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Der Spielplatz in Jürgenstorf wird aufgehübscht. Das hat der Gemeinderat Lüdersburg bei seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Foto: ina
Der Spielplatz in Jürgenstorf wird aufgehübscht. Das hat der Gemeinderat Lüdersburg bei seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Foto: ina

Lüdersburg: Internet bleibt Problemfall

ina Lüdersburg. Bürgermeister Klaus Bockelmann (FWGL) ist ein geduldiger Mensch. Gelassen führt er durch die Ratssitzung, fasst Probleme zusammen, verteilt Aufgaben. Doch als er während der jüngsten Sitzung über das Thema Breitbandausbau berichtet, kann er seine Unzufriedenheit nicht verhehlen.

Der Bürgermeister beklagt Zustände „wie in der Steinzeit“. Die Kapazitäten reichten bei Weitem nicht aus, „will ich meine Mails abrufen, muss ich das Internetradio ausschalten“. Auch viele Bürger wie der anwesende Dirk Sager leiden massiv unter Versorgungsengpässen. „Ich arbeite zu Hause, da brauche ich ein solides Netz für mein Homeoffice.“ Der Golfplatz mit Hotel behilft sich mit einer eigenen Antenne, auf dem Parkplatz ist jedoch bereits Schluss mit dem Empfang.

Wie so oft sind die Kosten das Problem. Die Gemeinde will und kann sich den Ausbau eines Glasfasernetzes nicht leisten, die Verhandlungen des Kreises mit Anbietern wie der Telekom treten auf der Stelle. Bockelmann sagt frustriert: „Als ich unseren Landrat Manfred Nahrstedt auf die Situation ansprach, meinte auch er, die Angebote wären einfach zu teuer.“

Bleibt den Lüdersburgern mit dringendem Bedarf möglicherweise nur eine Selbstinitiative wie der Verein Landnetz es vormachte. Diese Interessengemeinschaft der Einwohner von Alterstedt, einem kleinen Dorf am Rand des Nationalparks Hainich in Thüringen, tat sich 2004 mit dem Ziel zusammen, das Dorf zuverlässig und dauerhaft mit Breitband-Internet zu versorgen. Inzwischen sind für Mitglieder Bandbreiten bis 6000 kBit/s möglich. Weitere Landnetz-Dörfer haben sich angeschlossen. In jedem Ort wird mindestens ein Verteiler aufgebaut bei Bedarf deren Zahl aufgestockt. Das sind Funksender, die dank ihrer geringen Größe auch auf öffentlichen Gebäuden oder Kirchen montiert werden können.

Ein weiteres Thema der Sitzung war die Verschönerung des Spielplatzes in Jürgenstorf. Mit einer Investition von rund 4000 Euro sollen der Zaun und die beiden Unterstellhäuschen repariert und gestrichen werden. Die unter anderem mit einer Rutsche, einem Sandkasten und einem Schaukeltier bisher spärlich bestückte Fläche soll durch ein Netz am bereits vorhandenen Fußballtor und einem sogenannten „Rundlauf“ mit vier Pendelsitzen ergänzt werden. Dank der angebotenen Eigenleistung der Ratsmitglieder Hermann Haidn (FWGL) und Axel Möller (SPD) können weitere Kosten gespart werden.

Zudem votierte der Rat für die von der Verwaltung geplante Einrichtung neuer Spazierwege inklusive Wanderkarte, stimmte ebenso für jährliche Zuschüsse von 1400 Euro der „kleinen Gemeinde für viele Vereine“, wie Bockelmann meinte.

Keinen Beschluss fassten die Ratsmitglieder über das am 12. Dezember anstehende Dorffest. Da die örtliche Seniorenarbeit 40-jähriges Jubiläum feiert, gleichzeitig aber auch aller Voraussicht nach die Orgel in der Peter-und-Paul-Kirche fertig saniert sein wird, sollen beide Events zusammengefasst werden. „Da gibt es noch Gesprächsbedarf“, sagte Ratsmitglied und Seniorenbeauftragter Gerhard Meyer (UWGL).