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Seit Anfang des Jahres befindet sich der Waldhof in Böhmsholz in Insolvenz. Er steht zum Verkauf, doch noch liegt dem Verwalter kein konkretes Angebot vor. Foto: t&w
Seit Anfang des Jahres befindet sich der Waldhof in Böhmsholz in Insolvenz. Er steht zum Verkauf, doch noch liegt dem Verwalter kein konkretes Angebot vor. Foto: t&w

Waldhof Böhmsholz vor ungewisser Zukunft

ca Lüneburg. Die Pläne sind groß: Die Campus-Gesellschaft, die in Lüneburg unter anderem Studentenwohnheime und einen Catering-Service betreibt, hat Interesse daran, den insolventen Waldhof Böhmsholz zu übernehmen. Das bestätigt Campus-Geschäftsführer Klaus Hoppe. Ihm schwebt ein gastronomisches Angebot vor, das Landschulheim möchte er mit einer sozialen Lüneburger Organisation weiterbetreiben. Auch die jetzige Inhaberfamilie will er miteinbinden. Allerdings: „Der Preis ist zu hoch.“ Es bestehe in den Gebäuden ein „Renovierungsstau“. Den zu beheben, würde aus Hoppes Sicht mit mehr als einer Million Euro zu Buche schlagen, dazu kämen Investitionen, alles in allem „ein mehr als einstelliger Millionenbetrag.“ Die Botschaft ist klar, der Insolvenzverwalter soll mit dem Preis runtergehen.

Doch Verwalter Florian Römer aus Salzhausen sieht dafür keinen Grund. Er hat ein Gutachten für das gesamte Ensemble erstellen lassen. Das veranschlagt Unternehmen und Immobilie mit einem Wert von rund 900000 Euro. Neben Campus und dessen Partnern habe auch ein Mitglied der Eigentümerfamilie Interesse bekundet, den Waldhof samt Ställen für Pferde, Gastronomie und Landheim zu übernehmen. Römer sagt: „Mir liegen bislang Absichtserklärungen, aber keine Angebot vor.“

Auch andere schreckt offenbar der jetzt verlangte Preis. Denn das Objekt träumt zwar idyllisch mitten im Wald vor sich hin und ist ein beliebtes Ausflugsziel, doch es liegt eben auch mitten im Landschaftsschutzgebiet, das bedeutet für die Nutzung Einschränkungen. Zudem besitze der Vater des Eigentümers ein lebenslanges Wohnrecht, bestätigt Römer. Das muss ein Investor bei seinen Plänen ins Kalkül ziehen.

Insolvenzverwalter Römer möchte den Waldhof möglichst noch in diesem Sommer in andere Hände geben. Er überlegt, einen Makler für den Verkauf einzuschalten.

2 Kommentare

  1. Werner Schneyder

    In der Umgebung von Lüneburg gibt es viel zu wenig einfache Ausflugslokale. Das ist wahrlich ausbaufähig.

    Wieso die Campus Gesellschaft hier aktiv wird, ist mir unklar. Gut ausgestattet durch preiswerten Erwerb von Studierendenwohnungen und des Vamos wird nun überall investiert, wobei mir der Bezug zur Uni unklar ist (Theater, Ritterakademie, Bleckede, Vamos, usw.). Campus müsste eigentlich, wenn es sich von den Studierenden entfernt, die Gebäude auf dem Uni-Campus zurückgeben. Das ist Wettbewerbsverzerrung.

    • Da sprechen Sie etwas an Herr Schneyder , wo mir schon vor Jahren engagierte Menschen an der Uni gesagt haben das man in diesen Ballon von Herrn Hoppe mal mit der Nadel stechen müsste um die Dreistigkeit zum Platzen zu bringen.. Ursprünglich gab es den Vamos e.V. der keine Gewinne machen durfte, da sonst keine Fördergelder für die Entwicklung der Vamos Kulturhalle geflossen wären. Also wurde die Campus GmbH gegründet, die als Betreiber fungierte und die Gewinne in der GmbH beließ. Es profitierte die GmbH von den hohen Fördergeldern, die der Verein ins Vamos steckte aber deren Ertrag die Campus GmbH einsackte. In der Folge wurden Wettbewerber auf dem Uni Gelände nach und nach mit sehr fragwürdigen Mitteln vom Verein und der GmbH verdrängt. Pächtern der Cafés wurde gekündigt, neu Ausschreibungen wurden so konstruiert, das als Anbieter nur der Verein und die GmbH in Frage kamen. So wurde z.B. verlangt, das der Betreiber unter studentischer Leitung stehen muss. Dieses Kriterium konnten kein externer Anbieter und selbst das interessierte und zuständige Studentenwerk OstNiedersachsen erfüllen. Also wer wurde Monopolbetreiber? Die GmbH mit Herrn Hoppe als angestellten Geschäftsführer. Es folgten weitere Geschäftsfelder nach gleichen Muster, immer mit Gewinn Kumulation in der GmbH. Wenn es der Gemeinschaft dient würde man sicherlich ein Auge zudrücken aber jetzt kommt es: Still und heimlich wurde der Angestellte Geschäftsführer Herr Hoppe Gesellschafter der GmbH und persönlicher Oberprofiteur der Kumulation und Fördergelder dazu noch Monopolist auf dem Campus. Ich bin mal gespannt ob den Morast mal jemand couragiert Trocken legt.