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Die Computeranimation zeigt den Erweiterungsbau des Klinikums, der an der Bögelstraße entsteht. Skizze: Klinikum/Foto: t&w
Die Computeranimation zeigt den Erweiterungsbau des Klinikums, der an der Bögelstraße entsteht. Skizze: Klinikum/Foto: t&w

Erweiterungsbau am Klinikum: Andocken am Blauen Planeten

as Lüneburg. Es ist ein 39-Millionen-Euro-Projekt, mit dem sich das Lüneburger Klinikum für die Zukunft aufstellen will. 2011 wurde mit den Planungen für den 16000 Quadratmeter großen Erweiterungsbau begonnen, seit einem Jahr laufen Umzüge von Abteilungen im Haus, um Platz zu schaffen für Neues. Am kommenden Dienstag starten nun die Arbeiten. Die Fertigstellung des Erweiterungsbaus ist für Sommer 2018 geplant.

Seit Jahren verzeichnet das Klinikum steigende Patientenzahlen. Um die Patienten bestmöglich versorgen zu können, soll eine interdisziplinäre Notaufnahme geschaffen werden. Zudem verfügt das Klinikum bisher nicht über eine sogenannte IMC-Station, die in anderen Häusern bereits Standard ist. Intermediate Care, zu deutsch Zwischenpflege, ist das Bindeglied zwischen Intensiv- und Normalpflege. Die IMC ist für Patienten konzipiert, deren Erkrankung einen hohen Überwachungs- und Betreuungsaufwand verursacht, die im eigentlichen Sinn aber keine Intensivpatienten sind. Gemeinsam mit den Intensivstationen, die noch an verschiedenen Standorten angesiedelt sind, soll die IMC-Station in den Erweiterungsbau einziehen.

Bernd Görbing (l.), Leiter Technik am Klinikum, und Bauleiter Thorsten Brabandt stehen am Baufeld, auf dem die Erweiterung entstehen soll.
Bernd Görbing (l.), Leiter Technik am Klinikum, und Bauleiter Thorsten Brabandt stehen am Baufeld, auf dem die Erweiterung entstehen soll.

Bernd Görbing, Abteilungsleiter Technik am Klinikum, steht am Baufeld an der Bögelstraße, das seit Monaten eingezäunt ist. „Am Dienstag beginnen wir, die beiden Gebäude neben dem Hauptgebäude abzureißen, in denen zuvor die IT-Abteilung, die vorstationäre Sprechstunde der Urologie sowie der Chirurgie und die ambulante Kardiologie untergebracht waren.“ Diese Abteilungen sind in den vergangenen Monaten innerhalb des Klinikums umgezogen, dafür mussten wiederum andere Abteilungen verlegt werden. Ein komplizierter Plan, der minutiös ausgearbeitet werden musste. Die größte Anforderung war dabei der vorläufige Umzug des IT-Bereichs mit der Server-Sicherheitszelle, die sämtliche Daten von Patienten speichert (LZ berichtete). Vom „Abteilungenrücken“, das der Neubau auch noch in den kommenden Jahren erforderlich macht, sind etwa 800 der 1300 Mitarbeiter betroffen. „Die Patienten werden davon aber nur wenig mitbekommen“, sagt Görbing.

Zirka drei Wochen wird der Abriss der Gebäude dauern, danach soll die Baugrube ausgehoben werden, erläutert Thorsten Brabandt, Bauleiter des Büros Ernst² Architekten AG, das das Gebäude neben dem „Blauen Planeten“ errichtet. Davor entsteht eine Rampe für die Krankenwagenvorfahrt, die zum Eingang des neuen Gebäudes führt. Dort wird die interdisziplinäre Notaufnahme entstehen. „Im bestehenden Hauptgebäude ist die chirurgische Ambulanz bereits untergebracht, durch den Erweiterungsbau wird die internistische Ambulanz angedockt“, sagt Görbing. Patienten, die mit Liegendtransport ankommen, werden hier untersucht und versorgt, dann gegebenenfalls auf die Intensivstation oder auf eine andere Station verlegt. Patienten, die nicht mit dem Krankenwagen ins Klinikum kommen, steuern weiter den Haupteingang und darüber die Notfallambulanzen an. Das soll dafür sorgen, dass die Patienten gemäß dem Ausmaß der Erkrankung oder Verletzung schneller versorgt werden können.

Das Klinikum wird aus Eigenmitteln den Rohbau für eine zusätzliche Etage finanzieren, die anfangs noch nicht vorgesehen war, aber aufgrund des starken Patientenwachstums jetzt notwendig wird. Für den Ausbau dieser Etage hat das Klinikum weitere Fördermittel beantragt. Dort soll künftig die Kardiologie einziehen, in unmittelbarer Nähe zu den Linksherzkatheter-Messplätzen. In die unterste Ebene des Kellers kommt die Technik, die IT-Abteilung nebst Server-Sicherheitszelle, in der Ebene darüber die Radiologie sowie das Zentrallager.

Der Neubau zieht sich in U-Form vom Blauen Planeten hin zum Hauptgebäude. Er entsteht laut Thorsten Brabandt in Stahlbeton-Skelett-Bauweise mit einer Metall- und Glasfassade. „Wenn die ersten Abteilungen dort einziehen, werden deren bisherige Standorte erneuert.“ Auch soll die bisherige Eingangshalle neu gestaltet werden, unter anderem mit einem Café.

Das Projekt wurde mit dem niedersächsischen Ministerium für Soziales, Familie, Gesundheit und Integration sowie mit der Oberfinanzdirektion Hannover abgestimmt. Vom Land fließen Fördermittel, so dass sich der Eigenanteil des Klinikums laut Görbing auf rund sechs Millionen Euro beläuft.