Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Die Arbeiten zum Straßenausbau Am Steinbruch rufen nicht nur die Anwohner, sondern auch die Naturschützer auf den Plan. Foto: nh
Die Arbeiten zum Straßenausbau Am Steinbruch rufen nicht nur die Anwohner, sondern auch die Naturschützer auf den Plan. Foto: nh

Arbeiten in der Brut- und Setzzeit

kre Wendisch Evern. Die Bagger rollen in Wendisch Evern — allem Unmut und Widerstand der Anwohner der Straße „Am Steinbruch“ zum Trotz: Vergeblich hatten sie sich gegen die Bodenversiegelung zur Wehr gesetzt. Ein angestrebtes Bürgerbegehren war vom Verwaltungsausschuss der Gemeinde als unzulässig zurückgewiesen worden — ,,wegen des fehlenden Kostendeckungsvorschlages“, erklärt Gemeindedirektor Volker Behr. Da nutzte es auch nichts, dass die Anwohner in nur 14 Tagen mehr als 300 Unterschriften gesammelt hatten.

Seit Ende April nun sind die Bauarbeiter dabei, den Nordabschnitt der Straße ,,Am Steinbruch“ auszubauen. „Mitten in der Brut- und Setzzeit“, wundert sich nicht nur Anwohnerin Ute Kowalewski und stellt fest: Die Eichen am Straßenrand wurden zurückgeschnitten, damit die Bagger auch das Regenrückhaltebecken ausbaggern können. Die Wendisch Evernerin sorgt sich zudem um die Enten, die auf dem Teich ihre Küken aufziehen. „Aber wie lange noch?“, fragt Ute Kowalewski skeptisch angesichts der Wühlarbeiten im Teich.

Entsetzt zeigt sich auch der Nabu-Vorsitzende Thomas Mitschke: ,,Ein dramatischer Eingriff in die Natur mitten in der Brut- und Setzzeit.“ Auch er hat den Vorgang der Unteren Naturschutzbehörde gemeldet. „Eingriffe in die Natur während der Brut- und Setzzeit müssen bei der Unteren Naturschutzbehörde zuvor angemeldet werden“, bestätigt Kreissprecherin Katrin Holzmann und setzt nach: „Wir werden das prüfen!“

Den Eindruck, dass die Gemeinde bei den Arbeiten rücksichtslos mit Fauna und Flora umgehe, weist Behr zurück. ,,Es werden auch keine Bäume im Zuge der Bauarbeiten gefällt“, stellt der Gemeindedirektor klar: „Es sind sogar extra einige Schlenker eingeplant worden, um die Bäume zu schützen.“ Zu den Teicharbeiten sagt Behr: ,,Das ist eine reine Unterhaltungsmaßnahme, die nichts mit dem Ausbau der Straße Am Steinbruch zu tun hat.“

In etwa vier Wochen sollen die Straßenbauarbeiten ,,Am Steinbruch“ abgeschlossen sein. Rund 145000 Euro wird die Maßnahme kosten, von denen die Anwohner mit 90 Prozent den Löwenanteil tragen müssen. Gerade mal zehn Prozent der Kosten übernimmt die Gemeinde.