde zu trennen. Einzelne Wölfe „testen“ nahezu einzelne Beutetiere, starten Scheinangriffe, um herauszufinden, welches Tier am ehesten zu erjagen ist.

      In deckungsarmen Gebieten führt meist nur die Hetzjagd zum Erfolg. Ein von der Herde abgetrenntes Tier wird vom gesamten Rudel verfolgt. Häufig wechseln sich die Wölfe an der Spitze ab, so dass sich das bisherige „Leittier“ ein wenig erholen kann. Im tiefen Schnee hat diese Taktik einen weiteren Vorteil. Der vordere Wolf spielt sozusagen den „Schneepflug“ und macht den Weg für das nachfolgende Rudel frei. Besonders hier muss der zuvorderst laufende Wolf öfters von einem Kollegen abgelöst werden, da das Laufen im Tiefschnee sehr kräftezehrend ist.
      Je nach Verteidigungstaktik der Beute und der Topographie des Jagdgebietes wird der Angriff abgestimmt. Flüchtendem Wild wird kurz und schnell nachgesetzt. Dabei kommt es häufig zur Arbeitsteilung im Rudel. Während einige das Wild treiben, lauern andere im Hinterhalt. Ist die Beute dann erschöpft, haben die im Hinterhalt lauernden Wölfe oft leichtes Spiel mit dem Opfer.
      Sehr große Beutetiere, wie Elche oder Bisons werden oft auch tagelang belauert. Die Rudelmitglieder lösen sich dann im „Wachdienst“ und in der „Freiwache“, also dem Schlaf, ab. Das Beutetier bekommt überhaupt keinen Schlaf und erschöpft immer mehr.

      Wenn die Beute erschöpft und/oder erreicht ist, versuchen die Wölfe, besonders bei großen Tieren, das Opfer erst einmal zu verletzen, um es weiter zu schwächen. Ein eingekreistes Tier wird häufig von allen Seiten gleichzeitig attackiert. Häufige Angriffspunkte sind die Beine, um die Sehnen zu zerreißen, die Kehle und der Hals, die Bauchunterseite, um die Bauchdecke aufzureißen und oft wird versucht, das gestellte Opfer am empfindlichen Äser (Schnauze, Kopfansatz) zu packen und durch Drehen und Zerren zu Boden zu ringen. Die Beute kann sich immer nur nach einer Seite zur Wehr setzen und während einige Rudelmitglieder das Tier ablenken, versuchen die anderen es zu packen und zu Fall zu bringen. Liegt die Beute erst einmal am Boden, wird sie festgehalten und zerrissen. Dies kann mehrere Minuten dauern und wirkt auf den ersten Blick brutal, doch ist auch zu bedenken, dass sich auf jeder „Großwildjagd“ auch die Wölfe in große Gefahr begeben. Ein durch Huftritte schwer verletzter Wolf mit eventuell sogar gebrochenen Knochen ist verloren.

  6. ich finde das foto wirklich klasse. hübsche tiere und was das schöne an ihnen ist, sie sind nicht verblödet, wie die meisten haustiere der menschen.

  7. Richard Mergel

    Auf youtube gibt’s türkische Videos von Kangals die Wölfe zerreißen… Nichts für zartbesaitete.. Aber die Hirten feiern den Mut und die Kampfstärke ihrer Hunde

    Habe mal ein bisschen über die Kangals im Internet gesucht. Die sind wohl echt starke Herdenschutzhunde, die mit den Raubtieren hierzulande locker fertig werden würden. In Namibia halten sie die Geparde von den Herden fern. Für die Herdenbesitzer ist´s gut, weil die Geparden sich von den Tieren fernhalten. Für die Geparden ist´s gut, weil sie von den Menschen nicht mehr getötet werden. Das wäre eine Überlegung wert, diese Hunde bei uns einzusetzen.

    … die Frage ist, ob sie auch versuchen würden mit den Touris, Joggern, Mountainbikern usw., die sich der Herde nähern, fertig zu werden …
    Im Gegensatz zu den Wölfen haben diese Riesen-Kerle bestimmt keine Scheu vor dem Menschen, wie dies ja beim Wolf – de facto – der Fall ist.