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Die Helferinnen Nathalie Zeiser (v.l.) und Jennifer Scharmweber tragen die persönlichen Daten der potenziellen Spender in die Einverständniserklärung ein. Kelly-Sue Baus und Behzad Qasemi machen den Wangenabstrich. Foto: be
Die Helferinnen Nathalie Zeiser (v.l.) und Jennifer Scharmweber tragen die persönlichen Daten der potenziellen Spender in die Einverständniserklärung ein. Kelly-Sue Baus und Behzad Qasemi machen den Wangenabstrich. Foto: be

Typisierungsaktion: Schüler schenken Hoffnung

emi Lüneburg. Alle 16 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs. Auch die vierjährige Nour aus Berlin leidet an Leukämie. Um einen Stammzellenspender für das Mädchen zu finden und auch anderen Betroffenen helfen zu können, führten elf Schüler der einjährigen Berufsfachschule Körperpflege eine zweitägige Typisierungsaktion der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) an der Georg-Sonnin-Schule (BBS II) durch.

Jennifer Scharmweber aus der „Helferklasse“ reicht Kelly-Sue Baus ein Wattestäbchen. „Bitte in den Mund nehmen und damit 30 Sekunden über die linke Wange fahren.“ Kelly-Sue Baus folgt der Anweisung. Die 19-Jährige ist Mutter eines sieben Monate alten Jungen und auf Einladung ihrer Cousine in die Georg-Sonnin-Schule gekommen. „Ich finde die Aktion gut“, sagt die Lüneburgerin. „Dadurch haben Menschen die Chance, weiterzuleben.“

Bereits seit Februar beschäftigen sich die Schüler der einjährigen Berufsfachschule Körperpflege mit dem Thema Stammzellspende. Das Projekt „Leben spenden macht Schule“ soll neben ethischem Engagement die Bereitschaft zu solidarischem Miteinander fördern. Die Idee, eine schulweite Typisierung zu organisieren, wurde im Religionsunterricht geboren und mit Klassenlehrerin Claudia Küper auf die Beine gestellt. Und die ist „superstolz“ auf ihre Schützlinge.

Da der DKMS für jede Neuaufnahme eines potenziellen Spenders Kosten in Höhe von 50 Euro entstehen, hat die Berufsfachschulklasse zur finanziellen Unterstützung selbstgebackenen Kuchen, Pizzen und Sandwiches verkauft. Der Erlös wird der DKMS gespendet. „Die Schüler haben sich sogar über die Unterrichtszeit hinaus engagiert, zum Beispiel rote und weiße T-Shirts selbst bezahlt und beschriftet“, sagt Claudia Küper.

Auch Helferin Jennifer Scharmweber trägt bei der Aktion ein weißes Oberteil, auf dem in roter Schrift der Werbeslogan der DKMS steht: „Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein“. Nachdem die 17-jährige Schülerin die persönlichen Daten Kelly-Sue Baus in die Einverständniserklärung eingetragen hat, macht auch sie einen Abstrich ihrer Wangenschleimhaut. Der ist wichtig, um die Gewebemerkmale potenzieller Spender analysieren zu können. Wenn diese dann mit denen eines Patienten übereinstimmen, folgen weitere Tests und eine eingehende Untersuchung.

Innerhalb von einer Stunde haben 40 Freiwillige an der Typisierung teilgenommen. „Das ist klasse“, lobt Rabea Karthoff vom Team Spenderneugewinnung bei der DKMS. Warum die Typisierung so wichtig sei? „Weil es so einfach ist, Lebensretter zu sein!“

Infos zur Spende: www.dkms.de.