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Andreas Bahlburg (v.l.) lauscht interessiert den Ausführungen von Jens Kaidas und Gerald Kayser. Foto: be
Andreas Bahlburg (v.l.) lauscht interessiert den Ausführungen von Jens Kaidas und Gerald Kayser. Foto: be

Die Idee vom neuen Sportpark: Bardowick flankt, Politik soll verwandeln +++ mit LZplay-Video

saf/dth Bardowick. Wo sich heute noch jenseits des Naturbads Bardowicker Strand Ackerflächen erstrecken, könnte in ein paar Jahren der Lüneburger SK Fußball oder die SVG Lüneburg Volleyball spielen. Doch Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann hat weit mehr im Sinn, als nur die Schaffung von neuen Sportanlagen. Er stellte gemeinsam mit dem ehemaligen Hohnstorfer Bürgermeister Jens Kaidas und dem LSK-Sportvorstand Gerald Kayser in Bardowick Pläne für einen Sport- und Freizeitpark am Nordrand des Fleckens vor.

„Die Politiker können sich jetzt nicht mehr verkriechen und sagen, dass wir keine Fläche dafür hätten“, betonte Kaidas. Herzstück des Parks wäre das Sportleistungszentrum mit einer Halle für 2600 bis 3300 Zuschauer und vier Fußballplätzen, davon ein Stadion für zirka 5000 Fans und einem Kunstrasenplatz. Das Investitionsvolumen betrage allein für diese Anlagen rund 15 Millionen Euro, Organisationen wie der Landessportbund oder der Niedersächsische Fußballverband hätten signalisiert, einen Teil der Kosten zu übernehmen.

 

Ein Flächennnutzungsplan für ein Sondergebiet "Freizeit und Erholung" existiert bereits.  Grafik: nh
Ein Flächennnutzungsplan für ein Sondergebiet „Freizeit und Erholung“ existiert bereits. Grafik: nh

Weitere Kernpunkte der Konzeptidee sind die Schaffung von Wohnraum für Studenten und anerkannte Asylbewerber in Bardowick, die Entwicklung gastronomischer Angebote sowie Fremdenzimmer beziehungsweise der Bau eines Hotels in der 2- bis 3-Sterne-Kategorie. Für den Hotelbetrieb habe es bereits Gespräche gegeben mit Investoren aus dem Großraum Hamburg bis nach England. Darunter sei auch eine international tätige Hotelkette, sagte Luhmann, der aktuell in Bardowick „krasse Defizite“ im Hotel- und Gas­tronomieangebot sieht. Für die Entwicklung der Wohnungen habe es bereits Gespräche mit der Klosterkammer gegeben, die als Investor auftreten könnte. Die Klosterkammer ist in dem Bereich Bardowick neben Lüneburger Stiftungen der größte Flächeneigentümer.

Mit Blick auf die mögliche Wettkampf-Halle für die SVG-Volleyballer sagte Luhmann: „Ich will nicht für die wettkampfgerechte Sporthalle werben, das machen andere schon genug. Die würde das Konzept aber abrunden.“ Andreas Bahlburg, Vorsitzender der SVG Lüneburg, hielt sich noch bedeckt: „Für uns kommen zurzeit fünf Standorte in Frage.“ Hingegen setzt der LSK voll auf dieses Projekt, sagt Kayser: „Bardowick bietet eine Superperspektive für uns, zumal dort ein DFB-Stützpunkt entstehen könnte.“

DFB-Stützpunkt im Gespräch

Für die Samtgemeinde Bardowick käme das Projekt laut Luhmann zur rechten Zeit. Demnächst stünde ohnehin eine Neufassung der Ortsentwicklungspläne an. Luhmann hob die Vorzüge Bardowicks als Standort für einen Sport- und Feizeitpark hervor, nannte etwa die verkehrsgünstige Lage zwischen zwei Autobahnanbindungen bei Handorf und Lüneburg-Nord sowie einen eigenen Bahnanschluss als Pluspunkt des Domfleckens. Das neu zu schaffende Areal könnte zudem über eine separate Anbindung an die ehemalige B4 erschlossen werden und so die Verkehrsbelastung im Wohngebiet „Im Kuhreiher“ entschärfen.

Als Voraussetzung für die Bardowicker Unterstützung des Sportpark-Projektes nannte Luhmann die Bedingung, dass „der Sportpark nicht nur von einem speziellen Verein genutzt wird“, dort auch eine kreisweite Jugendsportförderung stattfinde, und forderte eine Privilegierung der Sportvereine aus der Samtgemeinde Bardowick. Auch Kaidas wünscht sich einen „Sportpark ohne den Namen LSK oder SVG, sondern für den gesamten Sport in der Region“.

Bardowicks Samtgemeindebürgermeister Luhmann bat bei der Pressekonferenz zudem Manfred Mundt um Entschuldigung. Sein Stellvertreter und Sprecher der Mehrheitsgruppe SPD/WfB/Grüne im Samtgemeinderat hatte erst aus der LZ von den Plänen und der Konferenz erfahren, war spontan dazugekommen. Lediglich der Fleckenrat war näher in die Vorgespräche eingeweiht gewesen. Mundt gab sich versöhnlich, sagte zu dem Projekt: „Heute ist der erste Funke übergesprungen. Persönlich kann ich das Vorhaben nur gutheißen.“ Und: „Vielleicht dürfen die Wittorfer den neuen Sportpark auch nutzen.“ Die Finanzierung einer Sporthalle in Wittorf war wegen der klammen Bardowicker Kassenlage bei den zurückliegenden Haushaltsberatungen gescheitert. Scherzhaft sagte Luhmann, angesprochen auf die Finanzierung des 15-Millionen-Projekts: „Geld haben wir natürlich nicht. Das bringen hoffentlich die anderen mit.“

Aber auch Flecken-Bürgermeisterin Eva Köhler ließ auf Nachfrage keinen Zweifel da­ran, dass die Gemeinde den Weg mitgehen will. „Wir müssen nur gucken, wie viel landwirtschaftliche Flächen wir für das Projekt entziehen können und die Landwirtschaft trotzdem lebendig bleibt.“

Zwar sind die politischen Entscheidungsträger vor Ort die Samtgemeinde und der Flecken Bardowick. Doch laut Jens Kaidas seien ohnehin zunächst Hansestadt und Landkreis Lüneburg gefragt, ob sie gewillt sind, das Projekt finanziell mitzutragen. Liefe laut Luhmann alles glatt, könne der Bau 2016 beginnen.

3 Kommentare

  1. jens kaidas ist ein politiker nach meinerm geschmack.

  2. War einer, da geht es nicht ums schmecken Klaus. Ich hoffe du tauchst mit deinen Wund geschriebenen Fingern in Zukunft nicht noch im Sportteil auf.