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Foto: A/t&w
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Vio sprudelt jetzt aus zwei Quellen

us Lüneburg. Heißer Sommer, leere Wasserflaschen und durstende Vio-Kunden — dieses Szenario wird der Apollinaris Brands GmbH vermutlich erspart bleiben. Das zum Coca-Cola-Konzern gehörende Unternehmen, das in Lüneburg sein Mineralwasser Vio produziert, erhielt jetzt die Genehmigung, auch einen zweiten Trinkwasserbrunnen in Betrieb zu nehmen. Vorerst aber befristet bis Ende des Jahres.

„Nach Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen haben wir die Genehmigung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn erteilt“, berichtete Markus Moßmann in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses. Damit sei aber noch nicht die endgültige wasserrechtliche Erlaubnis zur dauerhaften Nutzung erteilt, stellte der Umweltdezernent der Stadt Lüneburg klar.

Wie berichtet, hatte das Unternehmen im Lüner Holz einen zweiten Brunnen bohren lassen, um mehr Flexibilität bei der Förderung und Abfüllung seines Mineralwassers zu erhalten. Auf die wasserrechtliche Erlaubnis, die für die Inbetriebnahme des Brunnens vorgeschrieben ist, aber wollte das Unternehmen nicht warten und beantragte im Januar den vorzeitigen Maßnahmenbeginn. Voraussetzung dafür war der Nachweis eines berechtigten Interesses, das die Stadt im März noch nicht erkannte.

Inzwischen aber habe sich die Stadt von der Notwendigkeit des Brunnens für die Produktion überzeugen lassen, wie Moßmann erklärte. „Das Unternehmen hat deutlich machen können, dass der zweite Brunnen für die Ausfallsicherheit und die Sicherung der Betriebsabläufe erforderlich ist.“ Nachdem auch die grundsätzliche Zustimmung der beteiligten Behörden — darunter der Landkreis, das Landesamt für Bergbau und Energie und das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit — und der Purena vorlag, hat auch die Stadt ihr Okay gegeben. Zugestimmt hat sie auch der von Apollinaris beantragten Erhöhung der zulässigen Höchstfördermenge von bisher 40 auf jetzt 42,5 Kubikmeter pro Stunde.

Ob und wann die Stadt die endgültige wasserrechtliche Erlaubnis erteilt, sei noch offen, das hänge von den Ergebnissen der laufenden Prüfungen ab, erklärt Volker Schulz, Bereichsleiter Umwelt: „Wir lassen uns monatlich berichten, welche Auswirkungen der Betrieb des zweiten Brunnens hat.“ Sollten sich die von dem Unternehmen vorgelegten gutachterlichen Aussagen bestätigen, könnte die Erlaubnis zum Beginn 2016 erteilt werden, „gegebenenfalls unter weiteren Auflagen“. Allerdings könnte sie auch versagt werden, etwa, wenn das Ökosystem wider Erwarten geschädigt oder die Trinkwasserversorgung der Stadt gefährdet würde. Die Entscheidung soll im November getroffen werden.

Für die Stadt ergeben sich durch den zusätzlichen Brunnen keine Vorteile, von der Grundwasserentnahme profitiere sie nur indirekt über die Gewerbesteuer. Zwar erhebt sie den sogenannten Wasserpfennig, den aber müsse sie eins-zu-eins an das Land weiterreichen.