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Vorarbeiter Urs-André Wedler ist mit einer der neuen Müllkarren im Einsatz. Durch die Reifen des Gefährts wollen die Müllwerker weniger Lärm machen. Fotos: t&w
Vorarbeiter Urs-André Wedler ist mit einer der neuen Müllkarren im Einsatz. Durch die Reifen des Gefährts wollen die Müllwerker weniger Lärm machen. Fotos: t&w

Lüneburger Stadtreinigung: Sie kümmern sich nun leiser um jeden Dreck

ca Lüneburg. Manche Lösung ist naheliegend, man muss nur erst einmal darauf kommen: Bislang zogen Müllwerker Rolltonnen hinter sich her, wenn sie in der Innenstadt die rund 350 Papierkörbe leerten, jetzt haben sie eine Karre, in die sie die Tonnen einhängen können. Das dürfte viele freuen, die nun nicht mehr durch rumpelnde Tonnen geweckt werden, denn durch die Reifen der Karre sinkt der Lärmpegel gewaltig. Nur ein Baustein im neuen Müllkonzept, das der Geschäftsführer der städtischen Servicegesellschaft AGL, Lars Strehse, gemeinsam mit Mitarbeitern vorstellt.

Foto: t&w  AGL stellt neuen Handkarren für Mülltonnen  Urs-André WedlerDer Prototyp der Karre leidet an Kinderkrankheiten, das haben die Mitarbeiter im Praxiseinsatz festgestellt, doch im Prinzip sei das Vehikel nicht nur leiser, sondern auch praktisch, zum Beispiel weil es ermöglicht, Schaufel und Besen einzuhängen. Es sollen weitere Karren angeschafft werden.

Strehse und seine Crew verfolgen ein größeres Ziel. Dafür greifen mehrere Räder inei­nander: Der Müll, den die Arbeiter zwischen 6 und 18 Uhr per Hand und mit Maschinen zusammenfegen, soll künftig gepresst werden. Ein kleines Müllauto kutschiert schon durch die Stadt, es hat eine Presse an Bord, um so beispielsweise die Luft aus den vielen Coffee-to-go-Bechern zu drücken. Mehr Volumen zu transportieren, bedeutet auch weniger Touren zum AGL-Gelände an der Bockelmannstraße.

Und auch hier geht es ums Reduzieren. Dort stehen weitere Pressen, die mit dem selbst produzierten Strom betrieben werden. Zudem wird der Müll, den die Stadtreinigung zusammenfährt, noch in offenen Containern sortiert und gelagert, bevor er zur Deponie in Bardowick kommt. Die Mulden werden nun zusammengefasst und überdacht. Dadurch kann der Abfall besser trocknen, das reduziert das Gewicht.

1800 Tonnen Abfall transportiert die Stadtreinigung durchschnittlich im Jahr ab. 95 Prozent davon sei loser Müll, feiner Sand und Laub, der Rest stamme aus den Papierkörben, berichtet Strehse. Das macht 150 Containerladungen aus, die per Lkw transportiert werden müssen. Das neue Konzept soll Volumen und die Zahl der Fahrten um die Hälfte reduzieren. Das komme der Umwelt zugute und spare Kosten.

Zwar müsse die AGL 275000 Euro investieren, doch zum einen handle es sich um Ersatzbeschaffungen und zum anderen reduziere man Kosten. Auch die Mitarbeiter profitieren, die Arbeit werde ein wenig leichter.

Auch optisch tut sich etwas. Die AGL erhält für die Handreinigung an Kalandstraße, Hinter der Bardowicker Mauer und Neuer Sülze drei Tonnendepots. Bislang stehen die rollenden Abfalleimer offen herum. Künftig kommen sie in verschließbare Holzboxen, deren Dach zudem begrünt wird sie fallen kaum noch auf.