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England hat Stonehenge, Oldendorf hat die Totenstatt. Mit einem neuen touristischen Konzept soll der Bekanntsheitsgrad des Gräberfelds im Luhetal gemessen an seiner archäologischen Bedeutung aufgewertet werden. Foto: t&w
England hat Stonehenge, Oldendorf hat die Totenstatt. Mit einem neuen touristischen Konzept soll der Bekanntsheitsgrad des Gräberfelds im Luhetal gemessen an seiner archäologischen Bedeutung aufgewertet werden. Foto: t&w

Oldendorfer Totenstatt: „Wohnungen für Ewigkeit renovieren“

dth Oldendorf/Luhe. Für die Renovierung der rund 5700 Jahre alten „Wohnungen für die Ewigkeit“ wirbt die Samtgemeinde Amelinghausen um finanzielle Unterstützung. Im vergangenen August hatte die Samtgemeinde ein neues Konzept zur touristischen Aufwertung der Oldendorfer Totenstatt vorgestellt im Sinne eines Freilichtmuseums. Auf dem rund vier Hektar großen, archäologisch bedeutsamen Areal befanden oder befinden sich Denkmäler aus allen Epochen der hiesigen Ur- und Frühgeschichte. Die ältesten sichtbaren Monumente sind die Großsteingräber der Jungsteinzeit. Für die Realisierung des neuen Konzepts will sich jetzt auch die Lüneburger Bundestagsabgeordnete Hiltrud Lotze (SPD) einsetzen.

In dem vom Lüneburger Büro für Bildungs- und Erlebnisplanung Kon-Tiki sowie Dr. Frank Andraschko von „AGIL Büro für angewandte Archäologie“ erarbeiteten Konzept ist die Rede unter anderem von einem Bogenschießplatz oder der Errichtung zweier Häuser nach steinzeitlichem Vorbild, die als Lernort genutzt werden können. Hinzu kommen könnte ein Aussichtsturm in Palisadenumzäunung (LZ berichtete).

Zuständig für den Bereich Tourismus ist die Samtgemeinde. Amelinghausens Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker sagt auf LZ-Nachfrage: „Das Projekt ist keine Pflichtleistung, sondern eine Kür.“ Im aktuellen Doppelhaushalt sind für 2016 als Investition für die Totenstatt 500000 Euro reserviert. „Demgegenüber steht eine Einnahmeerwartungshaltung von 400000 Euro“, sagt Völker. Heißt: Fördermittel müssen her. Die Totenstatt ist ein Projektbaustein in der kürzlich anerkannten Leader-Region Naturpark Lüneburger Heide. Völker: „Vielleicht gibt es weitere Möglichkeiten im Rahmen der europäischen Förderrichtlinien.“ Dabei ist auch die Unterstützung von Bundestagsabgeordneten willkommen.

Im Rahmen ihrer Kulturtage traf MdB Hiltrud Lotze, Mitglied des Bundestags-Ausschusses für Kultur und Medien, mit den beteiligten Akteuren in Oldendorf zusammen und ließ sich das Zukunftskonzept für das archäologische Areal vorstellen. Danach erklärte Lotze via Pressemitteilung: „Die Oldendorfer Totenstatt ist Teil unserer Kulturgeschichte, an die es weiter zu erinnern gilt. Durch seine touristische Nutzung können Wertschöpfung für die Region erzielt und Arbeitsplätze geschaffen werden. Deswegen werde ich die Umsetzung des neuen Konzepts begleiten und mich für die Realisierung einsetzen.“ Doch zunächst steht eine Überprüfung der Wirtschaftlichkeit verschiedener Konzept-Elemente an. Völker: „Demnächst werden wir eine Bereisung des Steinzeitparks Dithmarschen unternehmen.“ Das Archäologisch-Ökologische Zentrum Albersdorf könnte Vorbild für die Aufwertung der Oldendorfer Totenstatt sein.

Unter dem Titel „Wohnungen für die Ewigkeit 5700 Jahre Oldendorfer Totenstatt“ zeigt das Archäologische Museum in Oldendorf die Grabfunde der Totenstatt.