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Die Band Strom & Wasser feat. The Refugees sorgt mit Hip Hop und starken Texten für Stimmung auf dem Campus. Foto: ina
Die Band Strom & Wasser feat. The Refugees sorgt mit Hip Hop und starken Texten für Stimmung auf dem Campus. Foto: ina

Gemeinsam gegen Rassismus – Das Coraci-Festival auf der Campus-Wiese

ina Lüneburg. Trotz des Regens tummeln sich zahlreiche Besucher vor der Bühne und an den Ständen. Der Uni-Campus ist an diesem Sonnabend Festivalwiese. „Coraci — contre le racisme“ lautet der Titel der Veranstaltung, die ein deutliches Zeichen gegen Rasssimus setzen soll. In Ausstellungen, bei Theaterprojekten und Workshops ist es das Thema, um das sich alles dreht.

„Wir haben auch viele Geflüchtete angesprochen und sind über die Resonanz begeistert,“ sagt Maike Renner vom Organisationsteam. Viele Menschen aus Syrien und aus arabischen Ländern leben zur Zeit in Lüneburger Unterkünften. Sie sollen über Aktionen wie diese den Weg aus der Isolation in die Gemeinschaft finden, haben sich die Initiatoren zum Ziel gesetzt. Carl Becker vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Uni geht es aber auch darum, „den rassistischen Parolen von Pegida und Co. und der katastrophalen Asylpolitik der Europäischen Union, die beinahe täglich Tote fordert, ein Signal der Solidarität und ein herzliches Willkommenheißen von Flüchtlingen entgegen zu halten“.

Das Coraci-Festival löst das Sonar-Festival ab, das vor einem Jahr für viel Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema sorgte. Maike Renner: „Da es sich um ein großes Event in Spanien handelt, wurde uns die Weiterführung unter diesem Namen untersagt.“

Maßgeblich unterstützt werden die Initiatoren von Heinz Ratz und seiner Band „Strom & Wasser“. Seit vier Jahren arbeitet der Musiker mit Flüchtlingen, besuchte allein im Frühjahr 2011 knapp 80 Flüchtlingslager überall in Deutschland. Er berichtet: „Dort traf ich Musiker von Weltklasse-Niveau, die in ihrer Heimat sehr bekannt sind und sich hier, mit Reise- und Arbeitsverboten behängt, oft nicht mal ihr Instrument leisten konnten und seit Jahren dahinvegetierten.“ Ratz hat die Musiker aus Gambia, Iran, Afghanistan, Kenia, Russland, der Elfenbeinküste, dem Kosovo, Somalia, Äthiopien, Mazedonien und Griechenland nach Hamburg eingeladen und mit ihnen ihre Musik aufgenommen — „Strom & Wasser feat. The Refugees“.

Geflüchteten einen Zugang zur Bildung zu ermöglichen, das ist das Ziel der Organisationen „No Border Academy“ und „Silent University“, die einen mehrsprachigen Workshop anbieten. In Lüneburg und Hamburg bilden sie eine Plattform für interkulturellen Austausch, auf der auch Flüchtlinge mit akademischem Hintergrund Vorträge halten können.

Der Eintritt zum Festival, vom AStA-Antirassismus-Referat organisiert, ist frei. Es finanziert sich hauptsächlich durch den Getränkeverkauf und Geld aus der Studentenschaft. Organisatoren und Helfer arbeiten unentgeltlich, Künstler und Referenten erhalten lediglich eine Aufwandsentschädigung.