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Fauchen und die Krallen zeigen können die Schneeleoparden-Babys schon im Alter von 18 Tagen. Noch ist der Nachwuchs klein und handzahm, aber er wächst in den ersten Wochen sehr schnell und soll  wenn alles gut läuft  bereits kommende Woche auf die Anlage entlassen werden. Foto: nh
Fauchen und die Krallen zeigen können die Schneeleoparden-Babys schon im Alter von 18 Tagen. Noch ist der Nachwuchs klein und handzahm, aber er wächst in den ersten Wochen sehr schnell und soll wenn alles gut läuft bereits kommende Woche auf die Anlage entlassen werden. Foto: nh

Schneeleopardin Aziza bringt im Wildpark Lüneburger Heide zwei gesunde Junge zur Welt

lz Nindorf. Sensations-Nachwuchs im Wildpark Lüneburger Heide: Nach 100 Tagen Tragezeit hat die Schneeleopardin Aziza Anfang Mai zwei gesunde Junge zur Welt gebracht, vor ein paar Tagen öffneten die beiden Weibchen die Augen. „Das ganze Wildpark-Team ist glücklich und stolz darauf, dass wir zwei prächtige gesunde Katzen präsentieren können“, sagt Wildpark-Chef, Alexander Tietz. Schneeleoparden seien sehr seltene Tiere und gehörten zu den stark gefährdeten Rassen. „Umso erfreulicher ist es, dass uns jetzt wieder die Nachzucht gelungen ist“, so Tietz.

Für die jungen Eltern Vater „Anan“ und Mutter „Aziza“ ist es der erste Nachwuchs. Die beiden Großkatzen waren Ende 2013 im Alter von rund 18 Monaten aus den Zoos Karlsruhe und Wuppertal in den Wildpark gekommen. Während „Anan“ sich offenbar erst langsam an seine Vaterrolle gewöhnt und sich nur sehr zögerlich der abgetrennten Kinderstube nähert, ist „Aziza“ eine liebevolle und fürsorgliche Mutter.

Die ersten zwölf Wochen werden die Schneeleopardenjungen gesäugt, bevor die Umstellung auf feste Nahrung erfolgt. „Die Kleinen wachsen sehr schnell und haben einen hohen Ernergiebedarf das ist auch für Aziza sehr kräftezehrend“, sagt Tierpfleger Jens Pradel. Sie bekommt von ihm deshalb täglich eine extra Portion frische Nahrung. Dass der Tierpfleger auch regelmäßig beim Nachwuchs nach dem Rechten sieht, stört die Großkatze nicht. Ein Grund dafür: Ihr großes Vertrauen zu Pradel.

Ende der 1990er-Jahre sind im Wildpark Lüneburger Heide die ersten Schneeleoparden eingezogen, vier Mal gab es seitdem Nachwuchs. Eine Nachzucht Leon, ein Sohn von Ghurl hat es sogar bis nach Australien geschafft, lebt heute im Zoo von Sydney. „Eine besondere Herausforderung war vor acht Jahren die Pflege eines Wildfangs“, erinnert sich Alexander Tietz. „Das Tier war durch die Falle eines Wilderers in Kirgistan schwer verletzt worden.“ Mit hohem Verwaltungsaufwand und der Mitwirkung der Bundesministerien sei es gelungen, „das Tier in den Wildpark zu holen und wieder aufzupäppeln“, sagt Tietz. Heute lebt das Weibchen im Züricher Zoo und ist selbst inzwischen Mutter. Wildfänge sind laut Parkchef für die Ergänzung des Tierbestands in den Tierparks besonders wertvoll, da sie den Genpool auffrischen.

Entwickelt sich der jüngste Nachwuchs weiterhin so prächtig wie bisher, „können wir die Tiere nächste Woche auf die Anlage entlassen und den Besuchern präsentieren“, sagt Tierpfleger Pradel. Bis dahin wird er ein wachsames Auge auf die Kätzchen haben, ihre Entwicklung aufmerksam begleiten.